Bundesamt für Naturschutz

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Naturbewusstsein

Bezug zur Nationalen Biodiversitätsstrategie

Logo der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt

Die im Jahr 2007 von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt hebt in Kapitel B 5 die Rolle des gesellschaftlichen Bewusstseins für die Erhaltung der biologischen Vielfalt hervor. Es wird die konkrete Vision formuliert, dass diese Erhaltung bis zum Jahr 2015 für mindestens 75 % der Bevölkerung zu den prioritären gesellschaftlichen Aufgaben zählt, ihre Bedeutsamkeit fest im Bewusstsein verankert ist und die Menschen ihr Handeln zunehmend daran ausrichten.

Mit der Naturbewusstseinsstudie 2009 wurde erstmals eine Datengrundlage geschaffen, um den Erreichungsgrad dieser Vision messen zu können und um Informationen über gängige Naturassoziationen und Einstellungen zu Natur und Naturschutz zu erhalten.

Das Projekt

Dialogforum "Naturbewusstsein", 23.-24. August 2010, BfN, Bonn
Dikussion beim Dialogforum

Für die Naturbewusstseinsstudie 2009 wurden deutschlandweit 2.015 Personen ab vollendetem 18. Lebensjahr und aus allen sozialen Gruppen zu Themen rund um Natur, Naturschutz und biologische Vielfalt befragt. Die nun veröffentlichte Studie spannt den Bogen von den Naturbildern, welche die Menschen in sich tragen, über die persönliche Bedeutung von Natur bis hin zu Wissen, Einstellung und Handlungsbereitschaft im Kontext der Erhaltung der biologischen Vielfalt.


Schutz der Natur
Grafische Darstellung des Befragungsergebnisses

Über 90 % der Befragten verbinden positive Assoziationen wie Erholung, Glück, Vielfalt und ein gutes Leben mit Natur. Naturschutz wird mehrheitlich als wichtige politische Aufgabe anerkannt und das Ziel, die Natur für zukünftige Generationen zu erhalten, erfährt eine breite Zustimmung. Äußerungen zu persönlichen Einstellungen zur Natur und ihrem Schutz offenbaren, dass für über 90 % der Deutschen der Mensch gleichzeitig Partner und Beschützer der Natur ist. Die wichtigsten Gründe für den Schutz der Natur werden in ihre Bedeutung für menschliche Gesundheit und Erholung (59 %) wie auch in der Verantwortung für nachfolgende Generationen gesehen (55 %). Eine große Mehrheit der Bevölkerung meint, dass die Wirtschaft (90%) einen stärkeren Beitrag zum Schutz der Natur leisten muss, aber auch das Engagement von Bürgerinnen und Bürger selbst (87%) ist gefragt. Während 59 Prozent der Bevölkerung den Staat in der Pflicht sehen, fühlen sich 68 Prozent persönlich verantwortlich, die Natur zu erhalten.


Bekanntheit des Begriffs "Biologische Vielfalt"
Abbildung der Befragungsergebnisse

Den Begriff der biologischen Vielfalt haben viele Bürgerinnen und Bürger bereits gehört, seine umfassende Bedeutung als Vielfalt der Arten, der Lebensräume sowie der Vielfalt der Erbinformationen in Sorten und Rassen kennen jedoch nur wenige. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt wird von drei Viertel der Bevölkerung prinzipiell befürwortet, jedoch stimmen nur 34 % voll und ganz zu, dass es sich hierbei um eine vorrangige gesellschaftliche Aufgabe handelt. Das in der NBS formulierte Ziel ist demnach noch lange nicht erreicht und es bedarf intensiver, zielgruppengerechter Kommunikations- und Bildungsarbeit, um den Wert der biologischen Vielfalt stärker in der Bevölkerung zu verankern. Die Studie liefert hierzu wichtige Hinweise.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen des NBS-Dialogforums „Naturbewusstsein“ am 23. und 24. August 2010 im Bundesamt für Naturschutz mit Vertreterinnen und Vertretern relevanter Akteursgruppen diskutiert. Die Dokumentation ist online abrufbar.


Ausblick

Die turnusmäßige Wiederholung der Naturbewusstseinsstudie ist geplant.

weiterführende Links / Publikationen

 Naturbewusstseinstudie 2009

 Dokumentation des Dialogforums Naturbewusstsein

Teile der Studie sind in die Erstellung von Indikatoren zur Erreichung der NBS-Ziele eingeflossen:  Indikatoren der NBS

Laufzeit

10/2008 bis 10/2010

Förderprogramm

Forschung- und Entwicklungsvorhaben

Projektträger

ECOLOG-Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung gGmbH, Hannover

Beteiligte Partner

  • Sinus Sociovision, Heidelberg (Unterstützung bei der Fragebogenentwicklung, Pretest, Bereitstellung des Milieu-Indikators)
  • Sociotrend, Leimen (Unterstützung bei den statistischen Analysen)
  • Marplan, Offenbach (Durchführung der Erhebung)
  • FuE-Vorhaben zum „Gesellschaftsindikator“: Philipps-Universität Marburg: Prof. Dr. Udo Kuckartz, Stefan Rädiker

Fachbetreuung

BfN : FG I 2.2, Dr. Christiane Schell, Andreas Mues

Weitere Informationen

Naturbewusstsein 2009
Titelbild "Naturbewusstseinstudie"

Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt

"Idyllische Natur" - Naturbilder in der Bevölkerung
Komposition Naturbild

Letzte Änderung: 29.10.2010