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Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)


NATURA 2000-Code: 9130

Definition

Mitteleuropäische Buchen- und Buchen-Eichenwälder auf kalkhaltigen und neutralen aber basenreichen Böden der planaren bis montanen Stufe. Krautschicht meist gut ausgebildet, oft geophytenreich. In höheren Lagen z. T. mit Beimischung von Picea abies und Abies alba (Bergmischwälder basenreicher Böden).


Beschreibung

Die basenreichen Buchenwälder sind krautreich und treten an basen- bis kalkreichen frischen bis feuchten Standorten auf. In den höheren Lagen werden sie als Bergmischwälder neben der Buche von Fichte und Tanne geprägt. Oft ist der Waldtyp reich an Arten, die im Frühjahr vor oder kurz nach dem Laubaustrieb einen bunten Blütenteppich bilden.


Verbreitung

Der Verbreitungsschwerpunkt der basenreichen Buchenwälder liegt in Mitteleuropa. Der Lebenraumtyp besitzt eine große Variationsbreite in allen Höhenstufen und kommt bis fast an die Waldgrenze vor. In Deutschland gehören die Buchenwälder zu den häufigsten Gesellschaften der potenziell natürlichen Vegetation in den Kalkgebirgszügen.


Gefährdung

Wesentliche Gefährdungen sind v. a. Nadelholzaufforstungen, der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen aus der Luft, zu hohe Wildbestände, zu intensive forstliche Nutzung und Zerschneidung großflächiger Waldgebiete.


Schutz

Eine Nutzung oder Pflege ist zum Erhalt des Lebensraumtyps nicht erforderlich. Forstwirtschaft ist grundsätzlich unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher Belange möglich. Ein Teil der Wälder sollte jedoch wegen der wertvollen tot- und altholzreichen Zerfallsphasen ungenutzt bleiben.


Kartierungshinweise

Die Abgrenzung zu  Orchideen-Buchenwäldern (9150) ist durch das Fehlen der diese charakterisierenden thermophilen Pflanzenarten gegeben.

Hochmontane bis subalpine Bestände an der Waldgrenze mit Bergahorn in der Baumschicht werden unter Lebensraumtyp  9140 erfasst.


Bemerkungen

Ganzer Unterverband: Eu-Fagenion = Asperulo-Fagenion (CORINE 41.13) und Lonicero alpigenae-Fagenion (CORINE 41.333).


 

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Letzte Änderung: 16.01.2012

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