Das Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) der UNESCO

Das Programm "Der Mensch und die Biosphäre (MAB)" wurde 1971 von der UNESCO gegründet. Es ist ein zwischenstaatliches und interdisziplinäres Wissenschaftsprogramm, in dem mittlerweile mehr als 110 Staaten zusammenarbeiten. Das MAB-Programm untersucht die Beziehungen zwischen dem Menschen und der Biosphäre, wobei unter Biosphäre alle die Schichten der Erde zusammengefasst werden, die mit Lebewesen besiedelt sind, also Atmo-, Hydro- und Pedosphäre.

In der Praxis bietet das MAB-Programm den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, auf regionaler Ebene aber mit globalem Bezug nachhaltige Entwicklung, wie sie die Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 gefordert hat, zu praktizieren und damit zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beizutragen.
Das MAB-Programm verfügt über das einzigartige Instrument der
Biosphärenreservate. Das Prädikat eines UNESCO-Biosphärenreservats wird an interessierte Regionen vergeben, die bestimmte, international festgelegte Kriterien erfüllen. Es handelt sich um Ausschnitte repräsentativer Landschaften, in der alle Komponenten einer nachhaltigen Entwicklung - also ökologische, ökonomische und sozio-kulturelle Aspekte - beobachtet, erforscht und beispielhaft gelebt werden.
Weltweit gibt es derzeit (Stand Juni 2010)
564 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate in 109 Staaten. Sie bilden das
Weltnetz der Biosphärenreservate.

Mit der 1995 von der UNESCO Generalversammlung beschlossenen
Sevilla-Strategie und den Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate hat das Weltnetz der Biosphärenreservate einen neuen institutionellen und inhaltlichen Rahmen erhalten. Die Leitlinien schreiben Mindestkriterien und Mindestbedingungen vor, die für eine Anerkennung bzw. ein Teilnahme am Weltnetz unabdingbar sind. Jedes Biosphärenreservat soll drei komplementäre Funktionen erfüllen: Schutz-, Entwicklungs- und Forschungs- sowie Bildungsfunktion (conservation, development, logistic support). Auf der Grundlage des im Februar 2008 verabschiedeten Madrid Action Plan sollen die Leitlinien in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden.

