Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU in China

Waldschutzgebiet des Jinggangshan Nature Reserve in der subtropischen Provinz Jiangxi (Autorin: Susanne Lehmann)
Die
Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU finanziert seit Ende 2008 Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas. Einer der Schwerpunkte der Internationalen Klimaschutzinitiative liegt im Bereich Förderung von Maßnahmen zum Schutz von Biodiversität mit Klimarelevanz. Hier werden insbesondere Projekte zum Erhalt von kohlenstoffspeichernden und somit klimarelevanten Ökosystemen wie Wäldern, Mooren und Feuchtgebieten gefördert. Durch Aktivitäten in diesem Bereich sollen vor allem die Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz verbessert werden.
Das IKI-Projekt in China "Deutsch-Chinesische Kooperationsplattform zum Schutz karbonspeichernder und artenreicher Ökosysteme" hat im Oktober 2008 begonnen und endet im September 2011. Es wird von der
Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH durchgeführt. Das BfN begleitet das Projekt von Beginn an fachlich. Eine besondere Bedeutung kommt neben der unmittelbaren fachlichen Beratung hierbei der Netzwerkarbeit mit nationalen und internationalen Wissenschaftlern zu, die über den Kontakt mit dem BfN ihre Expertise in das laufende Projekt einbringen.
Bei dem Vorhaben geht es insbesondere um die Entwicklung folgender Inhalte:
- Festlegung von Kriterien zur Bewertung von Ökosystemen als Kohlenstoffspeicher
- Entwicklung von Grundlagen für die Erstellung einer Bestandsaufnahme von karbonspeichernden und biodiversitätsreichen Ökosystemen in China
- Entwicklung von Strategien für das Management von Schutzgebieten in China
- Capacity Building zum Management von Schutzgebieten in China
- Unterstützung beim Aufbau von entsprechenden Verwaltungsstrukturen
- Aufbau von entsprechenden Datenbanken

Nachhaltiges Zusammenspiel von Mensch und Natur am Poyang Lake, Chinas größtem Süßwassersee (Autorin: Susanne Lehmann)
Im Rahmen des Projektes fanden bisher diverse Workshops in China statt, der erste im März 2009 (
Programm März 2009), der zweite im Oktober 2009 (
Programm Oktober 2009) und der dritte im August 2010 (s.u.). Bei den Workshops haben neben chinesischen Institutionen aus Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung, die Vereinten Nationen, die GTZ sowie Vertreter des BfN und deutsche Wissenschaftler teilgenommen.
Aktivitäten 2010
1. Freischaltung der Internetseite des Projektes
Das Projekt ist nach der Ausarbeitung der Methoden und der Auswahl der Pilotprovinz Jiangxi im Jahr 2009 in die Umsetzungsphase eingetreten. Die
Internetseite des Projektes wurde fertiggestellt und hält nun in englischer und chinesischer Sprache über die laufenden Aktivitäten und Ziele auf dem Laufenden. Zu finden sind dort neben dem allgemeinen Überblick über das Projekt auch zahlreiche Dokumente und Fotos.
2. Carbon Biodiversity Atlas der Provinz Jiangxi
Nach einer ersten Publikation von Daten zur
Verteilung von Biodiversität und Kohlenstoffgehalt in der Pilotprovinz Jiangxi, die bei der Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 präsentiert wurde, konnte nun bereits im November 2010 bei der Biodiversitätskonferenz in Nagoya eine erweiterte und ergänzte Fassung mit neuen Daten und Kartenmaterial vorgelegt werden.
3. Deutschlandbesuch einer chinesischen Delegation aus dem GTZ-Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)

Der Leiter des Nationalparks Unteres Odertal, Dirk Treichel, erklärt das Deichsystem zur regelmäßigen Überflutung der Wiesenflächen der Nasspolder. (Autor: Susanne Lehmann)
Auf einer von der GTZ organisierten Reise hatte eine elfköpfige chinesische Delegation die Gelegenheit neben dem BfN auch verschiedene andere Institutionen und ihre Naturschutzarbeit sowie einige Naturschutzgebiete in Deutschland kennenzulernen (
Programm der Studienreise). Die Delegation bestand im Wesentlichen aus Leitern verschiedener Schutzgebiete aus der
Pilotprovinz Jiangxi.

Gruppenfoto mit Experten des BfN, der GTZ, der HNE Eberswalde und Mitgliedern von CRAES (Chinese Research Academy of Environemental Sciences) und Wissenschaftlern aus der Provinz Jiangxi
Im Rahmen der Reise fand ein eintägiger Besuch des BfN in Bonn statt (
Programm Delegationsbesuch), das die Delegation auch weiter auf der Reise fachlich begleitete. Im Anschluss besuchte die Delegation im besonderen die
HNE Eberswalde. Dort wurde eine
Kooperation für fachliche Beratung bezüglich des Managements von Schutzgebieten beschlossen, die im Herbst 2010 mit einer Workshopreihe in Jiangxi startete. Ausserdem konnten sich die chinesischen Wissenschaftler im
Nationalpark Unteres Odertal und im UNESCO
Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit konkreten Maßnahmen zu Schutzgebietsmanagement im Rahmen des Klimawandels vertraut machen.
4. Fachlicher Austausch mit der HNE Eberswalde

Arbeitsgruppenergebnisse des Workshops der HNE Eberswalde zu Vulnerability Assessment mit Mitarbeitern des Poyang Lake Nanji Wedland National Nature Reserve (Autor: Christoph Nowicki)
Im Jahr 2009 stellte das BfN einen ersten Kontakt zwischen dem IKI-Projekt und der
HNE Eberswalde her. Daraufhin nahmen zwei Experten im Oktober 2009 am zweiten Projektworkshop am Poyang-See teil (
Workshopprogramm) teil. Im Mai 2010 erfolgte ein Besuch einer chinesischen Expertendelegation in der HNE Eberswalde (s.o. unter 3. Delegationsreise). Im Herbst 2010 wurden dann von der HNE Eberswalde im August und im November 2010 sehr erfolgreich zwei
Workshops zu Vulnerability Assessment für drei ausgewählte Schutzgebiete in der Pilotprovinz Jiangxi durchgeführt.
5. GTZ-Workshop auf Vilm: Biodiversity conservation and climate change in German development cooperation focusing on forests

Diskussion im Anschluss an die Präsentation des IKI-Projektes in China (Autor: Judith Jabs, BfN)
Bei einem Workshop der GTZ auf der Insel Vilm ging es insbesondere um neue Entwicklungen in der internationalen Waldpolitik unter besonderer Betrachtung der Rolle von Wäldern bei der Minderung und der Anpassung an den Klimawandel (
Zusammenfassung und Ergebnisse). Während des Workshops wurden auch die Entwicklungen und Ergebnisse im IKI-Projekt in China präsentiert (
Präsentation) und anschließend diskutiert.

