Workshop deutscher Akteure zu Chinas Biodiversität im September 2008

Feuchtgebietsökosystem am Poyang Lake Nature Reserve, Jiangxi (Autorin: Susanne Lehmann)
In der jüngsten Vergangenheit sind das weltpolitisch steigende Gewicht Chinas, die global spürbaren Auswirkungen seiner wirtschaftlichen Entwicklung und die gravierenden und ebenfalls weltweit wirksamen Umweltbelastungen zunehmend deutlicher zu Tage getreten. Es liegt im Interesse Deutschlands, zu einer Lösung der von den Entwicklungen in China verschärften globalen Probleme beizutragen. Im Umweltbereich verbindet Deutschland und China bereits eine enge Zusammenarbeit, hingegen sind Biodiversitäts- und Naturschutzthemen bisher weniger aufgegriffen worden, was der Bedeutung Chinas als Megadiversitätsland und als wichtigem Partner bei internationalen Verhandlungen nicht gerecht wird.
Die Bundesregierung unterstützt deshalb Forschungs-, Entwicklungs- und Trainingsprogramme und -projekte in diesen Bereichen. Um Synergien noch besser zu nutzen und die Effizienz der deutschen Zusammenarbeit mit China weiter zu erhöhen, fand daher auf Einladung des BfN ein Fachworkshop zur Biodiversität statt, der einen Beitrag zur ressortübergreifenden Kooperation in der umweltpolitischen Zusammenarbeit mit China leistete.
Ziel der Veranstaltung im September 2008 war der Austausch deutscher Akteure über aktuelle und geplante Programme und Projekte, Partnerorganisationen sowie Konzepte und Schwerpunkte zum Thema Biodiversität in China. Darüber hinaus gab der Workshop aber auch Gelegenheit, die Schwerpunkte und Handlungsstrategien eines zukünftigen Engagements der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Bereich Biodiversität zu diskutieren und die Möglichkeiten einer engeren Kooperation und Vernetzung deutscher Organisationen zu erörtern. Die Veranstaltung diente auch dazu Empfehlungen für den strategischen Umweltdialog des BMU zu erarbeiten.

Ökosystem tropischer Wälder im Jinggangshan Nature Reserve, Jiangxi (Autorin: Susanne Lehmann)
Es nahmen Vertreter von BMU, BMZ, BMELV, KfW, gtz, und DIE teil. Alle teilnehmenden Organisationen sind seit Jahren in China tätig, die wenigsten Projekte haben allerdings einen namentlichen Bezug zu Biodiversität, sind aber über die Verbindung mit Landnutzung, Ökosystemleistungen und Klimaschutz sehr wohl relevant für den Biodiversitätserhalt.
Im Zusammenhang mit Schutzgebieten, zum Beispiel, besteht offenbar noch großer Bedarf an fundierter Expertise, wie auch im Bereich Management und hier insbesondere zu Konzepten, Umsetzungsstrategien, Qualitätskriterien, etc.
Alle am Workshop teilnehmenden Organisationen hielten es für richtig, den Themen zunehmende Aufmerksamkeit zu geben, um natürliche Ressourcen und die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen auch für nachfolgende Generationen zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Dabei ist es wichtig die weiteren politischen Umweltstrategien Chinas - insbesondere auch in ländlichen Regionen – im Auge zu behalten. Dies erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Wasser-, Wald- und Biodiversitätsschutz, zum Beispiel, greifen eng ineinander. Urbane Entwicklung muss auch das Umland mit einbeziehen. Durch eine koordinierte Zusammenarbeit lassen sich Synergien erzielen, die die durch Deutschland unterstützten Projekte effektiver gestalten. Der Workshop gab die Gelegenheit, über den Austausch hinaus, auch strategisch nachzudenken und die Begründung neuer Allianzen zu initiieren.
Im Kontext der deutschen EU-Zusammenarbeit soll hier auch auf ein Programm der EU mit China im Rahmen eines besonderen Projektes zum Schutz der Biodiversität hingewiesen werden. Nähere Informationen finden sie
hier.

