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Vilm im Jahresverlauf

Sommer auf Vilm „Heidenelke und Kartoffelrose“

Heidenelke (Dianthus deltoides), Blume des Jahres 2012
Heidenelke (Dianthus deltoides), Blume des Jahres 2012

Die Blume des Jahres 2012 schmückt derzeit die Insel Vilm und ist insbesondere in der  Umgebung des Tagungshauses zu finden. Von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt wurde sie zur Blume des Jahres 2012 gewählt (dieses Jahr ist es das Leberblümchen, Hepatica nobilis). Hunderte bis Tausende Pflanzen mit fast reinweißen bis hin zu dunkel rosa Blüten weisen auf den Sommer hin, der nun endlich auch den Sprung in den Norden geschafft hat.


Daneben blühen mit ganz ähnlichen Farben die Kartoffelrosen. Während die Heidenelke heimisch ist und auf der bundesweiten Roten Liste in der Vorwarnstufe – also mit stark rückläufigem Trend -  geführt wird, ist die für die Küste so typische wie bekannte Kartoffelrose ein Neophyt, d.h. die Rose wurde von Menschen eingeführt und absichtlich oder auch unabsichtlich in die Natur ausgebracht. Kartoffelrosen wurden und werden häufig auf Dünen bzw. auf sandigen Böden gepflanzt. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass diese invasive Art sich manchmal auch weit auf den Dünen ausbreiten und andere heimische Pflanzen und Tiere so verdrängen kann.

Mehr Infos gibt es auf der Website www.floraweb.de/neoflora/handbuch/rosarugosa.html.

Die eingeführte Kartoffelrose (Rosa rugosa) vor dem Tagungshaus
Die eingeführte Kartoffelrose (Rosa rugosa) vor dem Tagungshaus

Schnee im Frühling…

Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) auf der Insel Vilm (14.04.2013)
Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) auf der Insel Vilm (14.04.2013)

Während die letzten Schneereste in der Hitze schwitzen, scheint die Natur aufholen zu wollen: Rauch- und Mehlschwalben fliegen umher und der morgendliche Gesang der Singvögel ist herrlich. Dabei ist es erst zwei Wochen her, dass die Insel in mehreren Zentimetern Schnee begraben war – ein später Frühling. 

Nun blühen die ersten Frühjahrsblüher im Wald und auch die Amphibien sind auf dem Weg zu ihren Laichgewässern.


Frühlingsblüher auf der Insel Vilm (14.04.2013): Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Leberblümchen (Hepathicum nobilis), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
Frühlingsblüher auf der Insel Vilm (144.04.2013): Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Leberblümchen (Hepathicum nobilis), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Auf den Boddengewässern rasten zurzeit immer noch (oder schon wieder) Tausende von Tauchenten und Sägern, die sich ebenfalls bald auf den Weg in ihre nördlichen Brutgebiete machen werden.

Tauchenten vor der Insel Vilm (14.04.2013)
Tauchenten vor der Insel Vilm (14.04.2013)

Die Natur ist kein Barcode…

Das erste Eis hat sich an geschützten Stellen des Boddens gebildet und die Minusgrade dominieren wieder im Wetterbericht. Die Insel Vilm ist von einer 10 cm dicken Schneedecke zugedeckt und die Landschaft wirkt ruhig und verschlafen. Zahlreiche Tierspuren, Fährten oder Trittsiegel klären jedoch über den scheinbaren Frieden, der durch die Stille suggeriert wird, auf.

Im Wald kann man bereits das Keckern bzw. die Rufe der Seeadler (Haliaeetus albicilla) hören, die sich anscheinend schon auf die nächste Brutsaison vorbereiten (die jährlichen Horstruhezeiten bzw. das verschärfte Verbot der Beunruhigung in der Umgebung des Horstes gelten aufgrund des frühen Brutbeginns bereits ab dem 01. Januar nach dem hiesigen Naturschutzgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern).


Seeadler am Kochufer (11.12.2012)
Seeadler am Kochufer (11.12.2012)

Barcode: Eis an Buchenstämmen (11.12.2012)
Barcode: Eis an Buchenstämmen (11.12.2012)

Nächste Brutsaison? Dieses ist bei den frostigen Temperaturen erstaunlich.
Neben den zahlreichen Meeresenten, die sich als Wintergäste auf dem Bodden aufhalten, hält sich auch ein Raubwürger (Lanius excubitor) wie im vergangenen Winter wieder auf dem Großen Vilm auf. Es konnten sogar zwei Wasseramseln (Cinclus cinclus) Winterflüchtlinge aus Skandinavien) am Fuß der Steilküste beobachtet werden. Die Bäume sind durch den eisigen Wind und das Schneegestöber der Vortage einseitig weiß, und die geraden Stämme einer mittelalten Buchenverjüngung wirken wie der kühlkalte Barcode eines Preisetikettes.

Ein einfaches Scannen der Natur ist zum Glück nicht möglich und sie behält sich vor, uns immer wieder mit neuen Überraschungen und ihrer Vielfältigkeit und Schönheit bewundernd innehalten zu lassen.