Bundesamt für Naturschutz

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Rückkehr der Kegelrobben


Kegelrobben: Mutter mit Jungtier. Foto: BfN
Kegelrobben: Mutter mit Jungtier. Foto: Bfn

Ein Beispiel einer marinen Tierart, die im Fokus des BfN steht, sind die Kegelrobben (Anhang-II-Art der FFH -Richtlinie) in der Ostsee. Seit vielen Jahren setzt sich das BfN im Rahmen der HELCOM und deren Gremien (Seal Management Group) für den umfassenden ostseeweiten Schutz dieser Robbenart ein.

Forscher identifizieren Ostsee-Kegelrobben

Kegelrobben in Nord- und Ostsee

Kegelrobbe (Halichoerus grypus) an der Eiskante. Foto: S.E. Arndt
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) an der Eiskante.  Foto: S.E. Arndt
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) mit Jungtier auf Helgoland. Foto: K. Wollny-Goerke
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) mit Jungtier auf Helgoland. Foto: K. Wollny-Goerke

Das BfN unterstützte ein mehrjähriges Forschungsprojekt (1998 - 2002) zur Wiederansiedlung der Kegelrobben in ihren ursprünglichen Lebensräumen an der deutschen Ostseeküste, wo diese Robbenart insbesondere durch die Jagd und Lebensraumzerstörung bis etwa 1920 ausgerottet wurde. Das Projekt konnte zwar nicht mit der gezielten Auswilderung von Robben abgeschlossen werden. Inzwischen jedoch etabliert sich auf natürlichem Weg ein kleines Kegelrobben-Vorkommen in den Gewässern um Rügen, für deren Monitoring und Schutz sich das BfN zusammen mit den zuständigen Landesbehörden engagiert. Auch hier gilt: Naturschutz soll gemeinsam mit den Menschen vor Ort wirkungsvoll umgesetzt werden.

Der Kegelrobben-Bestand an der deutschen Nordseeküste steigt mittlerweile kontinuierlich an, allein auf Helgoland werden zur Freude von Naturschützern, Einheimischen und Besuchern inzwischen jedes Jahr mehrere Dutzend Jungtiere geboren. Die Kegelrobben sind ein gutes Beispiel für die natürliche Ausbreitung einer Art oder auch die Wiederannahme ihrer ursprünglichen Habitate, sofern sie gute Lebensbedingungen, insbesondere ausreichend Nahrung, geeignete Wurfplätze und Ruhezonen, vorfinden.

Infos zum richtigen Verhalten bei Robben-sichtungen

Kegelrobbe (Halichoerus grypus), Foto: W. Dinther (BfN)
Kegelrobbe (Halichoerus grypus),  Foto: W. Dinther (Bfn)
Kegelrobben: Weibchen (links) und Bulle (rechts), Foto: W. Dinther (BfN)
Kegelrobben: Weibchen (links) und Bulle (rechts),  Foto: W. Dinther (Bfn)

Kegelrobben kehren erst seit kurzem vereinzelt an die deutsche Ostseeküste zurück. Momentan können daher schon kleine Störungen die Rückkehr negativ beeinflussen und zur Vertreibung der Tiere führen. Insbesondere die Flucht der Robben ins Wasser ist mit hohen energetischen Verlusten für die Tiere verbunden. Um dies zu vermeiden sowie Ihnen und anderen Naturinteressierten einzigartige Beobachtungen zu ermöglichen, sollten die folgenden Regeln unbedingt eingehalten werden:

  • Versperren Sie den Tieren niemals den Fluchtweg ins Wasser!
  • Halten Sie immer einen Mindestabstand von 100 m zu den Tieren! Schiffsführer und Wassersportler müssen stets einen Abstand von mindestens 300 m einhalten.
  • Bitte beobachten Sie die Tiere genau. Wenn Sie eine zunehmende Unruhe bemerken, vergrößern Sie bitte den Abstand!
  • Hunde sind anzuleinen! Sollten die Robben trotz angeleintem Hund unruhig werden, ist der Abstand entsprechend zu vergrößern.
  • Laute Geräusche und hektische Bewegungen sind zu vermeiden!
  • Das Streicheln, das Füttern und das Bewerfen der Tiere mit Gegenständen ist verboten!
  • Stellen Sie sich niemals zwischen Mutter und Jungtier!

Der Eindruck, dass ein allein am Strand liegendes Robbenjunges mutterlos ist und dringend menschliche Hilfe benötigt, ist falsch!

Alle Verhaltenstipps gelten auch für Begegnungen mit Kegelrobben und Seehunden an der Nordseeküste.

Alle Infos auch in unserem Flyer

Mehr Infos zu Kegelrobben und dem richtigen Verhalten bei Sichtungen finden Sie auch in unserem Flyer, den Sie hier herunterladen können:

 Kegelrobben in der deutschen Ostsee (2015, 1,5 MB)

Vereinbarung zur Durchführung touristischer Ausfahrten zu den Kegelrobben im Greifswalder Bodden

Kegelrobben (Halichoerus grypus) im Greifswalder Bodden. Foto: P. Hübner (BfN)
Kegelrobben (Halichoerus grypus) im Greifswalder Bodden. Foto: P. Hübner (Bfn)

Der Prozess der Rückkehr der Kegelrobbe an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns stellt eine Besonderheit dar, die sich auch im steigenden Interesse der Tourismusanbieter an dieser Entwicklung widerspiegelt. Im Winter 2009 nahm eine Reederei erste Testfahrten für touristische Beobachtungen der Kegelrobben im Greifswalder Bodden auf, welche unter Auflagen der zuständigen Naturschutzbehörden durchgeführt wurden. Die Auswertung der Ergebnisse zeigte unter Einhaltung dieser Auflagen bislang keinerlei Anzeichen für gravierende Störungen der Tiere. Zur dauerhaften Etablierung von störungsfreien und naturverträglichen Ausfahrten wurde in der Folge zwischen den Betreibern und den zuständigen Naturschutzbehörden eine freiwillige Vereinbarung mit klaren Vorgaben und Leitlinien erarbeitet. Am 23. August 2010 erfolgte die Unterzeichnung der freiwilligen Vereinbarung durch die Reederei Weiße Flotte GmbH, das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommerns und das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Zusammenfassend stellt die getroffene Vereinbarung eine Art Qualitätssiegel für die „robbenfreundliche“ Durchführung einer touristischen Besichtigungstour dar, welches bei Interesse auch an weitere Unternehmen verliehen werden kann.

Die freiwillige Vereinbarung zur Durchführung touristischer Robbenausfahrten im Greifswalder Bodden finden Sie hier:

 Vereinbarung zur Durchführung touristischer Ausfahrten zu den Kegelrobben im Greifswalder Bodden (728 KB)