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Naturschutz, Moorschutz

Naturschutzgroßprojekt Allgäuer Moorallianz verbindet Naturschutz mit Klimaschutz

Berlin/Bonn, 22. November 2012: Am heutigen Donnerstag geht das Naturschutzgroßprojekt "Allgäuer Moorallianz" in die zweite Phase. Dazu erklären das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz (BfN): Moore haben eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz. Für die zweite Förderphase stellt das Bundesumweltministerium 6,3 Millionen Euro aus dem Programm "chance.natur-Bundesförderung Naturschutz" zur Verfügung. Das BfN als Bewilligungsbehörde begleitet das Naturschutzprojekt fachlich.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser: "Das Projekt ist ein ehrgeiziges Vorhaben zum Schutz der Moore im Allgäu. Nach dem erfolgreichen Abschluss der planerischen Arbeit können die beiden Landkreise Ostallgäu und Oberallgäu jetzt mit der Umsetzung beginnen. Die Förderung dieses Projektes ist eine wichtige Investition in die Zukunft."

Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Dr. Gerd Müller: "Die Allgäuer Moore sind einmalig. Dieses herausragende Projekt trägt dazu bei, diese Kulturlandschaft und damit auch die Biodiversität im Alpenraum zu erhalten und zu sichern."

BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Mit der Wiederherstellung und der dauerhaften Sicherung von Mooren mit einem naturnahen Wasserhaushalt sowie den Erhalt von Streuwiesen leistet das Naturschutzgroßvorhaben einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Naturerbes. Außerdem trägt das Projekt gleichzeitig zum Klimaschutz bei."

BfN-Fachbereichsleiter Dr. Alfred Herberg und der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber übergaben heute den beiden Landräten der Landkreise Oberallgäu und Ostallgäu den Bewilli-gungsbescheid für die zweite Förderphase des Naturschutzgroßprojektes.

Das Naturschutzgroßprojekt "Allgäuer Moorallianz" zählt zu den fünf Gewinnern des Bundeswettbewerbes "idee.natur-Zukunftspreis Naturschutz". Es ist auf zehn Jahre angelegt und verfolgt das Ziel, bundesweit einzigartige Hochmoore und Streuwiesen in den voralpinen Landkreisen Ostallgäu und Oberallgäu langfristig zu erhalten.

In Mooren mit ihren Torfkörpern sind große Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Als Folge von Entwässerungen und der Intensivierungen der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung sind viele Moore zumindest oberflächig ausgetrocknet. Dies führt zur Freisetzung der klimaschädlichen Gase Kohlendioxid und Lachgas. Im Naturschutzgroßvorhaben "Allgäuer Moorallianz" soll dieser Prozess innerhalb von zehn Jahren durch den Rückbau von Entwässerungseinrichtungen, durch Staumaßnahmen sowie die Extensivierung der umgebenden Streuwiesen gestoppt und geschädigte Moore revitalisiert werden. Von diesen Maßnahmen sollen die teilweise nur hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten profitieren und langfristig in ihren Beständen gesichert werden.

Neben dem Erhalt von Mooren ist auch der Schutz des stark gefährdeten Grünlandes ein weiter Aspekt. In einer beispielhaften Integration von anspruchsvollem Naturschutz und nachhaltiger Landnutzung soll es gelingen, Rahmenbedingungen zu schaffen und Fördermöglichkeiten zu eröffnen, die langfristig eine stabile Partnerschaft von Naturschutz und Landnutzern ermöglichen. So sieht das Streuwiesenkonzept des Vorhabens durch die Einbindung von sogenannten Moorbauernhöfen eine dauerhafte Nutzung der anfallenden Streu der spät im Jahr gemähten ökologisch wertvollen, nährstoffarmen Wiesen im Umfeld der Moore vor und trägt somit zur Minimierung der Stoffeinträge in die Moore bei. Die Grundgedanke des Projektes ist es, möglichst natürliche, allein der eigenen Dynamik und Selbstregulation unterliegende Moore zu erhalten und wiederherzustellen sowie die von Verbrachung oder Intensivierung gefährdeten, für das Allgäu charakteristischen, artenreichen Streuwiesen dauerhaft zu sichern.

Der Bundeswettbewerb "idee.natur-Zukunftspreis Naturschutz" wurde vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz in Kooperation mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium in den Jahren 2007 bis 2009 durchgeführt. Im Rahmen dieses Wettbewerbes sollten neue zukunftsweisende Konzepte für Naturschutzgroßprojekte entwickelt werden, die zugleich wirtschaftliche Perspektiven für ländliche Regionen erschließen. Das Projekt "Allgäuer Moorallianz" ist eine von fünf Gewinnerregionen.

Mit dem Programm "chance.natur-Bundesförderung Naturschutz" unterstützt der Bund seit 1979 ausgewählte Regionen bei ihren Bemühungen, national besonders schützenswerte Naturräume und historisch gewachsene Kulturlandschaften großräumig zu sichern. Bisher wurden 76 Vorhaben auf einer Gesamtfläche von über 3.500 Quadratkilometern in die Förderung aufgenommen.


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Letzte Änderung: 23.09.2016

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