Bundesamt für Naturschutz

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Deutsch-Bulgarisches Natura 2000 Projekt

Deutschland unterstützt Bulgarien bei der Umsetzung Europäischer Naturschutzregelungen

Vitosha-Gebirge am Stadtrand von Sofia, Natura 2000-Gebiet (© A. Ssymank)
Vitosha-Gebirge am Stadtrand von Sofia

Im Rahmen des Beratungshilfsprogramms des BMUB für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas hat das Umweltbundesamt (UBA) in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) das bulgarische Umweltministerium (Ministerium für Umwelt und Wasser - MOEW) mit dem Projekt "Erfahrungen Deutschlands bei der Umsetzung von EU-Rechtsvorschriften: Natura 2000 – Management und Finanzierung" (Förderkennzeichen  FKZ 380 01 201) hinsichtlich der Umsetzung von EU-Rechtsvorschriften zu Natura 2000 unterstützt und dabei eigene Erfahrungen vermittelt.

Das Vorhaben ist auf Wunsch Bulgariens als deutsch-bulgarisches Natura 2000-Projekt im Zuge des seit 1993 bestehenden bilateralen Umweltabkommens zwischen Deutschland und Bulgarien entstanden. Bulgarien ist durch seinen EU-Beitritt seit 2007 verpflichtet die FFH - und Vogelschutzrichtlinie anzuwenden.

Auf bulgarischer Seite wurde das Projekt durch die Nichtregierungsorganisation  Green Balkans (Stara Zagora, Bulgarien) umgesetzt. Auf deutscher Seite wurde das Projektmanagement vom UBA geleistet; die fachliche Begleitung erfolgte durch das BfN (Dr. Ssymank, Fachgebiet II 2.2). Die Laufzeit des Projektes betrug rund 17 Monate (18.06.09 bis 31.10.10); es wurde im Dezember 2010 abgeschlossen.

Ziel des Projekts

Ziel des Projektes war es, den bulgarischen Naturschutzbehörden das benötigte Training für die Umsetzung von Vorschriften der FFH - und Vogelschutzrichtlinie zur Verfügung zu stellen und somit die Effizienz des Naturschutzes in Bulgarien zu verbessern.

Projektdurchführung

Die wesentlichen Aktivitäten im Rahmen der Projektdurchführung waren

  • die Erarbeitung bzw. der Entwurf von Fortbildungsprogrammen,
  • die Erarbeitung von praktischen Leitlinien zur Umsetzung von Art. 6 Abs. 3 und 4 der FFH -Richtlinie ( FFH -Verträglichkeitsprüfung),
  • die Durchführung der erarbeiteten Fortbildungsprogramme und Workshops,
  • eine Studienreise nach Deutschland für Vertreter des Nationalen Naturschutzdienstes im Bulgarischen Ministerium für Umwelt und Gewässer (MOEW).

Workshop in Sofia vom 28.-29. Juli 2010, © Green Balkans
Workshop in Sofia, 28.-29. Juli 2010

Durchführung der erarbeiteten Fortbildungsprogramme und Workshops

Für die Durchführung der erarbeiteten Fortbildungsprogramme und Workshops wurden hochqualifizierte Fachkräfte mit langjähriger praktischer Erfahrung aus Deutschland und Österreich als Dozenten nach Bulgarien eingeladen. Sie bildeten vor Ort in mehreren Seminaren mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus. Dabei wurden die wichtigsten Punkte der Natura 2000-Umsetzung behandelt.


Dies waren insbesondere:

  • Workshop zur FFH -Verträglichkeitsprüfung und zur Erhaltung der ökologischen Kohärenz des Natura 2000-Netzes (2 Tage, Sofia),
  • Seminar zur Umsetzung einer FFH -Verträglichkeitsprüfung für Pläne und Projekte gemäß Artikel 6 FFH -Richtlinie (4 Tage, Sofia und Varna),
  • Seminar zum Erhaltungszustand von Natura 2000-Schutzgütern (1 Tag, Sofia),
  • Workshops zum Management von Natura 2000-Gebieten und zur Finanzierung (3 Tage, Sofia).


Projektergebnisse

Wesentliche inhaltliche Ergebnisse des Projektes sind

  • die Schulung der wichtigsten Dienststellen im Naturschutz, von NGO’s und Experten in der bulgarischen Umsetzung von Natura 2000 in einem breiten Themenspektrum aller wesentlichen Aspekte der Natura 2000-Umsetzung,
  • die Erstellung von praktischen Leitlinien zur Umsetzung von Art. 6 Abs. 3 und 4 der FFH -Richtlinie (Veröffentlichung auf Bulgarisch mit englischer Zusammenfassung) sowie
  • eine CD-ROM mit anderen übersetzten Handbüchern, Multimedia-Präsentationen, Gerichtsfällen.

Darüber hinaus wurde von Green Balkans eine  projekteigene Internetseite aufgebaut, auf der alle Materialien und die Vorträge der Workshops dauerhaft zum Download zur Verfügung stehen.

Letzte Änderung: 18.02.2014

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