Bundesamt für Naturschutz

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Abgeschlossene F+E-Vorhaben

Handbuch "Methoden zur Erfassung der FFH-Arten der Anhänge IV und V"

FKZ: 804 82 025

Laufzeit: 15.09.2004 - 28.10.2005

Laut FFH -Richtlinie Art. 11 ist eine regelmäßige Erfassung des Erhaltungszustandes aller Anhangs-Arten vorgeschrieben. Die wichtigsten Ergebnisse müssen regelmäßig in Form der "Nationalen Berichte" an die EU weitergeleitet werden. Für die Durchführung des Monitorings und die Bewertung des Erhaltungszustandes sind die Länder zuständig. Die erhobenen Daten müssen aber auf Bundesebene bzw. auf der Ebene der Biogeografischen Regionen zusammengefasst werden. Daher ist eine Harmonisierung der Erhebungen und der Bewertungsvorgaben anzustreben. Nach der Publikation mit den Arten des Anhangs II liegt jetzt nach Abschluss dieses Vorhabens auch ein Handbuch mit Methodenempfehlungen für die Arten Anhänge IV und V vor.

Für das Handbuch wurden für die Artengruppen von Experten Methodenempfehlungen zur Erfassung der Populationsgröße und -struktur, der Habitatqualität und der Beeinträchtigungen formuliert. Diese Arbeiten mussten betreut und koordiniert werden, da sie in das Gesamtkonzept der Erfassung und Bewertung des Erhaltungszustandes Eingang finden müssen. Außerdem war es notwendig, die von den Ländern geleisteten Vorarbeiten zu berücksichtigen. Im Rahmen des Vorhabens wurde ein Großteil der redaktionellen Arbeit geleistet.

Publikation: Doerpinghaus, A.; Eichen, C.; Gunnemann, H.; Leopold, P.; Neukirchen, M.; Petermann, J. & Schröder ,E. (2005): Methoden zur Erfassung von Arten der Anhänge IV und V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 20, 449 S.  Direkt beim Landwirtschaftsverlag bestellen

Konzeptionelle Umsetzung der EU-Vorgaben zum FFH-Monitoring und Berichtspflichten in Deutschland

FKZ: 805 82 013

Laufzeit: 08.09.2005 - 30.11.2008

Mit dem Konzept liegt ein Vorschlag für ein abgestimmtes Vorgehen der Bundesländer für das Monitoring des Erhaltungszustandes von Lebensraumtypen und Arten der FFH _Richtlinie in Deutschland vor (pdf-Datei kann bis zur endgültigen Publikation als BfN-Skript auf Anfrage bereitgestellt werden, Ansprechpartner s.u.). Dieses Konzept wurde im Rahmen des F+E -Projektes „Konzeptionelle Umsetzung der EU-Vorgaben zum FFH -Monitoring und Berichtspflichten in Deutschland“ vom Büro PAN, München sowie der Universität Münster (ILÖK) in intensiver Abstimmung mit den Fachbehörden der Bundesländer und dem Bundesamt für Naturschutz erarbeitet. Anlass des Vorhabens ist die Verpflichtung der EU-Mitgliedsstaaten, die Erfassung und Bewertung des Erhaltungs­zustandes der FFH -Schutzgüter auf Ebene der biogeografischen Regionen nach Artikel 11 der FFH -Richtlinie auf Grundlage eines Monitoringsystems vorzunehmen. Daher wurde der ständige Ausschuss Natura 2000 von der LANA beauftragt, einen Vorschlag für ein länderübergreifendes, stichprobenbasiertes Monitoring zu erarbeiten, welches bei einem harmonisiertem Vorgehen zu erheblichen Kosteneinsparrungen in den Bundesländern führt. Der Bund unterstützte das Vorhaben im Rahmen dieses F+E -Projektes. In ihrer 97. Sitzung am 6./7. März 2008 hat die LANA die Umsetzung eines bundeseinheitlichen stichprobenbasierten Monitorings basierend auf dem hier vorgelegten Vorschlag beschlossen.

Praxisnähe und Kosteneffizienz einerseits und die Erfüllung der von EU-Seite formulierten Anforderungen (v. a. gemäß DocHab) andererseits standen bei der Entwicklung des Konzeptes im Vordergrund. Für die Arten und Lebensräume konnte durch Anpassung und Operationalisierung der Empfehlungen aus den bestehenden Bewertungsbögen eine erhebliche Reduktion des Aufwandes (z. B. durch eine gerade noch wissenschaftlich tragbare Reduktion der Anzahl von Untersuchungsjahren, Begehungen und Stichproben) und eine optimale Ausnutzung von Synergieeffekten (durch Nutzung von Daten aus der Biotop­kartierung, aus dem Monitoring zur WRRL, aus dem Wattenmeer-Monitoring und der Bundeswaldinventur) erreicht werden. Gleichzeitig ist das Konzept so strukturiert, dass auch bestehende Untersuchungsprogramme auf Länderebene integriert werden können. Die insgesamt erreichten Effizienzgewinne gegenüber eigenständigen, nicht abgestimmten Konzepten der Bundesländer werden auf mindestens 80 % geschätzt.

