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Anbindung an bestehende Beobachtungsprogramme

Grundsätzlich erscheint es sinnvoll, bereits bestehende Beobachtungsprogramme in das GVO-Monitoring einzubinden bzw. vorhandene Beobachtungsdaten auszuwerten.

Auch die Richtlinie 2001/18/EG empfiehlt für die allgemeine Beobachtung, bestehende umwelt- und naturschutzfachliche sowie landwirtschaftliche Beobachtungsprogramme zu nutzen, sofern sie dafür geeignet sind.

Vor diesem Hintergrund wurden die Umweltbeobachtungsprogramme des Bundes und der Länder auf Nutzungsmöglichkeiten geprüft (Züghart & Breckling 2003) und Modelle für eine Einbindung auf regionaler Ebene entwickelt (Graef et al. 2005). Um eine Anbindung des GVO-Monitorings an bestehende Umweltbeobachtungsprogramme zu ermöglichen, bzw. die Daten für das Monitoring sinnvoll auswerten zu können, müssen  folgende Anforderungen erfüllt sein: 

  • Erhebung von Daten, welche für das GVO-Monitoring von Aussagekraft sind
  • Räumlicher Bezug zwischen GVO-Anbauflächen und weiteren potenziell betroffenen Gebieten und den Beobachtungsflächen
  • Räumliche Repräsentativität der Beobachtungsflächen
  • Geeigneter Erhebungsturnus und Erhebungsmethodik
  • Dauerhafte Sicherstellung des Betriebs und der Beobachtungsflächen
  • Datenverfügbarkeit
  • Möglichkeiten der Erweiterung oder Anpassung des Beobachtungsprogramms

Erste Erfahrungen mit der Erweiterung eines bestehenden Beobachtungsprogramms um Fragestellungen des GVO-Monitorings hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen gesammelt. Die Erhebungen im Rahmen der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS http://www.lanuv.nrw.de/natur/monitor/OEFS_NRW.htm wurden um die Erfassung von potenziellen Kreuzungspartnern von Raps und den molekularbiologischen Nachweis von Auskreuzungsereignissen ergänzt. Eine neuerliche Prüfung des Konzepts der ÖFS als Instrument für das GVO-Monitoring (Middelhof et al. 2005) ergab, dass mit vergleichsweise wenig Aufwand eine umfangreiche Nutzung der ÖFS im GVO-Monitoring möglich wäre.

Der von der Firma Monsanto in 2008 umgesetzte Monitoringplan  http://www.bvl.bund.de/DE/08__PresseInfothek/00__doks__downloads/
Monitoringplan,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Monitoringplan.pdf
für den Anbau von MON810 in Deutschland sah die Auswertung der öffentlich zugänglichen Daten von fünf Beobachtungsprogrammen vor. Dies war ein erster Versuch die Daten bestehender Programme für das GVO-Monitoring zu nutzen. Zwei wesentliche Schlussfolgerungen können aus den Erfahrungen gezogen werden:

  • Die Beobachtungsprogramme bzw. die Daten müssen im Vorfeld einer detaillierten fachlichen Prüfung unterzogen werden, ob sie sich für die Zielstellung des GVO-Monitorings eignen.
  • Die Verfügbarkeit der Daten muss im Vorfeld sichergestellt werden. Die Erhebungen werden häufig durch Ehrenamtliche durchgeführt (z. B. Vogelmonitoring, Tagfaltermonitoring). Wenn diese Daten für das GVO-Monitoring genutzt werden sollen, müssen unter Einbeziehung aller Beteiligten Kooperationsmodelle vereinbart werden.

Literatur:

Graef, F.; Züghart, W.; Hommel, B.; Heinrich, U.; Stachow, U. & Werner, A. (2005): Methodological scheme for designing the monitoring of genetically modified crops at the regional scale. - Environmental Monitoring and Assessment 111(1-3): 1-26. DOI: 10.1007/s10661-005-8044-5

Middelhoff, U.; Hildebrandt, J. & Breckling, B. (2005): Die Ökologische Flächenstichprobe als Instrument eines GVO-Monitorings. -  BfN-Skripten 172. (pdf-Datei, 1 MB)

Züghart, W. & Breckling, B. (2003): Konzeptionelle Entwicklung eines Monitoring von Umweltwirkungen transgener Kulturpflanzen. Teil 1 und 2. - UBA-Texte 50/03, Umweltbundesamt, Berlin: 543 S.

 

Letzte Änderung: 18.02.2010

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