Bundesamt für Naturschutz

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Veröffentlichungen


Vom BfN herausgegebene Publikationen mit Bestellhinweisen sowie weitere Veröffentlichungen zum Thema.


Den Flüssen mehr Raum geben - Renaturierung von Auen in Deutschland

In den vergangenen 20 Jahren wurden bundesweit rund 170 Renaturierungsprojekte in Flussauen umgesetzt. Naturnahe Flussufer, artenreiche Feuchtwiesen und strukturreiche Auwälder sind wiederhergestellt, standortangepasste Nutzung gefördert und flussnahe Deiche zurückverlegt worden. Dabei wurden etwa 5.000 Hektar überflutbare Auenfläche zurückgewonnen. Mit der Broschüre liegt erstmals ein Überblick über die vielfältigen Aktivitäten im Auenschutz in Deutschland vor.

Gewässer und Auen - Nutzen für die Gesellschaft

Intakte Gewässer und Auen sind nicht nur von ökologischem Wert. Sie bringen der Gesellschaft vielfältigen Nutzen in Millionenhöhe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Greifswald, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegeben hatte. Welchen Nutzen Gewässer und Auen konkret für den Hochwasserschutz, die Reinhaltung von Gewässern, den Klimaschutz erbringen und wie sie zum Schutz der biologischen Vielfalt und zum Wohlbefinden der Menschen beitragen, ist in der Broschüre „Gewässer und Auen – Nutzen für die Gesellschaft" nachzulesen.

 

Naturschutz und Wasserrahmenrichtlinie in der Praxis Tagungsdokumentation der BfN-Fachtagung am 26.11.2013 in Bonn - BfN-Skripten 381

Der Schutz und die Entwicklung naturnaher Bäche, Flüsse und ihrer Auen sind wichtige Ziele des Naturschutzes. Auen gelten als Zentren der Biodiversität und sind für den Biotopverbund von zentraler Bedeutung. Mit dem Ziel, Oberflächengewässer in einen "guten ökologischen Zustand" zu überführen, bemüht sich auch die Wasserwirtschaft seit Inkrafttreten der EG-Wasserrahmenrichtlinie verstärkt um weit reichende ökologische Verbesserungen beeinträchtigter Gewässersysteme.
Auf einer Fachtagung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurde das Thema "Naturschutz und Wasserrahmenrichtlinie in der Praxis" im November 2013 aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Der Tagungsband stellt die gemeinsam von Naturschutz und Wasserwirtschaft zu verfolgenden Ziele heraus und bietet praxisorientierte Vorschläge für eine verbesserte Zusammenarbeit.

Perspektiven einer nachhaltigen Gewässer- und Auenentwicklung, Tagung des Bundesamtes für Naturschutz vom 20. - 21. November 2012 auf Burg Lenzen

Felinks, Birgit; Ehlert, Thomas; Neukirchen, Bernd

Die großen Hochwasserereignisse der letzten 20 Jahre an Rhein, Donau, Elbe und Oder haben uns wiederholt die Notwendigkeit eines Umdenkens in Politik und Gesellschaft im Umgang mit unseren Flüssen vor Augen geführt. Deichrückverlegungen und Auenrenaturierungsprojekte sind eine Möglichkeit, vorsorgenden und naturverträglichen Hochwasserschutz zu betreiben und Gewässer naturnah zu entwickeln. Viele Beispiele zeigen, dass bei entsprechender Ausgestaltung intakte Flussauen einen großen Mehrfachnutzen für Natur und Mensch erbringen können.

Der Tagungsband Perspektiven einer nachhaltigen Gewässer- und Auenentwicklung umfasst die Vorträge der gleichnamigen Veranstaltung auf Burg Lenzen. Die Beiträge befassen sich mit den Themen Flüsse und Biodiversität, naturnahe Entwicklung, Potenziale an Bundeswasserstraßen, Auenschutz und Ökonomie und stellt Beispiele gelungener Auenrenaturierungen aus Deutschland, Österreich und den Niederlanden vor.

Ökosystemfunktionen von Flussauen - Analyse und Bewertung von Hochwasserretention, Nährstoffrückhalt, Kohlenstoffvorrat, Treibhausgasemissionen und Habitatfunktion

Scholz, Mathias; Mehl, Dietmar; Schulz-Zunkel, Christiane; Kasperidus, Hans Dieter; Born, Wanda und Henle, Klaus

Auen bieten dem Menschen eine bemerkenswerte Vielfalt von Funktionen und Leistungen. In dieser Veröffentlichung wird der Beitrag von Flussauen zur Hochwasserretention, zum Rückhalt von Nährstoffen und Treibhausgasen sowie ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt erfasst und in Wert gesetzt. Die Untersuchung bezieht sich auf die Auen von 79 Flüssen mit einer Fläche von 15.000 km² und erlaubt eine überregionale Einschätzung, welchen Nutzen Auen für unsere Gesellschaft erbringen.

