Fachtagung: "Ökologischer Hochwasserschutz und Auenschutz"
21. April 2010, Bonn

Die vielfältige Nutzung von Flüssen und ihren Auen hat zu erheblichen Beeinträchtigungen der Auenbiozönosen und des Naturhaushaltes geführt und ist häufig mit negativen Folgen für den überregionalen Hochwasserschutz verbunden. Heute werden nur noch ca. 10 bis 20 Prozent der ursprünglichen Überschwemmungsflächen bei Hochwasser überflutet. Diese einerseits für viele Landnutzungen positive Situation führt andererseits zu einer gefährlichen Zunahme folgenschwerer Hochwasser und zu hohen Biodiversitätsverlusten von Arten und Lebensräumen.
Es gibt in Deutschland und den angrenzenden Ländern eine Vielfalt von guten Beispielen für ökologischen Hochwasser- und Auenschutz, auch wenn nicht jedes Projekt verwirklicht wurde, das unter dem Eindruck eines Hochwassers angedacht war. Solche beispielhaften Projekte zu dokumentieren und bekannt zu machen, ist Ziel eines derzeit im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens.
Aufbauend auf einer umfangreichen Bestandsaufnahme und der fachlichen Analyse der Projekte werden Wege aufgezeigt, die zur Wiederherstellung ehemaliger Auenstrukturen, der Rückkehr bedrohter Tier- und Pflanzenarten in wiedergewonnene Feuchtlebensräume sowie zu einem verbesserten, naturverträglichen Hochwasserschutz unter Berücksichtigung weiterer Nutzungsansprüche beitragen.
Die Kommunikation nachahmenswerter Beispiele ist ein wichtiger Schritt, um Umsetzungshemmnisse abzubauen und Abläufe zu optimieren. Einige besonders vorbildliche Maßnahmen wurden auf dieser Fachtagung vorgestellt.
Zukunftsaufgabe: Auen- und Hochwasserschutz
Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin Bundesamt für Naturschutz, Bonn
Vorstellung des F+E-Projekts zur Dokumentation überregional bedeutsamer Vorhaben
Albert Wotke, Deutsche Umwelthilfe e.V., Berlin- Aktuelle Situation, Handlungsoptionen und Restriktionen aus technischer und ökologischer Sicht (Teil 1)
Prof. Dr. Emil Dister, WWF-Auen-Institut, Rastatt
Aktuelle Situation, Handlungsoptionen und Restriktionen aus technischer und ökologischer Sicht (Teil 2)
Dr. Boris Lehmann, Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Wasser und Gewässerentwicklung
Espace de Liberté – Beispiel Loire und Allier
Stéphanie Hudin, FCEN Fédération des Conservatoires d’Espaces Naturels, Orléans
Flächenkonkurrenzen und Harmonisierung von Nutzungsansprüchen, Handlungsoptionen und Restriktionen aus sozioökonomischer Sicht
Prof. Dr. Klaus Müller, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V., Müncheberg
LIFE-Projekt Lippeaue
Marion Schauerte und Oliver Schmidt-Formann, Umweltamt Stadt Hamm
Deichrückverlegung Wehrda, Marburg
Jürgen Rausch, Baudirektor Fachdienst Tiefbau, Marburg
Naturschutzgroßprojekt „Mittlere Elbe“
Dr. Astrid Eichhorn, WWF – Projektbüro Mittlere Elbe, Lödderitz
Perspektiven und Handlungsoptionen
Klaus Markgraf-Maué, NABU Naturschutz-Station, Kranenburg

