Bundesamt für Naturschutz

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Ergebnisse des Arbeitskreises "Gewässer"

Der Bund-Länder-Arbeitskreis " FFH -Berichtspflichten Gewässer" unter der Leitung von Dr. Thomas Schoknecht hat seine Arbeiten abgeschlossen. In  NuL 2004, Heft 7 werden die erarbeiteten Empfehlungen beispielhaft für den Lebensraumtyp 3160 "Dystrophe Seen" in einem Kurzbeitrag dargestellt.

Die Bewertungsschemata für die Standgewässer-Lebensraumtypen

Da die Bewertung von Teichen als sekundäre, anthropogen geprägte Stillgewässer nicht analog zu der von natürlichen Stillgewässern erfolgen kann, wurden hierfür separate Bewertungsschemata erstellt.

Übersicht Bewertungsschemata
Sehr nährstoff- und basenarme Stillgewässer mit Strandlings-Gesellschaften  3110, pdf-Datei
Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer mit Strandlings- oder Zwergbinsen-Gesellschaften (inkl. Bewertungsschema für Teiche)  3130, pdf-Datei
Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche kalkhaltige Stillgewässer mit Armleuchteralgen  3140, pdf-Datei
Natürliche und naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer mit Laichkraut- oder Froschbiss-Gesellschaften (inkl. Bewertungsschema für Teiche)  3150, pdf-Datei
Dystrophe Stillgewässer  3160, pdf-Datei
Temporäre Karstseen und -tümpel  3180, pdf-Datei

Die Bewertungsschemata für die Fließgewässer-Lebensraumtypen

Um Synergieeffekte nutzen zu können und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, lehnt sich die Erfassung und Bewertung der Fließgewässer-Lebensraumtypen möglichst eng an die Bewertungsvorschriften der Wasserrahmenrichtlinie an.

Übersicht Bewertungsschemata
Fließgewässer mit flutender Wasservegetation  3260, pdf-Datei
Flüsse mit Gänsefuß- und Zweizahn-Gesellschaften auf Schlammbänken  3270, pdf-Datei

Die Grenz- und Schwellenwerte zu den einzelnen Parametern für die Zuordnung zu den Bewertungsstufen sind in den Bewertungsmatrices grau hinterlegt, da die endgültige Festlegung in der Verantwortung der Länder liegt. Die Schwellenwerte sollen hinsichtlich der regionalen und naturräumlichen Gegebenheiten bzw. Besonderheiten konkretisiert werden. Natürlicherweise arten- und strukturarme Ausprägungen der LRT müssen von den Vorgaben abweichend bewertet werden.

Die drei Bewertungskriterien:

  • Habitatstrukturen
    Die Bewertung der Habitatstrukturen erfolgt abgestimmt auf den jeweiligen Lebensraumtyp (LRT) anhand der Vollständigkeit und der Ausprägung der wertgebenden Vegetationsstrukturelemente. Bei der Verrechnung werden die charakteristischen Vegetationsstrukturelemente des Wasserkörpers höher bewertet als die Merkmale der Verlandungszone.
  • Lebensraumtypisches Arteninventar:
    In der Regel wird die Anzahl der lebensraumtypischen Pflanzenarten für die Bewertung der Vollständigkeit des lebensraumtypischen Arteninventars herangezogen. Bei einigen LRT werden die Arten hinsichtlich ihres ökologischen Schwerpunktes eingestuft. Anhand dieser Zuordnung erfolgt dann unter Berücksichtigung der Häufigkeit die Zuordnung zu der Wertstufe, in der die Summe der Arten bzw. Häufigkeiten am größten ist (siehe z. B. 3160).
    Da die Dystrophen Seen (3160) durch Pflanzenarten nur schwach charakterisiert sind, wird hier die zusätzliche Erhebung der Libellenfauna empfohlen. Bei den anderen LRT kann die Einbeziehung von weiteren lebensraumtypischen Tierartengruppen in die Bewertung fakultativ erfolgen.
    Für die Turloughs (3180) kann die Bewertung nicht anhand des Artenspektrums vorgenommen werden, da i. d. R. kein typisches Arteninventar ausgeprägt ist.
  • Beeinträchtigungen:
    Einzelne Beeinträchtigungen, wie z. B. die intensive touristische Nutzung, werden gutachterlich eingeschätzt, während für andere Beeinträchtigungen, wie die Verbauung bzw. Nutzung der Ufer, die Einstufung anhand der prozentualen Überformung des Ufers stattfindet.
    Bei dem Parameter Beeinträchtigungen werden für die Bewertung die Untermerkmale nicht verrechnet, sondern ausschlaggebend ist das Untermerkmal, welches am schlechtesten bewertet wurde, also die stärkste Beeinträchtigung darstellt.

Letzte Änderung: 02.01.2006

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