Synergien von Grünlandpflege und Klimaschutz
Laufzeit: September 2009 bis April 2011
E+E-Vorhaben, Voruntersuchung
Extensiv genutztes Grünland besitzt eine überaus hohe Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie den Gewässer-, Boden- und Klimaschutz in Deutschland. Es ist durch Nutzungsintensivierung und Umwandlung in Ackerland, aber auch durch eine völlige Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung bedroht. Angesichts der Agrarpreisentwicklung, dem ökonomischen Bedeutungsverlust von Grünland und der starken Nachfrage nach Silomais ist zu erwarten, dass dieser Wert auch in Zukunft ansteigen wird. In einigen Regionen Deutschlands gibt es bereits heute nicht genug raufutterfressende Tiere, um den Grünlandaufwuchs zu verwerten. Aus Naturschutzsicht ist der Verlust von extensivem Grünland besonders dramatisch, denn Wiesen und Weiden sind in der Regel artenreicher und damit für den Erhalt der biologischen Vielfalt wertvoller als Ackerland.
Da alternative wirtschaftliche Verwertungswege fehlen, muss das Material abtransportiert und beseitigt bzw. kompostiert werden. Vor diesem Hintergrund stellt die energetische Verwertung von Grünland eine dringend benötigte Alternative bzw. Ergänzung zur herkömmlichen Nutzung dar. Mittlerweile gibt es einzelne Projekte, in denen Landschaftspflege- und Grünlandschnitt energetisch verwertet werden, eine nennenswerte Nutzung existiert jedoch nicht.
Das E+E-Vorhaben beinhaltet die praktischen Erprobung eines Grünlandmanagementsystems, in dem Biomasse aus der Grünlandpflege und -nutzung einer energetischen Verwertung zugeführt wird. Durch eine beispielhafte Umsetzung verschiedener Möglichkeiten der Grünlandnutzung, wobei auch die Erzeugung von Bioenergie eine Option darstellt, soll zur Erhaltung der biologischen Vielfalt ebenso beigetragen werden wie zur nachhaltigen Energieerzeugung und zum Klimaschutz.
Im Rahmen der Voruntersuchung des Vorhabens sollen Möglichkeiten zur energetischen Nutzung des Schnittguts, die Auswahl geeigneter Projektgebiete sowie in Frage kommende Partner für die Zusammenarbeit ermittelt werden. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen für das anschließende Hauptvorhaben festgelegt werden (u.a. Recherche zu Umfang und Ausdehnung von artenreichem Grünland, Ermittlung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen z. B. des sog. „Landschaftspflegebonus“ aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz).

