Naturschutz und Sport/Freizeit

Sport in der Natur kann dem Einzelnen unvergleichliche, intensive Erlebnisse und Erfahrungen bieten, zugleich aber auch mit nicht unerheblichen
Belastungen der Natur der Natur einhergehen.
Eine uneingeschränkte Nutzung von Natur und Landschaft ist in der Regel nicht überall und jederzeit möglich. Die unterschiedlichen Sportarten in der Natur sind jeweils von einer bestimmten naturräumlichen Ausstattung abhängig und daher auf die Nutzung naturnaher Räume angewiesen. Wie groß die Belastung für die Natur ist, ergibt sich aus der Kombination zweier Aspekte: „In welcher Form (oder: Wie) wird die Sportart ausgeübt?“ und „Welche naturräumliche Ausstattung gibt es, und wie empfindlich ist sie?“
Insgesamt ist es unerlässlich, dass sich die Art der Sportausübung nach den naturräumlichen Voraussetzungen richtet. Wo die Sportausübung aus naturschutzfachlichen Gründen nicht möglich ist, muss sie ggf. in weniger sensible, aber trotzdem landschaftlich attraktive und für die Sportausübung geeignete Gebiete gelenkt werden. Differenzierte Schutz- bzw. Nutzungskonzepte für Natur und Landschaft helfen Konflikte zu minimieren und Nutzungsmöglichkeiten langfristig zu sichern.
Für die Entwicklung von differenzierten Naturnutzungskonzepten bedarf es einer engen Kooperation zwischen den Verantwortlichen der Sportverbände und derer im Naturschutz, damit konstruktive Lösungen gefunden und gemeinsam umgesetzt werden können.
Durch den intensiven Dialog mit dem Ziel, einen fairen Ausgleich der Interessen zu schaffen, wird die gegenseitige Akzeptanz gefördert und so der respektvolle Umgang miteinander als „Partner“ ermöglicht.

Im
Bundesnaturschutzgesetz wird zur Erholung auch die "natur- und landschaftsverträgliche sportliche Betätigungen in der freien Landschaft" hinzugerechnet. (s. Begriffsbestimmungen (§ 7, Abs. 1, Nr. 3). Zur näheren Definition hat der Beirat für Umwelt und Sport beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine
fachliche Erläuterung beschlossen.
Informationen zu Natursport und Naturschutz und konkrete Fakten sowie Hintergrundinformationen und Good-Practice-Beispiele finden sich im
Natursport-Informationssystem des BfN.

Die Entwicklung von differenzierten Konzepten bedarf einer engen und vertrauensvollen Kooperation zwischen den Verantwortlichen im Sport und im Naturschutz. Diese ist sowohl im Vorfeld von Entscheidungen, als auch zur Steuerung der Umsetzung der gefundenen Lösung notwendig. Die Intensivierung von Dialog und Kooperation mit dem Ziel, einen fairen Ausgleich der Interessen anzustreben, steigert die gegenseitige Akzeptanz und fördert den vertrauensvollen Umgang zwischen den Partnern im Naturschutz und im Sport.
Die Verantwortung der Sportverbände für eine naturverträgliche Sportausübung ist gestiegen. Die Naturschutzbehörden unterstützen die Entwicklung naturverträglicher Formen der Sportausübung.

