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Bestandsentwicklung des Seeadlers

Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist über große Teile der nördlichen Paläarktis verbreitet. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts zählte diese Art noch zu den häufigeren Erscheinungen in Deutschland. Im gesamten Verbreitungsgebiet führten jedoch ab 1850 intensive Bejagung und Gelegeentnahmen zu enormen Bestandseinbrüchen. Um 1910 dürfte der Gesamtbestand in Mecklenburg, Vorpommern und Brandenburg kaum mehr als 15 Brutpaare betragen haben. Lebensraumverluste durch Holzeinschlag und der Tod an Freileitungen waren zusätzliche Gefährdungsfaktoren.

Obwohl das Reichsnaturschutzgesetz ab 1934 alle Adler schützte, erholten sich die Bestände nur langsam. Erst die Horstbewachung zum Schutz vor Eiersammlern und das Verbot von DDT ließen die Brutbestände ab Mitte der 70er Jahre wieder ansteigen, und es setzte eine auffällige Zunahme der Reproduktion ein. 1998 umfaßte der Bestand in Deutschland 321 Brutpaare (Schriftliche Mitt. von HAUFF an das BfN 1999). Im Kerngebiet des Adlervorkommens in Mecklenburg-Vorpommern ist die Tragfähigkeit der Lebensräume mittlerweile anscheinend erreicht, und die Jungadler beginnen in die Nachbarreviere auszuwandern.

Bestandsentwicklung des Seeadlers
 
Anzahl Brutpaare
Land
1980
1997
Summe Deutschland 127 301
Quelle: HAUFF 1998 Kreisdiagramm 1980 Kreisdiagramm 1997
Mecklenburg- Vorpommern 79 144
Brandenburg 30 84
Sachsen 10 42
Schleswig- Holstein 4 19
Sachsen- Anhalt 4 9
Niedersachsen 0 3

Während der Seeadler 1984 in der Roten Liste noch als "vom Aussterben bedroht" geführt wurde, wird er heute als "gefährdet" eingestuft.

Letzte Änderung: 02.01.2006

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