Bundesamt für Naturschutz

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20 Jahre Bundesamt für Naturschutz: Fachforum Naturschutz - mitten in der Gesellschaft

Bonn, 12. Juli 2013: Zum Amts-Jubiläum veranstaltete das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ein Fachforum mit dem Titel „Naturschutz – mitten in der Gesellschaft“. Die hohe Zustimmung der Bevölkerung mit 93 Prozent (Naturbewusstseinsstudie 2012) zur Aussage, dass Natur zu einem guten Leben, zu Glück und Gesundheit dazu gehöre, zeigt, dass der Naturschutz in der Gesellschaft angekommen ist. Allerdings ist der Weg zum Handeln immer noch weit – deshalb wurde auf der Tagung der Naturschutz aus verschiedenen Perspektiven der Gesellschaft beleuchtet.

Bundesumweltminister Altmaier: Versöhnung von Energiewende und Naturschutz

Bundesumweltminister Peter Altmaier, Nina Ruge, BfN-Präsidentin Beate Jessel
Bundesumweltminister Peter Altmaier, Nina Ruge, BfN-Präsidentin Beate Jessel

Bundesumweltminister Peter Altmaier sprach sich für eine Versöhnung von Energiewende und Naturschutz aus. „Eine erfolgreiche Energiewende gelingt nur im Einklang mit der Natur“, sagte er beim Fachforum des BfN in Bonn. „Nur wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien naturverträglich erfolgt, wird er auf Dauer auch die Akzeptanz der Bevölkerung finden.“ BfN-Präsidentin Beate Jessel sprach sich für eine bessere koordinierte  räumliche Steuerung von erneuerbaren Energien an.

„Der Naturschutz muss schon früh in die Gestaltung der Energiewende integriert werden“, sagte der Bundesumweltminister. So könnten nach einer grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz verstärkt auch Naturschutz-Kriterien in die Ökostromförderung einfließen. Der Ausbau der Bioenergie zum Beispiel habe in vielen Regionen bereits eine Belastungsgrenze erreicht. Der Ausbau der Windkraft im Wald erfordere eine besonders sorgfältige Standortwahl. „Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt auch für die Energiewende“, so Altmaier. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich geschehen.“

BfN-Präsidentin Beate Jessel begrüßt Pläne zur Einbeziehung des Naturschutzes

BfN-Präsidentin Beate Jessel begrüßte die Pläne für eine stärke Einbeziehung des Naturschutzes in Sachen Energiewende ausdrücklich. Mit Sorge betrachtete Jessel die durch die Energiewende ausgelöste Nutzungskonkurrenz auf der Fläche: „Der vermehrte Anbau von Energiepflanzen oder ein stärkerer Holzeinschlag darf nicht zu Lasten einer nachhaltigen Landnutzung gehen. Ich bin überzeugt, dass ein naturverträglicher Umbau unserer Energieversorgung möglich ist.“ Beate Jessel sprach sich für eine besser koordinierte räumliche Steuerung von erneuerbaren Energien aus. Ein Ziel müsse sein, zu einem regional abgestimmten Energie-Mix zu gelangen, so BfN-Präsidentin Jessel.

Prof. Dr. Klaus Töpfer fordert Schutz der Natur aus internationaler Sicht

Nach Ansicht von Prof. Dr. Klaus Töpfer, der „Gründungsvater“ des BfN, müsste aus internationaler Sicht der Schutz der Natur weiter vorangebracht werden. „Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schutz und nachhaltiger Nutzung der Natur, damit man die wachsende Weltbevölkerung auch in der Zukunft noch ernähren kann.

Klaus Töpfer im Gespräch. Foto: BfN
Klaus Töpfer im Gespräch. Foto: BfN

Im Verlauf der Fachveranstaltung nahmen verschiedene Redner aus unterschiedlichen Perspektive den Naturschutz in den Blick. Der Künstler Thomas Kohl eröffnete eine ästhetische Perspektive auf das Thema Landschaft und Natur. Prof. Dr. Meinhard Miegel zeigte aus Sicht der Wirtschaft, wie  ökonomischer Erfolg mit Naturschutz verknüpft werden kann. Tina Stridde, als Leiterin Marketing und Kommunikation „Cotton Made in Africa“  zeigte einen Weg auf, wie erfolgreiches Marketing mit Natur- und Umweltschutz verbunden werden kann. Martin Geilhufe, Jugendvertreter im Präsidium des Deutschen Naturschutzrings, vertrat die Erwartungen einer jungen Generation an den Schutz der Natur. Dass ein Bewusstsein und Verantwortungsgefühl für unsere Umwelt durch eine Bildung für eine nachhaltige Entwicklung vermittelt werden kann, veranschaulichte Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Universität Lüneburg.

Die Fachveranstaltung  wird abgerundet durch den Vortrag des Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther, Universität Göttingen. Er verriet, warum der Weg vom Wissen zum Handeln so beschwerlich ist.

Die Redner des BfN-Fachforum Naturschutz - mitten in der Gesellschaft
Die Redner des BfN-Fachforum Naturschutz - mitten in der Gesellschaft

Letzte Änderung: 12.07.2013

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