Nach einer einleitenden Beschreibung der Zielsetzung dieses Konzepts (Kap. 1), werden in Kap. 2 die relevanten von der EU und der LANA vorgegebenen Rahmenbedingungen beschrieben. Kapitel 3 behandelt die Frage, in welchen Teilen des Monitoring-Konzepts Standardisierungen, d. h. eine Abstimmung zwischen den Bundesländern erforderlich sind und welche Monitoring-Methoden grundsätzlich in Frage kommen.

Wesentlich ist die Definition einer Untersuchungsfläche (z. B. im Sinne einer „Stichproben­einheit“) (Kap. 4); im vorliegenden Konzept entspricht diese bei den meisten Schutzgütern einem Vorkommen einer Art oder eines Lebensraumtyps. Für jedes Schutzgut und jede Messgröße werden dabei konkrete Vorschläge für eine pragmatische Abgrenzung entwickelt (Anhang 2–5).

Kapitel 5 nennt explizit die Arten und Lebensraumtypen, die im Rahmen dieses Konzeptes behandelt werden und nennt für die übrigen Schutzgüter die Konzepte oder Erfassungs­programme, durch die der Erhaltungszustand bereits abgebildet wird. Kapitel 6 geht auf das Stichproben-Monitoring ein: es wird empfohlen, die meisten Parameter in Anlehnung an die Bewertungsbögen in Kategorien zu bewerten, so dass ein vergleichsweise kleiner Stichpro­benumfang von 63 Untersuchungsflächen pro Schutzgut und biogeografischer Region genügt, um Aussagen mit hinreichender statistischer Genauigkeit zu ermöglichen. Lebens­raumtypen und Arten mit weniger als 63 Vorkommen werden vollständig erfasst (Totalzen­sus). Es wird empfohlen, ein verbundenes Design mit festen Untersuchungsflächen zu verwenden. Das Monitoring von Schutzgütern, die mindestens zu 80 % in FFH -Gebieten vorkommen, kann auf diese Gebiete beschränkt werden. Außerdem wird das Ergebnis der Verteilung der Stichproben auf die einzelnen Bundesländern dargestellt (Anhang 10) und Verfahren beschrieben, wie in den Ländern geeignete Untersuchungsflächen ausgewählt werden können.

Die Empfehlungen zu den einzelnen Bewertungsparametern des DocHab sind im Wesentlichen (Kap. 7): 

  • Das Verbreitungsgebiet wird auf der Basis von TK-25-Raster-  Verbreitungskarten festgelegt.
  • Die Messgröße für die Gesamtpopulationsgröße wird artspezifisch festgelegt und kann von der Vollerfassung aller Individuen bis zur Anzahl besiedelter TK-25-Blätter reichen.
  • Die Populationsentwicklung (Trend) soll in den Untersuchungsflächen überwacht werden.
  • Die Erfassung der Populationsstruktur ist optional und wird nur bei Arten empfohlen, bei denen Aussagen zur Populationsstruktur ohne Mehraufwand möglich sind.
  • Die Habitatgröße kann nur in wenigen Fällen direkt festgestellt werden. In der Regel werden indirekte Messgrößen wie die Anzahl besiedelter TK-25-Blätter vorgeschlagen.
  • Die Habitatqualität soll ebenfalls in aller Regel in den Untersuchungsflächen auf der Basis der Empfehlungen aus den Bewertungsbögen bewertet werden.
  • Die Fläche der Lebensraumtypen kann nur in Verbindung mit anderen Untersuchungs­programmen (insbesondere der Biotopkartierung) erfasst werden. Da diese in der Regel längere Aktualisierungszeiträume haben, als die von der EU für das FFH -Monitoring vorgegeben sind, wird empfohlen, kurzfristige Trends im Rahmen des Stichproben-Monitorings zu erfassen.
  • Die Strukturen und Funktionen der Lebensraumtypen sollen auf den Untersuchungs­flächen beschrieben werden.
  • Die Bewertung der Zukunftsaussichten besteht aus drei Komponenten: die Einschätzung der langfristigen Überlebensfähigkeit und der zukünftigen Gefährdungen sollen aufgrund ihres Prognosecharakters per Expertenvotum erfolgen, während die aktuellen Beeinträch­tigungen in den Untersuchungsflächen erfasst werden. 

Im Sinne eines möglichst effizienten Datenaustauschs werden in Kap. 11 Vorschläge für die Struktur von Datenblättern zur Zusammenführung auf Bundesebene gemacht. 


Der Abschlussbericht steht als BfN-Skript 278 unter www.bfn.de/0502_skriptliste.html  als pdf-Datei bereit. 

Ergänzende Arbeitsmaterialien für die Umsetzung in den Ländern (Bewertungsschemata) sind bereits unter  Monitoring FFH -Richtlinie verfügbar.

Forschungsnehmer

PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH
Rosenkavalierplatz 10
81925 München

 http://www.pan-partnerschaft.de/

AG Biozönologie
Institut für Landschaftsökologie
Westfälische Wilhelms-Universität
Robert-Koch-Str. 26
48149 Münster

 http://biozoenologie.uni-muenster.de/

Ansprechpartner im BfN

Melanie Neukirchen  Melanie.Neukirchen@bfn.de

FG II 1.3

Letzte Änderung: 18.02.2010

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