Entlang der Flüsse werden durch die Retentionsleistung der Auen als natürliche Überschwemmungsgebiete Vermögenswerte von 302 Mrd. Euro im Hochwasserfall geschützt. Auen halten jährlich bis zu 42.000 t Stickstoff und über 1.000 t Phosphor zurück und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Reinhaltung der Flüsse und zum Schutz von Nord- und Ostsee vor einer weiteren Überdüngung. Flussbegleitende Niedermoore und Auenwälder besitzen ein hohes Potenzial zum Treibhausgasrückhalt. Obwohl Flussauen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen in Europa zählen, ist die Arten- und Lebensraumvielfalt der verbliebenen naturnahen Abschnitte enorm.

Die Auswertung bereits umgesetzter Auenrenaturierungen und Deichrückverlegungen an Flüssen verdeutlicht, dass die natürlichen Auenfunktionen in allen Fällen erheblich verbessert werden. Die Berechnungen belegen, dass naturnahe Auen und Gewässer die vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt besser erfüllen als begradigte Vorfluter und intensiv genutzte Flächen.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass intakte Flusslandschaften einen hohen gesellschaftlichen Nutzen erbringen und es auch aus ökonomischer Sicht gute Gründe gibt, sich für Maßnahmen des Gewässer- und Auenschutzes einzusetzen.



Natur und Landschaft Heft 04-2012
Schwerpunktheft:
Gewässer und Auen

Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser sowie mit den Gewässern und Auen als Lebensraum ist zu einem zentralen naturschutz- und umweltpolitischen Leitmotiv geworden. Um die Vorgaben internationaler Richtlinien einzuhalten und um in Deutschland selbst gesteckte Ziele im Gewässer- und Auenschutz zu erreichen, müssen weitere Maßnahmen umgesetzt und die strategischen Ansätze des Gewässer- und Naturschutzes konsequent aufeinander abgestimmt werden. Die Beiträge in Heft 4-2012 von Natur und Landschaft geben einen bundesweiten Überblick zum Zustand der Gewässer und Auen, zu Gefährdung und Bestandstrends der dort vorkommenden Arten und Lebensräume sowie zu programmatischen Ansätzen zu ihrer nachhaltigen Entwicklung.



Albrecht, Juliane; Schmidt, Catrin; Stratmann, Lars; Hofmann, Martin; Posselt, Sandra; Wendler, Wiebke; Roßner, Dorothea und Wachs, Anne

Die Wasserrahmenrichtlinie aus Sicht des Naturschutzes – Analyse der Bewirtschaftungsplanung 2009

Aufgrund ihres ökosystemaren und flächenbezogenen Ansatzes zum Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers weist die Wasserrahmenrichtlinie zahlreiche Schnittstellen zum Naturschutz auf, die größtenteils Synergiepotenziale beinhalten. Bis Ende des Jahres 2009 wurden erstmals Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für alle zehn Flussgebietseinheiten in Deutschland aufgestellt. Der vorliegende Band analysiert, wie Naturschutzbelange dabei einbezogen wurden und welche zusätzlichen Möglichkeiten künftig dafür bestehen.
Auf Grundlage einer Analyse der Schnittstellen zwischen den Zielen des Naturschutzes und der Wasserrahmenrichtlinie, einer vergleichenden Auswertung ausgewählter Planungsdokumente in den 10 Flussgebietseinheiten Deutschlands sowie einer vertieften Betrachtung einzelner Schnittstellen zu den Schwerpunktthemen „Natura 2000“, „Auen und Biotopverbund“ sowie „grundwasserabhängige Landökosysteme und Feucht-gebiete“ werden Kernempfehlungen zu sechs Themenbereichen formuliert.



