Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutz und Sport/Freizeit

Sport in der Natur

Kletter in der Sächsischen Schweiz (Bildautor: Kerstin Lehmann)

Sportaktivitäten werden gerne in der Natur ausgeübt. So ist für 21 % der deutschen Bevölkerung neben Erholung, Gesundheit, Vielfalt und Schönheit der Landschaft die sportliche Betätigung ein wichtiger Grund in die Natur zu gehen, wie die  Naturbewusstseinsstudie 2009 bestätigt. In den letzten Jahren ist eine steigende Tendenz hin zu "sanften" Natursportarten wie Nordic Walking, Wandern und Radfahren zu beobachten. Dies ist u.a. auf den Trend hin zum Naturerlebnis und auf ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zurückzuführen. Natursport ist in vielen Regionen neben dem hohen persönlichen Naturerlebnis und dem Erholungs- und Gesundheitswert zu einem wichtigen Sozial- und Wirtschaftsfaktor geworden.

Natur und Landschaft bieten vielfältige Möglichkeiten für die Ausübung von Sport- und Freizeitaktivitäten. Die Art der Sportausübung richtet sich dabei nach den naturräumlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Infrastruktur. Viele Sportarten wie Segeln und Gleitschirmfliegen sind auf die Eigenschaften natürlicher und naturnaher Landschaften angewiesen. Häufig sind die aus Naturschutzsicht wertvollen, aber auch sensiblen Ökosysteme für die Ausübung von Freizeitaktivitäten besonders attraktiv. Dies kann zu Belastungen von Flora und Fauna und deren Lebensräume und somit zu Konflikten zwischen Naturschutz- und Sportinteressen führen. Wie groß die Belastung ist, hängt von mehreren Faktoren wie der Art der Sportausübung, der Intensität der Aktivität und der Empfindlichkeit der Ökosysteme ab. 

Insgesamt ist es unerlässlich, dass sich die Art der Sportausübung nach den naturräumlichen Voraussetzungen richtet. Wo die Sportausübung aus naturschutzfachlichen Gründen nicht möglich ist, muss sie ggf. in weniger sensible, aber trotzdem landschaftlich attraktive und für die Sportausübung geeignete Gebiete umgelenkt werden. Verschiedene Strategien und Maßnahmen wie differenzierte Schutz- bzw. Nutzungskonzepte für Natur und Landschaft helfen, Konflikte zu minimieren und Nutzungsmöglichkeiten langfristig zu sichern.

Ziel: Ein fairer Interessenausgleich

Drachenflieger kurz vor dem Start

Die Entwicklung von differenzierten Nutzungs- und Lenkungskonzepten bedarf einer engen und vertrauensvollen Kooperation zwischen den Verantwortlichen aus den Bereichen Naturschutz und Sport. Diese ist sowohl im Vorfeld von Entscheidungen, als auch zur Steuerung der Umsetzung gefundener Lösungen notwendig. Die Intensivierung von Dialog und Kooperation - mit dem Ziel eines fairen Interessenausgleichs - steigert die gegenseitige Akzeptanz und fördert den vertrauensvollen Umgang zwischen den PartnerInnen im Sport und Naturschutz.

Die Etablierung neuer informationsgestützter räumlich-zeitlicher Lenkungssysteme
( Natursportinfosystem), Zertifizierungs- und Qualitätssicherungsinstrumente (z. B. EMAS, Qualitätssiegel), Aus- und Fortbildungsmaterialien (z. B. im  Luftsport) zur Verständnisbildung sowie die Vernetzung der Akteure aus Naturschutz und Sport ( z. B. Dialogforen im Rahmen der NBS) tragen zur Sensiblisierung beider Seiten für Problembereiche, zur Versachlichung von Konflikten sowie zur Verankerung von Zielen des Natur- und Umweltschutzes im Sport bei.

Die Verantwortung der Sportverbände für eine naturverträgliche Sportausübung ist gewachsen.  Das BfN engagiert sich in Zusammenarbeit mit den Natursportverbänden für die Entwicklung naturverträglicher Formen der Sportausübung.

Kletterer an Felsen (Bildautor: Michael Pütsch)

Sport- und Freizeitaktivitäten in Natur und Landschaft sind aus der Mitte der Gesellschaft nicht mehr weg zu denken. Wie jedes gesellschaftliche Großphänomen ist der Sport damit durch nationale Gesetzgebung geregelt, wobei seine Attribute gesondert definiert werden: wann kann man von Natur- und Landschaftsverträglichkeit im Sport sprechen?  Zu Definitionen und Recht

Bestimmungsübungen beim Naturathlon 2004 (Bildautor: Michael Pütsch)

Entgegen vieler Vorurteile engagieren sich eine Vielzahl von Sportverbänden im Bereich Naturschutz: Von der Integration weitreichender Naturschutzziele in die verbandseigene Satzung bis hin zu öffentlichkeits- wirksamen Umweltbildungsprojekten. Das BfN blickt hier auf eine langjährige Zusammenarbeit zurück.  Zu den Verbändekooperationen

Benutzeroberfläche von NaturSportInfo

Um unter Natursportlerinnen und -sportlern das Bewusstsein für den Wert von Natur und Landschaft zu stärken, die nachhaltige Nutzung der Ressourcen zu fördern sowie Konflikte durch einen Informationsaustausch zu versachlichen, wurden im Laufe der letzten Jahre verschiedene Fachinformationssysteme im Themenfeld „Sport und Naturschutz“ entwickelt.  Zu Informationssysteme

Sport im Park (Bildautor: Andreas Huth)

Ob in der Luft, am Meer oder an Land: Sport findet überall statt. Ein Phänomen, das sich in der Fläche äußert - vor Ort. Welche Projekte werden auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen vorangetrieben und welche Sportarten dabei tangiert? Von nachhaltigen Managementstrategien auf dem lokalen Golfplatz bis zur weiträumigen Kennzeichnung luftfahrtrelevanter Vogelgebiete für die deutsche Luftfahrt.  Zu den Projekten "vor Ort"

Tagungsraum (Bildautorin: Barbara Engels)

Die Kongressreihe "Umwelt, Naturschutz und Sport im Dialog" wurde in 2002 auf Initiative des Beirates für Umwelt und Sport beim BMU gestartet. Wichtigen Akteurinnen und Akteuren aus Sport und Tourismus sowie Umwelt- und Naturschutz wird hier eine Austauschsplattform geboten.
 Zur Kongressreihe

Aktuelles

 Förderwettbewerb „Sport bewegt - Biologische Vielfalt erleben“ gestartet

Bundesprogramm Biologische Vielfalt fördert  Projekt "Sport bewegt - Biologische Vielfalt erleben" des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Beim Empfang der Stadt Frankfurt anlässlich der Sportstätten-Messe „sportinfra“
des Landessportbundes Hessen wurden am 14. November 2012 die  Gewinner des Wettbewerbs  Sportplatzdschungel der GRÜNEN LIGA Berlin ausgezeichnet.

Veröffentlichungen

Natursport und Kommunikation.
 BfN-Skripten 199 (2006)

Letzte Änderung: 20.07.2015

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