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Projektsteckbrief Balkan

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Grünen Band
Krisenprävention durch Naturschutz auf dem Westbalkan


Hintergrund:

Ohridsee (Bild: Uwe Riecken)

Ohridsee (Bild: Uwe Riecken)

Das  Grüne Band in Südosteuropa verläuft entlang der Grenze von Albanien, Kosovo und Mazedonien. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zerfiel das ehemalige Jugoslawien ab 1991 in mehrere Teilrepubliken, darunter Mazedonien. Gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen wurde von Serbien mit militärischen Mitteln vorgegangen. Nach dem  NATO-Militäreinsatz 1999 kam die Provinz Kosovo unter UN-Protektorat und erklärte sich 2008 zur Republik. Auch Albanien hat in den 1990er Jahren einen umfassenden politischen Transformationsprozess vollzogen. Die EU hat Mazedonien den Status als Beitrittskandidat eingeräumt und auch Albanien und Kosovo das Potenzial zugestanden.

Die  Europäische Initiative zum Grünen Band hat die Vision, ein Rückgrat eines Biotopverbundes von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer zu bilden, als Symbol für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz und für nachhaltige Entwicklung. Das Gebiet entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs soll in ein Netzwerk von international unter Schutz gestellten Lebensräumen verwandelt werden. Darüber hinaus soll die Initiative mithelfen, ein harmonisches Miteinander zwischen menschlichen Aktivitäten und der natürlichen Umgebung zu stärken und die soziökonomische Entwicklung der lokalen Bevölkerung zu fördern. In Südosteuropa sind zudem Konfliktprävention und internationale Verständigung von besonderer Bedeutung.


Das Projekt:

Hochgebirgszonen (Bild: Tomasz Pezold)

Hochgebirgszonen (Bild: Tomasz Pezold)

Das Projekt verstärkt die grenzüberschreitende Kooperation von Naturschutzakteuren im Grenzgebiet von Kosovo, Albanien und Mazedonien. Die Region zeichnet sich aus durch einen außergewöhnlichen Artenreichtum ihrer Hochgebirgszonen. Zur Zielgruppe gehören neben der ansässigen Bevölkerung sowohl staatliche Akteure (Schutzgebietsverwaltung, Grenzpolizei, wissenschaftliche Institutionen) als auch nichtstaatliche Akteure (Naturschutzverbände).

Ziele des Projekts:


  • Capacity Building bei Interessengruppen und Zivilbevölkerung für das Biodiversitätsmanagement im Projektgebiet,
  • Verstärkung der sektorübergreifenden und internationalen Kooperation im Naturschutz,
  • Sensibilisierung von Interessensgruppen und der Zivilbevölkerung für den Schutz von Naturdenkmälern im Grenzgebiet.

Das Projekt wird von der  IUCN mit nationalen Partnern vor Ort umgesetzt. Von 2008 bis 2009 lief das Vorhaben "All Along the Watchtowers" und von 2009-2010 das Vorhaben "Walk on the Wild Side". Das Projekt wird CO2-neutral durchgeführt. 


Zivil-militärische Kooperation:

Regenbogen (Bild: Tomasz Pezold)

Regenbogen (Bild: Tomasz Pezold)

In diesem Zusammenhang wird auch die Akzeptanz der Arbeit von bewaffneten Grenzpolizisten entlang der Grenze verbessert, bspw. durch eine stärkere Integration in die lokalen Gemeinschaften. Der Schutz gemeinsamer Naturwerte und einer einzigartigen Biodiversität durch die Grenzpolizei erleichtert deren Integration. Informationen zur Natur am südosteuropäischen Grünen Band wurden in einem Naturführer anschaulich aufbereitet.


Capacity Building:

Teilnehmer vom Westbalkan auf der Studienreise in deutsche Nationalparks

Teilnehmer vom Westbalkan auf der Studienreise in deutsche Nationalparks (Bild: Florian Carius)

Zur Erreichung der Ziele fanden 2010 ein Trainingsseminar in Mazedonien und eine Studienreise in die Nationalparke Sumava (Böhmerwald/Tschechien), Bayerischer Wald und Berchtesgaden zu Management und Finanzierung von Schutzgebieten, Biodiversitäts-Monitoring (mit Schwerpunkt auf Großraubtieren), EU-Naturschutzpolitik und Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit statt. Als Ergebnis des Projekts wurden Best Practice-Beispiele für länderübergreifende Naturschutzkooperationen in einer  Broschüre zusammengestellt.


Publikationen:

Strauss, A. & Pezold, T. [Redaktion] (2009):  All Along the Watchtowers: Field guide for the South Eastern European Green Belt. - Belgrad: IUCN. viii + 78 S.

Vasilijevic, M. & Pezold, T. [Redaktion] (2011):  Crossing Borders for Nature: European examples of transboundary conservation. - Beldrad: IUCN. x + 73 S.

Vasilijevic, M; Pezold, T.; Spangenberg, A.; Schneider-Jacoby, M. & Carius, F. (2012): Grenzüberschreitender Naturschutz auf dem Westbalkan. In:  Natur und Landschaft, Heft 9/10, Jahrgang 87. S. 425-429.


Projektinformation:

Projektlaufzeit: seit 2008

Förderprogramme: Interministerieller  Ressortkreis Zivile Krisenprävention;  Beratungshilfeprogramm des BMU

Länder: Albanien, Kosovo, Mazedonien

Projektpartner:  IUCN-Projektbüro für Südosteuropa in Belgrad/Serbien (Ansprechpartner: Tomasz Pezold),  REC Albania,  REC Kosovo,  Ecologists' Movement of Macedonia (DEM)


Projektmanagement im BfN:

Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Kontakt:  Florian Carius


Aktuelles

Pressemitteilung des BfN:
 Naturschutz ohne Grenzen

 

Presseinformationen über die Studienreise nach Böhmen und Bayern:

-  IUCN (engl.)

-  Nationalpark Berchtesgaden

-  Wochenblatt (Landshut)

 

Letzte Änderung: 07.09.2012

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