Christian Damm, Emil Dister, Nadja Fahlke, Klaus Follner, Frauke König, Egbert Korte, Boris Lehmann, Klaus Müller, Johannes Schuller, Anna Weber und Albert Wotke

Auenschutz - Hochwasserschutz - Wasserkraftnutzung
Beispiele für eine ökologisch vorbildliche Praxis

Die gesellschaftliche Wertschätzung verschiedener Nutzungen von Flüssen und ihren Auen hat sich gewandelt. Naturschutz und Hochwasserschutz haben durch die katastrophalen Auswirkungen von Überschwemmungen und den fortschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt an Bedeutung gewonnen. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie verlangt grundsätzlich die Erreichung eines guten Zustandes der Fließgewässer. Gleichzeitig verstärkt der Klimawandel den Druck zur Nutzung der Wasserkraft, Flüsse werden weiterhin als Verkehrsträger benötigt und die Bevölkerung nutzt die Flusslandschaften verstärkt zur Erholung. Maßnahmen zur Renaturierung der Flüsse müssen deshalb einer Vielzahl unterschiedlichster Ansprüche gerecht werden.

Vor diesem Hintergrund werden in dieser Veröffentlichung 37 „Gute Beispiele“ für Projekte des naturverträglichen Hochwasserschutzes, des Auenschutzes und der ökologisch optimierten Wasserkraftnutzung vorgestellt, die als Impulsgeber für neue Projekte dienen sollen. In Form von Steckbriefen
werden die wichtigsten Fakten zu diesen Projekten stichpunktartig und übersichtlich dargestellt. Die erreichten und angestrebten Erfolge werden ebenso aufgezeigt wie die Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Die komprimierte Aufbereitung ermöglicht einen schnellen Einblick in die Projekte und erleichtert es, die dargestellten Ergebnisse für die Umsetzung zukünftiger Projekte zu nutzen.

 zu den Kurzsteckbriefen

 



Wolf-Christian Lewin, Antje Bischoff, Thomas Mehner: 

Die „Gute fachlichen Praxis“ in der Binnenfischerei

 

Die meisten Binnengewässer der Bundesrepublik sind von vielfältigen menschlichen Nutzungen betroffen, so dass Fischfauna und aquatische Biodiversität vielfach gefährdet sind. Die Fischfauna der Binnengewässer ist hauptsächlich durch die Veränderung ihrer Lebensräume gefährdet. Daher besteht hinsichtlich vieler Aspekte eine prinzipielle Übereinstimmung von fischereilichen und naturschutzfachlichen Interessen. Dennoch können auch nicht nachhaltige Praktiken der modernen Berufs- und Freizeitfischerei zu der Gefährdung der aquatischen Lebensgemeinschaften beitragen. Dieser Tatsache muss die fischereiliche Bewirtschaftung der Gewässer Rechnung tragen. Vor dem Hintergrund des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes ist es erforderlich, den Begriff der "Guten fachlichen Praxis" (GfP) für die Binnenfischerei inhaltlich zu konkretisieren. Der vorliegende Bericht des F+E Vorhabens zur "Naturschutzfachlichen Konkretisierung einer Guten fachlichen Praxis in der Binnenfischerei" gibt den internationalen Wissensstand bezüglich der verschiedenen Aspekte der fischereilichen Bewirtschaftung wieder. Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen werden Schlussfolgerungen abgeleitet, wie die GfP mit der nachhaltigen Bewirtschaftung von Fischbeständen aus naturschutzfachlicher Perspektive in Einklang zu bringen ist und welche Aspekte bei der Bewirtschaftung von Fischbeständen durch Berufs- und Freizeitfischerei zu beachten sind, um potentielle Interessenkonflikte mit Naturschutz und Nachhaltigkeit zu minimieren. Der vorliegende Bericht soll als Grundlage für einen konstruktiven Dialog zwischen Berufsfischerei, Freizeitfischerei und Naturschutz über die Umsetzung der "Guten fachlichen Praxis" und die Verantwortung zum Erhalt der aquatischen Biodiversität dienen.



Foeckler, F., Schmidt, H. und Herrmann, T. (2010)

Ökologische Untersuchungen im Isarmündungsgebiet
BfN-Skript 276

Die Mündung der Isar in die Donau bildet eines der wenigen, naturnahen Flussmündungsgebiete Deutschlands und liegt im letzten größeren ungestauten Abschnitt der deutschen Donau. Das Zusammentreffen beider Flüsse schuf einen äußerst strukturreichen Lebensraum, der eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Trotz der flussbaulichen Maßnahmen im 19. und 20. Jahrhundert hat das Isarmündungsgebiet auch heute herausragenden Naturschutzwert.

