Bundesamt für Naturschutz

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Nährstoffrückhalt in Flussauen


Nährstoffe, wie z. B. Stickstoff, Phosphor, Schwefel und Kalium sind Grundvoraussetzung für die Existenz von Leben. Der Nährstoffkreislauf sorgt dafür, dass sie auf allen Ebenen der Nahrungskette verfügbar sind. Durch eine Überversorgung mit Nährstoffen, wie z. B. in Gebieten mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, werden natürliche Ökosysteme jedoch in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt, zudem werden Grund- und Oberflächengewässer belastet.

Auen und andere Feuchtgebiete filtern das Wasser und halten den Wasserhaushalt im Gleichgewicht, sie fungieren gewissermaßen als „Nieren der Landschaft“. Dadurch wird nicht nur das Wasser in Bächen und Flüssen gereinigt, es gelangen auch weniger Nährstoffe in Nord- und Ostsee. Bestimmte Mikroorganismen sind in der Lage Nitrat zu elementarem Stickstoff (N2) umzuwandeln. Diese Mikroorganismen finden in Feuchtgebieten optimale Lebensbedingungen. Durch den biologischen Prozess der Denitrifikation, wird das Nitrat im Wasser wieder in den Stickstoffkreislauf der Atmosphäre zurückgeführt. Dieser Stickstoffentzug entlastet die Gewässer und Böden erheblich. Wenn das Flusswasser über die Ufer tritt, lagern sich die mitgeführten Sedimente am Boden ab. Auf diese Weise wird auch Phosphor, der sich im Sediment anreichert, dem Flusswasser entzogen und von Pflanzen in den Überflutungsgebieten aufgenommen. In entwässerten Auen, die nicht mehr überflutet werden, ist die Nährstoffrückhaltefunktion deutlich geringer.


Überflutete Aue an der Lippe, Foto: Joachim Drüke

Flussauen verringern folglich die Stickstoff- und Phosphorfracht von Flüssen und sorgen neben der Reinigung von Schmutzwasser in Kläranlagen für eine zusätzliche Verbesserung der Wasserqualität. In einem Hektar renaturierte Elbaue kann die Stickstofffracht um ca. 200 Kilogramm reduziert werden, das entspricht einem monetären Wert von 585 Euro pro Hektar (Jessel et al. 2009). Der ökonomische Wert der Nährstoffrückhaltung entlang der Elbe wird mit neun bis 26 Millionen Euro (Hartje et al. 2003) veranschlagt. Dieser Betrag ergibt sich aus den ansonsten anfallenden Kosten für eine angepasste Landbewirtschaftung oder für die Trinkwasserbehandlung (Ersatzkostenmethode). Naturschutz trägt also unter anderem dazu bei, technische Reinigungskosten zu senken.

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