Bundesamt für Naturschutz

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Übereinkommen über die biologische Vielfalt (1992)


Logo der CBD-Konvention

Convention on Biological Diversity ( CBD )


Vertragsparteien:

193 (Stand Januar 2012), Deutschland: Mitglied seit 1994


Ziele:

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (kurz: Biodiversitätskonvention) ist eines der Ergebnisse der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro im Jahr 1992. Die drei Ziele des Übereinkommens sind:

  • die Erhaltung der biologischen Vielfalt (auf den Ebenen der Ökosysteme, der Arten sowie der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten),
  • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile,
  • und die gerechte Aufteilung der aus der Nutzung der genetischen Ressourcen resultierenden Vorteile.

Es ist das weltweit umfassendste Abkommen zum Schutz der Natur und der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen. Bei der Umsetzung des Übereinkommens sollen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in ausgewogener Form berücksichtigt werden.


Funktionsweise:

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt ist ein rechtlich verbindliches Rahmenabkommen, das durch Beschlüsse der Vertragstaatenkonferenzen (Conference of the Parties, COP) und Protokolle zu bestimmten Themen (z.B. Cartagena Protokoll über Sicherheit in der Biotechnologie, "Biosafety Protocol") konkretisiert wird. Die Entscheidungen der COP stützen sich auf Empfehlungen, die der Wissenschaftliche, Technische und Technologische Ausschuss (Subsidiary Body on Scientific, Technical and Technological Advice, SBSTTA) in Zusammenarbeit mit weiteren Expertengruppen erarbeitet. Die Beschlüsse der COP müssen von den Mitgliedern umgesetzt werden, u.a. durch Gesetze, nationale Strategien, Aktionspläne oder Programme. Es bestehen Arbeitsprogramme zu verschiedenen ökosystembezogenen Themen (z.B. Biodiversität der Wälder) und zu übergreifenden Querschnittsthemen (z.B. Schutzgebiete). Regelmäßige Berichte dienen als Kontrollinstrument. Auf der Vertragsstaatenkonferenz 2002 wurde das "2010-Ziel" formuliert. Es strebt eine signifikante Reduzierung der gegenwärtigen Verlustrate an biologischer Vielfalt bis 2010 auf globaler, regionaler und nationaler Ebene an.

Im Rahmen des Abkommens wurde der Clearing-House Mechanism (CHM) als Vermittlungsmechanismus eingerichtet. Er soll die Zusammenarbeit auf den Gebieten des Übereinkommens fördern und als Plattform für Wissenschaftskooperation, Technologietransfer und Umweltbildung dienen. Als Finanzierungsinstrument wurde die GEF (Global Environment Facility) bestimmt, welche finanzschwächeren Ländern hilft, die bei der Umsetzung des Übereinkommens zusätzlich entstehenden Kosten zu tragen.


Sekretariat:

Secretariat of the Convention on Biological Diversity
413, Saint Jacques Street, suite 800
Montreal QC H2Y 1N9, Canada
Tel: +1 514 288 2220
Fax: +1 514 288 6588
E-Mailsecretariat@cbd.int


Aktivitäten des BfN:

Mitarbeit bei der Weiterentwicklung des Übereinkommens und internationale Zusammenarbeit (nach außen gerichtete Aktivitäten) sowie nationale Umsetzung der Beschlüsse und Empfehlungen (nach innen gerichtete Aktivitäten). Dabei arbeitet das BfN themenübergreifend, z.B. bei der Organisation von europäischen Expertentreffen im Vorfeld von Sitzungen des wissenschaftlich-technischen Ausschusses (SBSTTA), interdisziplinärer Expertentreffen zur Sichtung von Forschungsaktivitäten in Deutschland oder der Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen für Experten aus Mittel- und Osteuropa. Bei der Weiterentwicklung spezieller Schwerpunktthemen organisiert das BfN z.B. internationale Tagungen zur Entwicklung von international anwendbaren Regelungen (Guidelines) in den Bereichen: "Zugang zu genetischen Ressourcen" und "nachhaltiger Tourismus in ökologisch sensiblen Gebieten" und wirkt bei der Gestaltung des Clearing-House Mechanism, der Entwicklung des CBD Arbeitsprogramms zu Schutzgebieten, Finanzierungsfragen und der Konkretisierung des Ökosystemaren Ansatzes der CBD mit. Darüber hinaus berät das BfN deutsche und europäische Forschungsförderer bei ihrer Prioritätensetzung bei der Biodiversitätsforschung.


Letzte Änderung: 23.01.2012

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