Diese Bedeutung des Gebietes führte 1990 zur Ausweisung des Naturschutzgebietes "Isarmündung" und etwas später zur Förderung als Naturschutzgroßprojekt „Mündungsgebiet der Isar“. Ziel des Vorhabens war die Erhaltung und Wiederherstellung einer weitestgehend intakten, naturnahen Überflutungsaue und die Regeneration natürlicher Auenökosysteme.

Der Anlass für die nun veröffentlichte Studie war zum einen der Bedarf an ökologisch-naturwissenschaftlichem Wissen für das genannte Naturschutzgroßprojekt, um eine optimale Gestaltung der Maßnahmen im Gebiet der Isarmündung zu erreichen. Zum anderen werden damit weitere Grundlagen für die Diskussion über den Ausbau der Donau bereit gestellt.



Staas, S. und Paulusch, J. (Bearb.) (2010)

Tagungsband „Fischwanderung und die Bedeutung der Auenhabitate“
BfN-Skript 280

Die Fischfauna ist von entscheidender Bedeutung für den ökologischen Zustand von Fließgewässern und deshalb Gegenstand der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Für einen guten ökologischen Zustand der Fischfauna hat neben der Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit auch die Wiederanbindung und Renaturierung von Auengewässern einen hohen Stellenwert. Daher ist die Einbeziehung der Flussauen für die Umsetzung der Ziele der EU-WRRL von grundlegender Bedeutung, sowohl bei der Maßnahmenplanung als auch bei den Erhebungen und Bewertungsverfahren. Ziel der Tagung war es, die Bedeutung der Auen für die Fischfauna und deren Relevanz für einen besseren ökologischen Zustand der Fließgewässer darzustellen.

Im nun veröffentlichten Tagungsband werden sowohl Grundlagen der Fischökologie als auch die Funktion von Fischwanderungen im Tages- und Jahreszyklus und die daraus resultierende Notwendigkeit einer ungehinderten lateralen und linearen Durchgängigkeit thematisiert. Die vorgestellten Ergebnisse liefern eine Übersicht zu bundesweit erfolgreichen Projekten im Bereich der Wiederherstellung der Durchgängigkeit in auengeprägten Fließgewässern und sollen die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren anregen.

 



Adam,B., Schwevers, U. (2010):

Bewertung von Auen anhand der Fischfauna - Machbarkeitsstudie -
BfN-Skript 268

Naturnahe Flussauen bilden ein Mosaik aus unterschiedlichen Gewässerstrukturen und sorgen durch den kleinräumigen Wechsel von Still- und Fließgewässern für die Ausbildung vielfältiger Habitatstrukturen. Die Artengruppe der Fische eignet sich dabei in besonderem Maße für eine Charakterisierung des Vernetzungsgrades von Auen, weil viele Fischarten innerhalb ihres Lebenszyklus auf räumlich zwar getrennten, aber funktionell miteinander korrespondierende Lebensräume angewiesen sind. Fische nutzen Auengewässer auf vielfältige Weise, z.B. als Laich-, Aufwuchs-, Rückzugs- und Nahrungshabitate. Bei spezialisierten Auenarten, die sich nicht im Fluss selbst, sondern nur in Auengewässern fortzupflanzen vermögen, spielen sie sogar eine zentrale Rolle für das Überleben der Population.

Die vorliegende Machbarkeitsstudie unterbreitet Vorschläge für eine ökologische Bewertung der Auenfischfauna. Darüber hinaus werden anhand der spezifischen Lebensraumansprüche dieser Artengemeinschaft die strukturellen Voraussetzungen für die Ausbildung naturraumtypischer Lebensgemeinschaften beschrieben. Auf dieser Basis wird die Möglichkeit erörtert Auen im Hinblick auf ihre Qualität als Fischlebensraum zu bewerten.



Brunotte, E., Dister, E., Günther-Diringer, D., Koenzen, U. und Mehl, D. (2009):

Flussauen in Deutschland - Erfassung und Bewertung des Auenzustandes 

Flussauen spielen für den Erhalt der biologischen Vielfalt, den naturverträglichen Hochwasserschutz und die Anpassungen an den Klimawandel eine wichtige Rolle. Trotz der bedeutenden Funktionen von Auen im Naturhaushalt war über ihre räumliche Ausdehnung und ihren Zustand im bundesweiten Überblick bislang wenig bekannt. Diese Wissenslücke wurde durch die Erfassung und Bewertung der Auen von 79 Flüssen auf einer Länge von ca. 10.000 Flusskilometern mit einer Gesamtfläche von ca. 15.000 km² geschlossen. Daten zur Flächengröße, zur Nutzung und zum Schutzstatus von Flussauen wurden in einer Geodatenbasis zusammengeführt, die als Baustein für eine nachhaltige Auenentwicklung genutzt werden kann. 

