Bundesamt für Naturschutz

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Hochwasserschutz und Flussauen


Deichrückverlegung im Naturschutzgroßprojekt "Lenzener Elbtalaue", Foto: Jochen Purps

Hochwasser sind natürliche Ereignisse, welche je nach Abflussregime regelmäßig, meist zu bestimmten Jahreszeiten vorkommen. In den letzten Jahrzehnten haben Hochwasser jedoch an Häufigkeit und Heftigkeit zugenommen und damit auch der wirtschaftliche Schaden für die Gesellschaft.

Die Ursachen hierfür sind neben vermehrt auftretenden Starkniederschlägen vor allem der Verlust an natürlichen Überflutungsflächen, die Begradigung von Flüssen und die Versiegelung von Flächen. Der Mensch hat durch diese massiven Eingriffe in die Natur die Hochwassergefahr und das Schadenspotential stark erhöht. Durch Begradigungen, Deiche und Dämme wurden viele natürliche Überschwemmungsgebiete vom Fluss getrennt. Das Wasser hat dadurch nicht nur weniger Fläche um sich auszubreiten, es nimmt auch beachtlich an Geschwindigkeit und Kraft zu. So fließt z. B. im Rhein eine Hochwasserwelle heute in 23 Stunden von Basel nach Karlsruhe – 1955 brauchte sie dazu noch 64 Stunden.

Natürliche oder naturnahe Auen verändern den zeitlichen Ablauf des Hochwassers durch die Bremswirkungen der Vegetation und die Rauheit der Geländeoberfläche, und sie können große Wassermengen aufnehmen. Hochwasserwellen können dadurch deutlich abgeflacht und verzögert werden. Nach der Deichrückverlegung im  Naturschutzgroßprojekt “Lenzener Elbtalaue“ lag der Hochwasserscheitel der Elbe nach Messungen der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in der Stadt Schnackenburg beim Hochwasser von 2011 um mehr als 20 cm unter dem Pegelstand des Hochwassers von 2006 (vor der Deichrückverlegung). Auen bieten also einen ganz natürlichen Hochwasserschutz.

Der monetäre Wert eines solchen natürlichen Hochwasserschutzes lässt sich jedoch nur schwer messen. Aber er lässt sich aus vermiedenen Schäden oder den Kosten technischer Ersatzlösungen ableiten. Bei einer Rückgewinnung von 15 % der ehemaligen Überflutungsflächen an der Elbe würden die vermiedenen Hochwasserschäden nach konservativen Schätzungen durchschnittlich 6 Millionen Euro pro Jahr betragen.   Pressemitteilung

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