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Biodiversität all inclusive - Dialog mit Vertretern der Tourismuswirtschaft zum Thema Biodiversität und Tourismus

Hintergrund

Foto: Arnold Morascher, WWF
Junior Ranger Camp Müritz Nationalpark

Durch den Verlust von Biodiversität können Ökosysteme aus dem Gleichgewicht geraten. Als Folge stehen Umweltdienstleistungen den Menschen nicht mehr zur Verfügung – beispielsweise zur Erholung von Körper und Geist durch das Erleben von Natur und Landschaft. Trotz ihrer elementaren Bedeutung – als unternehmensrelevante Grundlage insbesondere für die Tourismusindustrie – nimmt die biologische Vielfalt immer weiter ab. Das Thema Biodiversität spielt im Tagesgeschäft der Tourismusindustrie bisher häufig keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Der hier initiierte Branchendialog, macht die Berührungspunkte zwischen Tourismus und Biodiversität sichtbar. 

Das Projekt

Foto: Zig Koch, WWF

Die Nationale Strategie für die biologische Vielfalt (NBS) ist Rahmen und inhaltliche Richtschnur für den begonnenen Dialog mit der Tourismuswirtschaft. Insbesondere zu dem Ziel der NBS, dass die Erholungs- und touristischen Angebote und Infrastrukturen in Deutschland auf umwelt- und naturverträglichen Leitbildern basieren, konnten die teilnehmenden Tourismusunternehmen im Rahmen des Projektes explizit Angebote entwickeln, die dem Schutz und Erhalt von Biodiversität dienen und die Belastungen auf Natur und Umwelt minimieren. Des Weiteren wurde dem Ziel der NBS Rechnung getragen, welches vorsieht, dass bis 2020 10% der Tourismusanbieter ökologische Kriterien erfüllen sollen. Hier haben die Projektteilnehmer gemeinsam mit den Initiatoren WWF, NIT und BfN Maßnahmen und Kriterien erarbeitet und umgesetzt, die explizit Biodiversitätsaspekte im Tourismus berücksichtigen.

 

 

Die Ziele

Erlebnistour der Spreescouts Foto: Florian Bröcker, Spreescouts
Kind auf Erlebnistour im Spreewald

Ziel des Projektes ist es, einen intensiven und offenen Dialog mit Vertretern der Tourismuswirtschaft zum Thema Biodiversität zu führen und darin Ansätze und Maßnahmen zu entwickeln, die Artenvielfalt in unserem Land zu schützen und negative Auswirkungen touristischer Aktivitäten auf Biodiversität zu verringern. Im Austausch zwischen Experten aus Tourismus, Naturschutz und Politik soll gleichermaßen das Verständnis für den konkreten Zusammenhang von touristischer Aktivität und Übernutzung von Ökosystemen und Biodiversität geschärft und Anreize zur Kundengewinnung identifiziert werden.

Die Erfolge

Abschlussveranstaltung ITB 2013 (Foto: NIT/WWF)

Als Teilnehmer für den Dialog wurden sowohl kleine, mittelständische, aber auch große marktführende Unternehmen aus Tourismus und Hotellerie eingeladen: die Hotelgruppe Accor, Aventerra e.V., DER Touristik, ReNatour, Spreescouts und Europarc Detuschland e.V.. Der intensive Dialog motivierte zu unternehmerischem Handeln in Vertrieb, Produktentwicklung und Marketing und leistete dabei einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Die im Projektverlauf entwickelten Maßnahmen reichen u.a. von der Entwicklung von naturverträglichen Angeboten, Umstellung auf nachhaltigen Einkauf im touristischen Kerngeschäft, Schutz und Förderung von Biodiversität mit Kundeneinbindung, innerbetriebliche Schulungen und Fortbildung sowie Entwicklung von Reisebegleitmaterialien.


Ausblick

Einladungsplakat Mitarbeiterinformation DER Touristik
Einladungsplakat Mitarbeiterinformation DER Touristik

Die Praxisbeispiele der Tourismusunternehmen haben gezeigt, dass Reiseangebote und innerbetriebliche Abläufe umweltverträglich entwickelt und umgestaltet werden können, ohne dabei die Attraktivität für Urlauber zu schmälern. Mehr noch: Sie erhöhen die Attraktivität für die Kunden, die Mitarbeiter und auch für das Unternehmen. Das Projekt ist der Anfang eines intensiven Dialogs zwischen Tourismusbranche und Naturschutz. Alle beteiligten Unternehmen und Organisationen haben die Zusammenarbeit als Gewinn empfunden. Die Ergebnisse sind für jeden Außenstehenden transparent nachvollziehbar und die entwickelten Angebote stehen den Kunden zur Verfügung. Da die Ideen und Potenziale der Tourismusakteure noch lange nicht ausgeschöpft sind, setzen wir unseren Dialog bis 2015 fort.

Publikationen

Broschüre "Biodiversität all inclusive"
Titelei der Projektbroschüre "Biodiversität all inclusive"

 Broschüre: "Reisen in die Vielfalt"- Ergebnisse des Projektes "Biodiversität all inclusive" - Ein Dialog mit Vertretern der Tourismuswirtschaft zum Thema Biodiversität in Deutschland

Laufzeit

November 2011 - August 2013

(Folgeprojekt bis Juni 2015)

Förderprogramm

F+E Vorhaben "Tourismuswirtschaft und Biodiversität"

Projektträger

 WWF Deutschland,

Kontakt:  Martina Kohl

Beteiligte Partner

  • NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa)
  • Tourismusunternehmen

Fachbetreuung

 Barbara Engels, Fachgebiet I .2.2 "Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Tourismus und Sport"

Weitere Informationen

Logo der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
Logo der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt
Junior Ranger (Foto: Arnold Morascher, WWF)
Junior Ranger
Forscherblatt des Veranstalters ReNatour
Forscherblatt des Veranstalters Renatour
Veranstaltung ITB 2013 (Foto: WWF/NIT)
Veranstaltung ITB 2013

Letzte Änderung: 05.09.2013

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