Mit dieser Veröffentlichung werden für das Bundesgebiet erstmalig übergreifende Fachdaten über die räumliche Ausdehnung der Flussauen, den Verlust von Überschwemmungsflächen und den Zustand der rezenten Flussauen in Deutschland vorgelegt und in Form von drei großformatigen Übersichtskarten dargestellt. Die Ergebnisse sind vielseitig nutzbar und eine wichtige Informationsquelle für Behörden, Planer und Naturschutzverbände bei Fragen des Auenschutzes, des Biotopverbundes und des naturverträglichen Hochwasserschutzes. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es einen dringenden Handlungsbedarf gibt den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und den ökologischen Zustand der Auen zu verbessern.



Manfred Fuchs, Sabine Preis. Veronika Wirth, Birgit Binzenhöfer, Ulrike Pröbstl, Gabriele Pohl, Susanne Muhar und Mathias Jungwirth

Wasserrahmenrichtlinie und Natura 2000

Die Wasserrahmenrichtlinie, die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und die Vogelschutz-richtlinie sind wesentliche Säulen einer europäischen Umweltpolitik. In und an Gewässern und in wasserabhängigen Lebensräumen überschneiden sich ihre Handlungsfelder.

Die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Naturschutz- und Wasserpolitik erfordert es, die Richtlinien einer gesamtheitlichen Betrachtung ihrer normativen Vorgaben, ihrer fachlichen Ziele und ihrer Umsetzungsschritte zu unterziehen. Es werden Synergiemöglichkeiten abgeleitet und Konfliktfelder definiert. In grenzübergreifender Betrachtungsweise wird die Vollzugspraxis der Bundesrepublik Österreich mit den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich und der Bundesrepublik Deutschland mit dem Bundesland Bayern am Beispiel der Grenzgewässer „Untere Salzach“ und „Unterer Inn“ untersucht. Es wird eine Weiterentwicklung und Konkretisierung von Handlungs- und Verfahrensempfehlungen vorgenommen, um den Umsetzungsprozess zu optimieren.

Die Studie ist ein Beitrag, um Wasserwirtschaft und Naturschutz in ihrem beiderseitigen Interesse zusammenzuführen. Sie richtet sich an alle Personen, Behörden und Verbände, die für den Erfolg einer integrierten europäischen Umweltpolitik arbeiten.



Auenzustandsbericht
Flussauen in Deutschland

Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz haben am 5.10.2009 erstmalig einen Auenzustandsbericht für Deutschland präsentiert. Damit existiert ein bundesweiter Überblick zum Verlust von Überschwemmungsflächen und zum Zustand der Flussauen in Deutschland. Die Ergebnisse wurden auch in Form von zwei Übersichtskarten dargestellt. Neben den Übersichtskarten und dem Auenzustandsbericht wurde eine Geodatenbasis für die Auen entlang von ca. 10.000 Flusskilometern erstellt, die jeweils für die links- und rechtsseitige Aue Auskunft über die Größe, die Landnutzung, die Schutzgebiete und den Zustand gibt. Der Auenzustandsbericht macht den Handlungsbedarf deutlich, Gewässer und Auen nachhaltig zu entwickeln. Länderübergreifend werden wichtige Hinweise gegeben, wo Potenziale zur naturnahen Auenentwicklung vorhanden sind und wo Nutzungen angepasst werden sollten, aber ebenso, wo bedeutsame Auengebiete erhalten sind.



Symposiumsbericht

Biodiversität von Gewässern, Auen und Grundwasser

Biodiversity of surface waters, floodplains and groundwater

Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eines der wichtigsten Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Umweltbundesamt (UBA) wollen zusammen an der Lösung dieses Problems arbeiten. Mehr als 100 deutsche und ausländische Fachleute aus Wissenschaft und Praxis trafen sich am 29. und 30. Oktober 2008 bei einem Symposium in Bonn um Wege zu identifizieren, wie die biologische Vielfalt in und an Gewässern, Auen und im Grundwasser nachhaltig gesichert werden kann.

