Bundesamt für Naturschutz

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EUROBATS - Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen

Mit dem Abkommen zur Erhaltung der europäischen Fledermauspopulationen (Agreement on the Conservation of Populations of European Bats, EUROBATS) haben sich mittlerweile  36 Vertragsstaaten verpflichtet, den Schutz aller  53 europäischen Fledermausarten durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen. Das Abkommen steht nicht nur europäischen Staaten offen, sondern allen Arealstaaten, die zum Verbreitungsgebiet mindestens einer europäischen Fledermauspopulation gehören.

Als wichtigste Instrumente sieht das Abkommen Regelungen zur Entnahme von Tieren, die Benennung von bedeutsamen Schutzgebieten sowie die Förderung von Forschung, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit vor. Die Vertragsparteien sollen sich untereinander bei der Koordinierung dieser Maßnahmen abstimmen. Wie die Bonner Konvention selbst, stellt auch das Fledermausabkommen den Mitgliedstaaten frei, weitergehende Schutzmaßnahmen zu treffen.


Abkommensgebiet und Mitgliedstaaten von EUROBATS
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 Liste der Mitgliedstaaten
Abkommensgebiet und Mitgliedstaaten von EUROBATS

Fast alle europäischen Fledermausarten verzeichneten in den letzten Jahrzehnten starke Bestandseinbrüche, so dass z.B. die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros), die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) und die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) kurz vor dem Aussterben standen. Demgegenüber hat die Bestandsgefährdung von einigen anderen Fledermausarten dank spezieller Schutzmaßnahmen (u.a. Artenschutzprogramme) spürbar abgenommen.

Verschiedene Fledermäuse fliegen alljährlich, ähnlich wie Zugvögel, zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren hin und her. Diese z.T. sehr weit wandernden Arten, wie z.B. Abendsegler (Nyctalus noctula) und Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), sind dabei auf geeignete Lebensräume und Quartiere entlang ihres gesamten Zugweges angewiesen. Sie sind deshalb durch Lebensraumveränderungen besonders gefährdet.

Die Vertragsstaaten haben Richtlinien für die Genehmigung des Fangens und Markierens von Fledermäusen, für die Verwendung von Holzschutzmitteln in Fledermausquartieren sowie für die Berücksichtigung des Fledermausschutzes bei der Planung von Windkraftanlagen vereinbart. Für die nächsten Jahre ist zudem eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft geplant, da Wälder überall in Europa wichtige und daher schützenswerte Lebensräume für fast alle Fledermausarten sind.

Die Sammlung und Auswertung von Daten über Fledermäuse erfolgt in Deutschland über die Bundesländer bzw. durch von diesen beauftragte Institutionen. Zur Umsetzung des Abkommens ist auf nationaler Ebene die Einrichtung eines Beratungsgremiums für Öffentlichkeitsarbeit und eine fachliche Koordinationsstelle erforderlich. Beide Funktionen werden in Deutschland von einem Sachverständigengremium wahrgenommen, das von der Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung ( LANA) berufen wurde. Dieses Sachverständigengremium hat gemeinsam mit ehrenamtlichen und behördlichen Fledermauskundlern die Aufnahme eines Fledermaus-Monitoringprogramms beschlossen, das mit dem Großen Mausohr beginnen soll.


Bedeutende unterirdische Lebensstätten für Fledermäuse in Deutschland



Verteilung bedeutender unterirdischer Lebensstätten von Fledermäusen
Stand: 01.01.2004
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Karte mit der Verteilung bedeutender unterirdischer Lebensstätten von den beiden Fledermausarten Große und Kleine Hufeisennase. Es sind sowohl gemeinsame Lebenstätten (122 multi species sites) wie auch solche der Einzelarten (170 single species site) darg

Da die europäischen Fledermauspopulationen zum überwiegenden Teil ihren Winterschlaf in unterirdischen, frostfreien Quartieren halten, sind solche Lebensstätten für ihre Erhaltung existentiell. Winterschlafende Fledermäuse haben begrenzte Energiereserven und wachen bei Gefahr langsam auf. Störungen sind deshalb gefährlich für sie und müssen durch Schutzmaßnahmen verhindert werden. Die EUROBATS-Vertragsstaaten haben deshalb 1998 vereinbart, besondere unterirdische Lebensstätten für Fledermäuse zu identifizieren und ihre Erhaltung durch Schutz- und Pflegemaßnahmen sicherzustellen. Die Bundesländer haben zusammen mit der Bundesregierung eine Liste der bedeutenden unterirdischen Lebensstätten für Fledermäuse in Deutschland zusammengestellt. Sie umfasst 122 Quartiere von mehreren Arten und 170 Quartiere der Großen Hufeisennase oder der Kleinen Hufeisennase.


Fledermauswanderungen

Das Bundesamt für Naturschutz und das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn werteten bei einem Forschungsprojekt Beringungs- und Wiederfunddaten von 36 Fledermausarten aus (Hutterer et al. 2005). Die Ergebnisse zeigen, dass die untersuchten Arten in drei Gruppen unterteilt werden können:

Fernwanderer, die alljährlich 1.500 bis 2.000 km zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren zurücklegen können (Abendsegler, Kleinabendsegler, Rauhautfledermaus und Zweifarbfledermaus), regionale Wanderer, die über Entfernungen von 100 bis 800 km wandern (z.B. Großes Mausohr, Mopsfledermaus, Wasserfledermaus) und stationäre Arten, die keine weiten Wanderungen durchführen (z.B. Kleine Hufeisennase, Bechsteinfledermaus, Braunes Langohr).

Linktipps

 EUROBATS
Website des EUROBATS Secretariat

 Bonner Konvention
Offizielle Webseite der Bonner Konvention (CMS) in englischer Sprache

 GROMS
Weltregister wandernder Tierarten (Global Register of Migratory Species)

Letzte Änderung: 31.03.2014

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