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Internationaler Leitfaden "Grenzüberschreitender Naturschutz - ein systematischer und integierter Ansatz"

Hintergrund

Experten-Workshop im Nationalpark Thayatal (Foto: Kevan Zunckel)
Teilnehmende des Experten-Workshop im Nationalpark Thayatal

In einer zunehmend vernetzten Welt wächst auch die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Naturschutz. Die Natur kennt keine politischen Grenzen, dies sollte ebenso für den Naturschutz gelten. Nachbarschaftliche Zusammenarbeit erhöht die Managementeffiktivität von Schutzgebieten, wovon insbesondere wandernde Tierarten profitieren, welche in besonderem Maße auf ökologische Korridore und Netzwerke über Ländergrenzen hinweg angewiesen sind. Auch in der NBS wird die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Naturschutz hervorgehoben. Der Bedarf an fachlicher Unterstützung bei der Planung und Umsetzung steigt. Internationale Kooperation kann zudem Völkerverständigung fördern und eine friedenssichernde Wirkung entfalten.

Das Projekt

Autoren des Leitfadens
(Foto: Rahimatsah Amat)
Autoren des Leifadens

Der erste IUCN-Leitfaden zum grenzüberschreitenden Schutzgebietsmanagement war 2001 ein Meilenstein bei der Förderung einschlägiger Initiativen und seitdem ein vielfach zitiertes Werk, das weite Verbreitung und Anwendung gefunden hat. Seitdem ist die Anzahl grenznaher oder gar grenzüberschreitender Schutzgebiete signifikant gestiegen. Viele theoretische und praktische Aspekte haben sich weiterentwickelt und machten eine Überarbeitung erforderlich. 

Der neue Leitfaden wurde im fachlichen Austausch mit mehr als 100 Experten aus aller Welt erarbeitet. Das von BfN und BMUB sowie der MAVA-Stiftung geförderte Projekt zur Überarbeitung des Leitfadens wurde geleitet von Maja Vasilijevic, Vorsitzende der Expertengruppe zu grenzüberschreitendem Naturschutz der IUCN-Weltschutzgebietskommission. Das Autorenteam rekrutierte sich aus weiteren Vorstandsmitgliedern sowie renommierten Experten auf dem Gebiet. 

Im Herbst 2013 fand ein dreitägiger Workshop in den Nationalparks Thayatal (AT/CZ) mit rund 20 Teilnehmern statt, um die Konzeption des Leitfadens zu besprechen. Der erste Entwurf wurde im Herbst 2014 beim World Parks Congress in Sydney (AUS) der Fachöffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Die finale Fassung wurde im Mai 2015 auf der „Little Sydney“ Konferenz in Hainburg (AT) vorgestellt. 

Der Leitfaden leistet konzeptionelle Innovationen bei der Definition, der Kategorisierung und bei Governance-Modellen von grenzüberschreitendem Naturschutz. Darüber hinaus enthalten sind Ratschläge zur Initiierung länderübergreifender Zusammenarbeit bei der Etablierung, dem Management und Monitoring transnationaler Schutzgebiete. 33 Beispiele guter Praxis aus verschiedenen Regionen und Ökosystemen veranschaulichen die Vielfalt der Schutzgebietskategorien sowie der Kooperationsformen und welche Effekte diese erzielen. 

Die Best Practice Leitfäden der IUCN-Weltschutzgebietskommission setzen globale Standards für Naturschutz-Akteure. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, staatliche und nichtstaatliche Organisationen, Gemeinden sowie Partner aus dem Privatsektor zu unterstützen und zur Erreichung und Erfüllung ihrer Naturschutzziele und -verpflichtungen zu befähigen.


Ausblick

Projektvorstellung
(Foto: Kevan Zunckel)
Florian Carius bei der Projektvorstellung

Ziel des Leitfadens ist die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Naturschutz durch Kompetenzentwicklung bei den Akteuren in den Bereichen Planung und Management. Auch an vielen Grenzen Deutschlands wurden Schutzgebiete ausgewiesen (u.a. Wattenmeer, Bayerischer Wald, Pfälzerwald), in denen der Leitfaden Anwendung finden kann. Deutschland unterstützt zudem im Rahmen seiner internationalen Zusammenarbeit Partnerländer bei der Entwicklung und dem Management von grenzüberschreitenden Schutzgebieten (u.a. Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area zwischen Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe), in denen der Leitfaden aufgegriffen werden kann. 

Publikationen / weiterführende Links

Vasilijević, M., Zunckel, K., McKinney, M., Erg, B., Schoon, M., Rosen Michel, T. (2015):  Transboundary Conservation: A systematic and integrated approach. Best Practice Protected Area Guidelines Series No. 23, Gland, Switzerland: IUCN. xii + 107 pp.

Laufzeit

von 07/2013 bis 05/2015

Förderprogramm

Internationale Zusammenarbeit (Umweltschutz)

Beteiligte Partner

  • International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD)
  • Nationalparks Thayatal (AT, CZ)

Fachbetreuung

FG I 2.3 (Internationaler Naturschutz):  Florian Carius 

Letzte Änderung: 02.06.2015

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