Bundesamt für Naturschutz

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Natura 2000 und Klimaänderung


Das Bundesamt für Naturschutz koordiniert ein F+E zu "Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel - Risiken und Handlungsoptionen". Projektpartner sind das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, UFZ Umweltforschungszentrum Halle, Johannes Gutenberg Universität Mainz sowie die Fachhochschule Eberswalde. Weitere Informationen finden Sie beim  Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung

Ziel des Projekts ist es die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schutzgebiete Deutschlands bzw. die in ihnen vorkommenden seltenen und gefährdeten Arten und Lebensräume zu erforschen sowie Anpassungsmöglichkeiten des Naturschutz an den Klimawandel zu untersuchen. Als wichtiges Projektergebnis zeigen das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das BfN im Internet, wie der Klimawandel die Schutzgebiete Deutschlands beeinflussen könnte. Auf der Internetseite  „Klimawandel und Schutzgebiete“ des PIK sind Informationen zum bisherigen regionalen Klima und zu jeweils zwei Szenarien zum zukünftigen Klima für über 4000 Schutzgebiete interaktiv abrufbar.

Der Klimawandel wird zwar als global recht gleichförmiger Trend wahrgenommen, kann sich aber regional sehr unterschiedlich ausprägen. Insbesondere für die geografische und jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge sind für Deutschland regional unterschiedliche Trends zu erwarten, während für die Temperaturentwicklung eine gleichförmigere Entwicklung angenommen wird. Für die meisten der Lebensräume ist die klimatische Wasserbilanz ein prägender Faktor. An vielen Standorten könnten nicht nur wärmere, sondern insbesondere in den Sommermonaten auch trockenere Bedingungen herrschen. Die Differenz zwischen Niederschlägen und der möglichen Verdunstung kann dann eine negative Bilanz ergeben.

Wie sich das Klima verändern könnte, wurde mit dem am PIK entwickelten regionalen Klimamodell „STAR“ berechnet. Für das Bundesgebiet ergaben die Annahmen über den künftigen Verlauf der Emissionen eine Erwärmung um etwa 2,1 Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau bis zur Mitte dieses Jahrhunderts (mit nur geringen Abweichungen für die verschiedenen Schutzgebiete).

Um das gesamte Spektrum der möglichen Entwicklung von Niederschlägen und Wasserverfügbarkeit abzudecken, sind pro Schutzgebiet neben den bisherigen Klimadaten zwei Extremszenarien berechnet worden: das Trockenste und das Niederschlagsreichste. Die Modellierungsergebnisse gelten für die Standorte der Klimastationen des Deutschen Wetterdienstes. Sie wurden anschließend auf die geographischen Mittelpunkte der über 4000 Natura 2000-Gebiete umgerechnet. Diese Natura 2000-Gebiete umfassen häufig bestehende Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate und Nationalparke. Die Referenzperiode von 1961 bis 1990 wird dabei den zwei Zukunftsprojektionen für den Zeitraum 2026 bis 2055 gegenüber gestellt.


Beispielhaft sind für das FFH -Gebiet 1648-302 „Küstenlandschaft Südostrügen" in den folgenden Diagrammen die beiden Extremszenarien zur zukünftigen Klimaentwicklung dargestellt.

FFH-Gebiet "Küstenlandschaft Südostrügen" - feuchtes und trockenes Szenario für die Klimaentwicklung von 2007 bis 2055 - Jahresmitteltemperatur und Jahresniederschlagssumme

Letzte Änderung: 15.09.2009

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