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Erholung und Tourismus in Flussauen


Foto: Anne Katrin Heinrichs

Menschen siedelten seit jeher gerne am Wasser - viele der großen Städte in Deutschland liegen an Flüssen wie Rhein, Donau und Elbe. Am Wasser fühlen wir uns besonders wohl - die Mehrheit der Deutschen (86 %) hält sich gerne an Flüssen auf. Eine schöne Landschaft, frische Luft, Wohnen im Grünen oder am Wasser können den Wert einer Wohnung, eines Stadtviertels oder einer Region steigern. Die Bedeutung von Freiräumen und Grünflächen für die Qualität eines Standortes drückt sich durchaus auch in den Preisen für Grundstücke und Immobilien aus. Städte und Regionen, die an einem Fluss liegen, besitzen einen Standortvorteil meinen 70 % der Deutschen.

Tourismus und Erholung sind auch an Flusslandschaften von großer Bedeutung, insbesondere als Naherholungsgebiete rund um Städte und Ballungszentren. Freizeit- und Sportaktivitäten, wie z. B. Jogging, Picknicken, Mountainbiking, Schwimmen und Wassersport sind typische Aktivitäten in und um Auen. 2008 unternahmen allein an der Elbe 145.000 Deutsche eine Urlaubsreise mit dem Fahrrad und gaben 83,5 Millionen Euro aus. Inzwischen wurde der Elberadweg 2016 in Umfragen des ADFC zum 12. Mal in Folge zum beliebtesten Radfernweg gewählt. Gefolgt vom Weserradweg und RuhrtalRadweg auf den Plätzen 2 und 3. Auch der Kanutourismus verzeichnete in den letzten Jahren ein hohes Wachstum, seit 1990 hat sich die Anzahl der gewerblichen Anbieter in diesem Bereich mehr als verdreifacht, der jährliche Bruttoumsatz des Kanutourismus liegt bei knapp 846 Millionen Euro im Jahr.

Die Schönheit der Flussauen liegt aber nicht nur den Wassersportlerinnen am Herzen. In renaturierten Gebieten wird für alle Menschen eine vielfältige Flusslandschaft mit Schleifen, Buchten, Inseln und Sandbänken zum Erlebnis. Auch die Rückkehr von beliebten und selten gewordenen Tierarten, wie beispielsweise dem Storch, zieht Besucher an. Die Entwicklung der „Lenzener Elbtalaue“ zu einer naturnahen Auenlandschaft zieht immer mehr Interessierte in die Region, Führungen und Exkursionen finden nun regelmäßig statt.  Zu den Naturschutzgroßprojekten an Flussauen

Die wissenschaftliche Erfassung des ökonomischen Werts von Auen kann durch verschiedene Methoden erfolgen: Bei einer umfragebasierten Methode werden betroffene Personen direkt nach ihrer Wertschätzung für eine Verbesserung oder die Abwehr einer Verschlechterung befragt (Kontingente Bewertung) oder es werden explizit einzelne Attribute einer Umweltveränderung bewertet und nicht die Veränderung als Ganzes (Choice Experimente). Mit der Reisekostenmethode wird eine indirekte Erfassung der Erholungsfunktion durch Analysen der Beziehung zwischen Reisekosten der Erholungssuchenden und Besuchshäufigkeit vorgenommen.

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Letzte Änderung: 11.03.2016

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