72 Prozent der verschiedenen natürlichen Lebensräume und ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind gefährdet. Alle benötigen Wasser und viele davon bestehen und leben in oder an Gewässern. An zwei Dritteln der Flüsse und Seen sind Maßnahmen erforderlich, um sie wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen, den die europäische Wasserrahmen-Richtlinie fordert. Dazu müssen Wehre für Fische passierbar gemacht werden und die Uferbereiche wieder naturnäher gestaltet werden. Vernetzte naturnahe Gewässer und Auen ermöglichen es Arten und Lebensräumen, sich verändernden Umweltverhältnissen anzupassen. Vor allem die Landwirte sind aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Pflanzennährstoffe von ihren Anbauflächen nicht weiter in Oberflächengewässer und Grundwasser gelangen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums waren sich einig, dass ökologische Verbesserungen notwendig sind, um die biologische Vielfalt von Gewässern, Auen und Grundwasser zu erhalten - zum Nutzen von Natur und Menschen gleichermaßen. Im vorliegenden Symposiumsbericht sind die Ergebnisse des zweitägigen Symposiums “Biodiversität von Gewässern, Auen und Grundwasser” in einer Zusammenfassung, in aktualisierten Hintergrundinfomationen und Satatements dargestellt.

 



Korn, N., Jessel, B., Hasch, B. und Mühlinghaus, R. (2005):

Flussauen und Wasserrahmenrichtlinie - Bedeutung der Flussauen für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie - Handlungsempfehlungen für Naturschutz und Wasserwirtschaft.

Flussauen stellen in der Bundesrepublik Deutschland seit langem ein gemeinsames Handlungsfeld von Naturschutz und Wasserwirtschaft dar. Nachdem mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eine Neuausrichtung der Gewässerentwicklung in den Mitgliedsstaaten eingeleitet worden ist, stellt sich auch die Frage, welche neuen Ansätze sich den Beteiligten in Bezug auf die Flussauen eröffnen. Welche Bedeutung hat das Gewässerumfeld - und mit ihm die Flussauen - für das Erreichen der von der WRRL gesteckten Umweltziele, und wie verändert die Umsetzung der WRRL die Voraussetzungen für den Naturschutz in Flussauen?

Da die Wasserrahmenrichtlinie den Begriff "Flussaue" nicht verwendet, werden zunächst die relevanten Regelungen der Richtlinie herausgearbeitet, die einen deutlichen Bezug zu den Naturschutzbelangen in Flussauen erkennen lassen. An zwei Beispielgebieten mit verschiedenen naturräumlichen Bedingungen und unterschiedlichem Ausbauzustand der Gewässer, der "Unteren Havelniederung" und dem "Südlichen Oberrhein", werden - bezogen auf die Anforderungen der WRRL - Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Handlungsansätze von Wasserwirtschaft und Naturschutz veranschaulicht. Darauf aufbauend werden schließlich 16 Empfehlungen für die Zusammenarbeit von Naturschutz und Wasserwirtschaft bei der Umsetzung der WRRL formuliert.



Uwe Koenzen (2005):

Fluss- und Stromauen in Deutschland. Typologie und Leitbilder

Naturnahe Flussauen sind die artenreichsten Ökosysteme Mitteleuropas und zentrale Achsen eines länderübergreifenden Biotopverbundes. Als natürliche Retentionsräume übernehmen sie wichtige Funktionen beim vorbeugenden Hochwasserschutz, denn naturnahe Auen dämpfen die Hochwasserwellen und verzögern den Hochwasserabfluss. Der Verlust naturnaher Auen ist jedoch so weitreichend, dass aus landschaftsökologischer, naturschutzfachlicher und nicht zuletzt auch wasserwirtschaftlicher Sicht ein hoher Schutz- und Entwicklungsbedarf besteht. Wesentliche Zielvorgaben hierfür liefern die Europäische Wasserrahmenrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Fluss- und Stromauen besitzen je nach Naturraum ganz unterschiedliche Charaktere.

Die hier vorliegende Veröffentlichung bildet diese natürliche Vielfalt der Fluss- und Stromauen Deutschlands in überschaubarer Weise ab. Erstmalig liegt nun eine bundesweite Auentypologie mit einer Karte der Fluss- und Stromauentypen Deutschlands vor. Die Beschreibung und Darstellung der Typen in anschaulicher Form als Leitbilder macht sie für die Praxis anwendbar. Leitbilder stellen eine Grundlage für eine ökologische Bewertung dar und bieten Orientierung für Naturschutz und Wasserwirtschaft bei der zukünftigen naturnahen Entwicklung von Flüssen und Auen.


Letzte Änderung: 15.03.2016

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