Bundesamt für Naturschutz

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Erläuterungen zum Kartendienst "Natura 2000-Gebiete für Antragsteller von GVO-Freisetzungen"

Die experimentelle Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt bedarf einer Genehmigung. In einer Risikoprüfung sind potenziell schädliche Wirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt zu bewerten und ggf. geeignete Sicherheitsmaßnahmen vorzugeben. In der Prüfung sind die ökologische Ausstattung und naturschutzfachliche Informationen des Freisetzungsstandortes und von dessen Umgebung zu berücksichtigen. Insbesondere die Auswirkungen auf seltene und gefährdete Arten und ökologisch sensible Gebiete bedürfen einer intensiven Prüfung.

Einem besonderen gesetzlichen Schutz unterliegen Gebiete des europäischen Netzes  Natura 2000 (Flora-Fauna-Habitat ( FFH )-RL 92/43/EWG, Vogelschutz-RL 79/409/EWG). Für die Natura 2000-Gebiete gilt ein Verschlechterungsverbot.
Bei Freisetzungsvorhaben, in deren Einflussbereich sich Natura 2000-Gebiete befinden, ist eine Prüfung nach §§ 34a, 34 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) durchzuführen, in der erhebliche Beeinträchtigungen der Schutzziele dieser Gebiete mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden müssen. Die Feststellung der   FFH -Verträglichkeit ist Voraussetzung für die Genehmigung einer Freisetzung. Für das Verfahren ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als die im gentechnikrechtlichen Genehmigungsverfahren federführende Behörde zuständig. Das BVL führt die einzelnen Schritte unter Beteiligung des Bundesamtes für Naturschutz durch.

Das Bundesamt für Naturschutz stellt Antragstellern von Freisetzungsprojekten einen Kartendienst zur Auswahl ihrer Projektflächen zur Verfügung. Damit können geographische Informationen und Distanzen zu Schutzgebieten und Verwaltungseinheiten in Deutschland abgerufen werden. Zur einfachen Orientierung sind Topographische Karten hinterlegt.

Dargestellt werden die Natura 2000-Gebiete (aktueller Meldungsstand) einschließlich zusätzlicher Pufferzonen von 1000 m um diese Gebiete. Auch für diese Pufferzonen ergibt sich hinsichtlich der   FFH -Verträglichkeit bereits ein besonderer Prüfbedarf. Die Einhaltung der hier angegebenen Distanzen verringert den Aufwand für die Prüfung eines Antrages erheblich. Sie ersetzt aber nicht die Risikoprüfung im Rahmen des gentechnikrechtlichen Genehmigungsverfahrens.

Start des Kartendienstes

Letzte Änderung: 11.10.2007

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