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Erlebnis Grünes Band

Bezug zur Nationalen Biodiversitätsstrategie

Luftbild auf schlängelnden Fluss im Tal von Wald umgeben

Die Warme Bode bildete bis 1989 die unzugängliche Grenze. In ihrem Schatten konnte sie ihre naturnahe Struktur bewahren. Der Kolonnenweg als Rest der Grenzstruktur ist in großen Teilen des Grünen Bandes noch erhalten wie im Vordergrund dieses Bildes (Foto: Klaus Leidorf).

In der  Nationalen Biodiversitätsstrategie wird die Ausweisung ausreichend großer Schutzgebiete und deren Vernetzung zu funktional zusammenhängenden Biotopverbundsystemen als für die Erhaltung der biologischen Vielfalt von zentraler Bedeutung erachtet. Das nationale Biotopverbundsystem soll dauerhaft gesichert und Verbindungsgebiete und -elemente des länderübergreifenden Biotopverbunds sollen ausgewiesen werden. In diesem Zusammenhang wird die Sicherung des Grünen Bandes in Deutschland ebenso gefordert, wie seine Einbettung in ein europäisches Grünes Band. Die Erhaltung und Sicherung des Grünen Bandes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs wird in der Nationalen Biodiversitätsstrategie als Leuchtturmprojekt hervorgehoben.

Das Projekt

Das Grüne Band ist eine fast 1400 km lange zusammenhängende „Perlenschnur“ von verschiedenen, teils sehr wertvollen Biotopen, die sich aufgrund der Nutzungsruhe und Abgeschiedenheit im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze entwickelt hat.

Um dieses einzigartige Biotopverbundsystem von bundesweiter Bedeutung als Nationales Naturerbe und lebendiges Denkmal für die ehemalige Teilung Deutschlands langfristig zu erhalten, schlägt das Projekt „Erlebnis Grünes Band“ einen neuartigen Weg der Kooperation mit regionalen Akteuren ein.

Mit der Förderung einer Entwicklung, die durch die Verbindung von Naturschutz und Tourismus entscheidend zur regionalen Wertschöpfung beiträgt, soll eine dauerhafte Perspektive sowohl für die Menschen vor Ort als auch für die Natur geschaffen werden.


Karte vom Grünen Band

Karte der Modellregionen „Erlebnis Grünes Band (BUND-Projektbüro Grünes Band).

Dazu müssen die Landschaften entlang des Grünen Bandes mit ihrer Geschichte für Erholungssuchende und Urlauber erkennbar und aktiv erlebbar werden und ihr überregionaler Bekanntheitsgrad gesteigert werden.

Unter dem Leitgedanken „Natur erleben statt abschotten“ wurde im Rahmen einer Voruntersuchung ein naturtouristisches Leitbild und Marketingkonzept entwickelt.

Die praktische Umsetzung dieses Ansatzes erfolgt in drei Modellregionen mit unterschiedlichen naturräumlichen und touristischen Voraussetzungen jeweils unter einem eigenen Motto:


  • Elbe – Altmark – Wendland: „Grenzerfahrungen im Vierländereck“
  • Harz: „Harz ohne Grenzen – auf Harzer Grenzwegen durch Natur und Geschichte“
  • Thüringer Wald und Schiefergebirge / Frankenwald: „Das Grüne Band (inter)aktiv erleben“

In den Modellregionen werden Landschaftspflegemaßnahmen umgesetzt, ein Informationsangebot und eine einheitliche Beschilderung aufgebaut, Rad- und Wanderwege ausgewiesen, Ausstellungen und sogenannte „Grenzerfahrungspunkte“ eingerichtet, konkrete  naturtouristische Angebote erarbeitet sowie ein breites Spektrum von naturkundlichen, historischen und kulturellen Veranstaltungen durchgeführt. Eine länderübergreifend organisierte Projektleitung in jeder Modellregion bildet die Basis für eine umfassende grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Akteure aus Naturschutz, Verwaltungen und regionalen Tourismusorganisationen.

Die wissenschaftliche Begleitung evaluiert die Maßnahmen in den Regionen und unterstützt die regionalen Akteure durch die Entwicklung eines einheitlichen Erscheinungsbildes (Corporate Design), fachliche Beratung und eine übergeordnete Öffentlichkeitsarbeit. Ein zentrales Element hierbei ist die Erstellung einer Internetplattform mit umfangreichen Informationsangeboten zu Natur, Kultur und Geschichte des Grünen Bandes und zu den einzelnen Modellregionen mit einem kartenbasierten Erlebnisnavigator, konkreten Erlebnisangeboten und einem Gastgeberverzeichnis  unter  http:// www.erlebnisgruenesband.de.

Die bisherigen Ergebnisse des Vorhabens zeigen, dass der Ansatz einer gezielten und verstärkten Nutzung von Synergien zwischen Naturschutz und Tourismus sehr Erfolg versprechend ist.

Ausblick

Die intensive grenz- und sektorübergreifende Zusammenarbeit und die Verankerung des  E+E-Vorhabens und des Grünen Bandes in der Bevölkerung garantieren eine langfristige Perspektive für das Konzept. Die Ergebnisse, Produkte und Erfahrungen werden so aufbereitet, dass sie entlang des gesamten Grünen Bandes genutzt werden können. Dabei wird auch für ihre Einbindung in den Kontext des Europäischen Gründen Bandes gesorgt. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung sollen weitere Anrainerregionen des Grünen Bandes dazu animiert werden, erfolgreiche Ansätze aus diesem Projekt aufzugreifen.

Publikationen

  • Geidezis, L. & Fröhling, S. (2009): Erlebnis Grünes Band. Sonderheft Nationalpark. Wildnis-Mensch-Landschaft 144: 28-31.
  • Gerstner, S. & Leupold, D. (2009): Natur, Geschichte und Kultur erleben: Grenzerfahrungen am deutschen Grünen Band. Natur und Landschaft (84) 9/10: 441-446.
  • Ullrich, K., Riecken, U. & Geidezis, L. (2009): Das Grüne Band als touristische Destination. In: Engels, B. & Job-Hoben, B. (Bearb.): Nachhaltiger und naturverträglicher Tourismus – Strategien, Erfolgsfaktoren und Beispiele zur Umsetzung. Naturschutz und Biologische Vielfalt 79: 87-104.

Förderprogramm

Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben

Fachbetreuung

FG II 2.1, Dr. Karin Ullrich

Hauptvorhaben Elbe-Altmark-Wendland: Dr. Uwe Riecken

Weitere Informationen

Ehemaliger Grenzturm an der Elbe, der im Rahmen des Projektes renoviert und als Grenzerfahrungspunkt eingerichtet wurde. (Foto: Sascha Ziehe)

Ehemaliger Grenzturm an der Elbe

Wanderer auf dem ehemaligen Grenzstreifen im Harz zwischen Geisa und Sorge durch Entfernung der Fichtensukzession erhalten gefährdete Pflanzenarten wieder einen Lebensraum und Besucher einen freien Blick über das Grüne Band (Foto: Melanie Kreutz)

Ehemaliger Grenzstreifen im Harz zwischen Geisa und Sorge

Details der Beschilderung am Grünen Band - Ausschilderung der Wander- und Audioguide-Routen in der Region Thüringer Wald und Schiefergebirge/Frankenwald. Per Mobiltelefon, Audioguide oder MP3-Player können vor Ort authentische Zeitzeugenberichte oder Informationen über die Natur und touristische Sehenswürdigkeiten abgerufen werden (Foto: Sascha Ziehe)

Ausschilderung der Wander- und Audioguide-Routen

Letzte Änderung: 01.04.2010

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