Bundesamt für Naturschutz

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Tagungskalender

Ort:
Internationale Naturschutzakademie Vilm
D -18581 Putbus
 Hinweise zur Anreise
Info:
Frau Finger, Tel.: 038301-86-112, Fax: 038301-86-117,
 Martina.Finger@bfn-vilm.de


Reihe: Natur und Gesellschaft

10. Vilmer Sommerakademie: Natur auf der Rechnung– Zur politischen Ökonomie des Naturschutzes

18.07.2010 - 22.07.2010

Veranstalter:
Bundesamt für Naturschutz (BfN), Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Leitung:
Dr. Reinhard Piechocki (BfN-FG II 5.1), Dr. Norbert Wiersbinski (BfN-FG II 5.3), Prof. Dr. Konrad Ott (Universität Greifswald), PD Dr. Thomas Potthast (Universität Tübingen)
Teilnehmer:
VertreterInnen von Naturschutzbehörden und Naturschutzverbänden, UmweltpolitikerInnen, MinisterialbeamtInnen, ehrenamtliche NaturschützerInnen, Naturschutz-WissenschaftlerInnen, GeisteswissenschaftlerInnen, allgemein Interessierte

’’Ein Zyniker ist, wer von allem den Preis und von nichts den Wert kennt’’. Oscar Wilde

Die Geschichte der Industrialisierung ist eine Geschichte der Verdrängung von Natur aus den ökonomischen Theorien und Berechnungen: Arbeit und Kapital sind die bestimmenden Rechengrößen geworden. Diese Verdrängung wirkt sich bis heute in komplexer Weise aus. Das Bewusstwerden der Ressourcenknappheit und die ökologische Krise der 1970er Jahre förderten die Einsicht, dass die Bewahrung von Natur auch Eingang in die ökonomischen Modelle finden muss. Die Nachhaltigkeitsdebatte ist der deutliche und sichtbare Ausdruck für diese Periode.

Schon vor mehr als zehn Jahren versuchte die Gruppe um Robert Costanza, den Gesamtwert der globalen Biodiversität monetär zu bestimmen. Dieser Versuch machte aber auch auf die Schwierigkeiten und Grenzen einer solchen ökonomischen Bewertung von Natur aufmerksam. Im Anschluss an den so genannten Stern-Report, der eine Intensivierung der Klimaschutzpolitik ökonomisch rechtfertigte, wurde auf dem G-8 Umweltministergipfel 2007 in Potsdam eine neue Initiative ins Leben gerufen, um die Kosten des Verlustes von Biodiversität bzw. den Nutzen des Erhalts ökonomisch zu beziffern, die TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity). Die Studie liegt mittlerweile in Zwischenberichten vor.
Diese Initiative beruht auf der Voraussetzung, dass die Ökonomik (und nicht etwa die Ethik) diejenige Wissenschaft ist, auf deren Erkenntnisse sich politisches Entscheiden stützen können sollte.
Das Memorandum „Ökonomie für den Naturschutz“ führender deutscher Umweltökonomen, veröffentlicht 2009, unterstützt diesen Ansatz.
„Natur ist ein Kapital, das sich zu erhalten lohnt. Der Reichtum der Natur wird jedoch schwerlich gegen die Kräfte eines globalisierten Marktes zu sichern sein. Erfolg versprechender ist es, den Markt selbst als ein Instrument im Naturschutz zu gebrauchen – Naturschutz ökonomisch zu betreiben.“, heißt es in dem Memorandum.
In – Wert – Setzung von Natur ist daher die Maxime der aktuellen Diskussion. Wo stehen wir heute, wenn wir versuchen, Natur in die Ökonomie zu integrieren?

Zahlen und Geldwerte scheinen eine klare und eindeutige Sprache zu sprechen, die überall leicht verständlich ist.
Der Naturschutz, der sich eher über außermonetäre Werte als über Preise definiert, braucht jedoch keine Scheu vor ökonomischer In-Wert-Setzung zu haben, sondern muss sich mit Methoden, Möglichkeiten und Grenzen ökonomischer Naturbewertungen kritisch auseinandersetzen. Hierzu möchte die Vilmer Sommerakademie ermuntern.

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Letzte Änderung: 02.09.2010

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