Bundesamt für Naturschutz

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Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt

NATURA 2000-Code: 1140

Definition

Wattflächen, die bei Ebbe regelmäßig trocken fallen, mit Sand-, Schlick- oder Mischsubstrat. Höhere Pflanzen fehlen weitgehend, in den nur selten trockenfallenden Bereichen findet sich ggf. eine lockere Seegras-Vegetation. An der Ostsee (geringer Gezeitenhub) sind die Windwattflächen eingeschlossen.


Watt

Beschreibung

Es handelt sich um regelmäßig bei Niedrigwasser trockenfallende Wattflächen mit Sand-, Schlick- oder Mischsubstraten. Sie sind vegetationsfrei oder vegetationsarm (z. B. mit Seegras) und haben eine artenreiche Bodenfauna. Daher stellt das Watt für eine Reihe mariner Fischarten den Lebensraum für ihre Jugendstadien dar. Es ist ein wichtiger Nahrungsplatz von Wasservögeln mit besonderer Bedeutung für Zugvögel im Zusammenhang mit Mauser, Rast und Überwinterung.


Verbreitung

In Deutschland ist der Lebensraumtyp großflächig an der Nordseeküste und den Inseln als Tidenwatt (bei Ebbe freifallend) ausgebildet (Wattenmeernationalparke). Kleinere Bestände kommen an der Ostseeküste als Windwatt (bei ablandigem Wind freifallende Flächen) vor, z. B. im Greifswalder Bodden und in der Wismarbucht.


Gefährdung

Hauptgefährdungsfaktoren sind Eindeichungen, Schad- und Nährstoffeintrag, Grundschleppnetz- und Muschelfischerei, Ölförderung, Schifffahrt, Tourismus und z. T. auch die militärische Nutzung.


Schutz

Zum Erhalt der natürlichen Dynamik sind ein weitgehender Verzicht auf Küstenverbau, die Einrichtung von Schutzzonen ohne Befischung und sonstige Beeinträchtigungen sowie die Reduzierung der Schad- und Nährstofffracht der Flüsse erforderlich.


Kartierungshinweise

Abgegrenzt wird der regelmäßig trockenfallende Bereich zwischen MTNW und MTHW. Der Bereich kann bei Kenntnis des lokalen Tidenhubs aus den Höhenangaben der Topographischen Karten abgeleitet werden. In der Ostsee werden die Flächen des Windwatts zu diesem Typ gezählt, die regelmäßig (mehrmals im Jahr) trockenfallen. Bereiche von Sandbänken, die bei Niedrigwasser trocken fallen werden als Watt angesprochen und vom Typ  1110 (Sandbank) abgegrenzt.

Vorkommen von Queller (Salicornia spp.) im Watt sind dem Lebensraumtyp  Quellerwatt (1310) zuzuordnen, Bestände des Schlickgrases entsprechend zum Lebensraumtyp  1320.


 

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Letzte Änderung: 15.12.2011