Bundesamt für Naturschutz

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Eingriffe in Natur und Landschaft

Grundsätzliches Ziel des Naturschutzes ist es, bei den verschiedenen Formen von Eingriffen in Natur und Landschaft die damit verbundenen Beeinträchtigungen der jeweiligen Schutzgüter zu prognostizieren und zu bewerten, sie wenn möglich zu vermeiden oder zu mindern oder sofern dies nicht möglich ist und die Vorhaben dennoch vorgehen, die entstandenen Beeinträchtigungen zu kompensieren.

Für diese verallgemeinerten Grundprinzipien bestehen verschiedene rechtliche Instrumente und Prüfnormen, zu denen u.a. die Eingriffsregelung, die FFH -Verträglichkeitsprüfung und die spezielle Artenschutzprüfung zählen. Zudem bestehen hier verschiedene Querbezüge zur Umweltverträglichkeitsprüfung oder bei Schadensfällen zur Umwelthaftung sowie zwischen den Instrumenten untereinander.

Zentrale methodische Grundlage aller Instrumente sind insbesondere die Methoden zur Wirkungsprognose und -bewertung für die jeweiligen mit den Eingriffsvorhaben verbundenen Wirkfaktoren (z.B. Flächeninanspruchnahme, Zerschneidung, Lärm-, Licht- oder Stoffemissionen). Hier gilt es, den Stand von Wissenschaft und Technik für die Praxis aufzubereiten und fortzuentwickeln. Für die wissenschaftliche Validierung der Prognosen sowie die Überprüfung der Wirksamkeit von Vermeidungs- oder Kompensationsmaßnahmen sind in der Praxis zudem u.a. verschiedene Formen von Nachkontrollen von Bedeutung.

Die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung hat zum Ziel, die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes auch außerhalb besonderer Schutzgebiete zu sichern und zu erhalten. Dieses Naturschutzinstrument konkretisiert damit den querschnittsbezogenen und flächendeckenden Anspruch des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

 zur Eingriffsregelung

Auch bei Eingriffsvorhaben sind die Vorschriften des besonderen Artenschutzes zu berücksichtigen, wobei nach § 44 Abs. 5 BNatSchG für zulässige Eingriffe spezielle Regelungen bestehen.
 zum Artenschutz bei Eingriffen

Die FFH -Verträglichkeitsprüfung ist das zentrale Schutzinstrument des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Pläne und Projekte sind vor ihrer Zulassung auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen eines möglicherweise betroffenen Natura 2000-Gebietes zu überprüfen.
 zur FFH -Verträglichkeitsprüfung

Als „Schädigung“ von Arten und natürlichen Lebensräumen im Sinne des Umweltschadensgesetzes gilt jeder Schaden, der erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Erreichung oder Beibehaltung des günstigen Erhaltungszustandes dieser Lebensräume oder Arten hat.
 zur Umwelthaftung bei Biodiversitätsschäden

Insbesondere bei großen Infrastrukturvorhaben bestehen aus den verschiedenen Rechtsnormen Prüfaufträge. Dabei gilt es, einerseits die relevanten Unterschiede zu beachten, andererseits jedoch auch im Interesse einer möglichst hohen Effizienz die Arbeitsschritte optimal abzustimmen und zu koordinieren.
 zum Verhältnis der naturschutzfachlichen Instrumente

Wirkungsprognosen dienen dazu, die von einem Vorhaben und seinen bau-, anlage- und betriebsbedingten Wirkfaktoren verursachten Auswirkungen auf die jeweils prüfgegenständlichen Schutzgüter zu ermitteln bzw. abzuschätzen.
 zu den Wirkungsprognosen

Nachkontrollen dienen der Überprüfung, ob im Verfahren beschlossene Vermeidungs- oder Kompensationsmaßnahmen entsprechend durchgeführt wurden und wirksam bzw. erfolgreich sind oder ob ein Bedarf zur Nachbesserung oder Nachsteuerung besteht.
 zu den Nachkontrollen

Kontakt

Fachgebiet II 4.2 - Eingriffsregelung, Verkehrswegeplanung

Letzte Änderung: 26.07.2011

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