Bundesamt für Naturschutz

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Mitteleuropäische Kalk-Buchenwälder (Cephalanthero-Fagion)


NATURA 2000-Code: 9150

Definition

Trockenwarme Buchenwälder auf oft flachgründigen Kalkverwitterungsböden (Rendzinen) trocken-warmer Standorte. Baum- und Strauchschicht artenreich mit Beimischung von Traubeneiche (Quercus petraea), Mehlbeere (Sorbus aria), Feldahorn (Acer campestre), Liguster (Ligustrum vulgare) etc., Krautschicht artenreich mit zahlreichen thermophilen, kalkliebenden Arten, u.a. Orchideen.


Beschreibung

Diese trocken-warmen Buchenwälder auf meist flachgründigen basenreichen Böden oder auf Kalkfelsstandorten zeichnen sich durch zahlreiche wärmeliebende Sträucher und einige Orchideenarten, wie z. B. das Rote und Weiße Waldvöglein aus.


Verbreitung

In Deutschland ist dieser Lebensraumtyp nur lokal an flachgründigen trocken-warmen Sonderstandorten verbreitet. Seine Vorkommen befinden sich meist in südexponierter Lage an Hängen oder Kuppen im Kontakt zu Trockengebüschen und Trockenrasen.


Gefährdung

Wesentliche Gefährdungsfaktoren sind der Nähr- und Schadstoffeintrag aus der Luft, zu hohe Wildbestände, in manchen Regionen Gesteinsabbau (z. B. Kalk, Dolomit oder Gips) sowie der Flächenverlust durch Überbauung.


Schutz

Eine Nutzung oder Pflege ist zum Erhalt des Lebensraumtyps nicht erforderlich. Eine forstliche Nutzung ist an diesen Sonderstandorten kaum möglich und sollte ganz unterbleiben. Flächenverluste durch Gesteinsabbau sollten in FFH -Gebieten nicht möglich sein.


Kartierungshinweise

Die Abgrenzung vom Lebensraumtyp  Buchenwälder auf neutralem bis basischem Boden (9130) erfolgt über das Vorkommen thermophiler Pflanzenarten. Vom Lebensraumtyp  Schlucht- und Hangmischwälder des Tilio-Acerion (9180) ist der Lebensraumtyp v. a. durch das Fehlen feuchtigkeitsliebender Arten in der Krautschicht und von Acer pseudoplatanus in der Baumschicht abzutrennen.


 

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Letzte Änderung: 16.01.2012

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