Bundesamt für Naturschutz

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Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin (Voruntersuchung)

Förderschwerpunkt:

Ökologische Stadterneuerung stärken: Naturschutzgerechte Entwicklung urbaner Räume


Ort:

Stadt Berlin


Laufzeit:

01/2011 – 11/2011 (Voruntersuchung)

08/2015 – 08/2018 (Hauptvorhaben)

10/2015 – 04/2020 (wissenschaftliche Begleitung)

 


Kurzbeschreibung

Kinder und Jugendliche haben heute in ihrem Wohnumfeld immer weniger die Möglichkeit eigenständig Naturerfahrungen sammeln zu können. Um diesem Missstand zu begegnen wurde das Konzept der Naturerfahrungsräume Ende 1990iger Jahre u. a. im Rahmen eines F+E -Vorhabens des BfN entwickelt. Naturerfahrungsräume sind naturnahe (naturbestimmte) Grünflächen für die Erholung von Kindern und Jugendlichen im besiedelten Bereich. Die Natur-Erlebnismöglichkeiten in diesen Räumen schließen alle Formen des Spiels, der körperlichen Bewegung und der Ruhe ein, die weder auf Infrastruktur noch auf Geräte angewiesen sind. Mittlerweile sind in einigen ländlichen Gemeinden und auch in größeren Städten NER in die Praxis umgesetzt. Die systematische Erprobung und Auswertung eines gesamtstädtischen Angebotes von Naturerfahrungsräumen in Großstädten und ihrer Bedeutung auch für den Arten- und Biotopschutz im Siedlungsraum steht noch aus. Von kommunaler Seite, sowie von Trägern der Kinder- und Jugendarbeit wird erhebliches Interesse signalisiert, zusätzliche Naturschutzflächen und Naturerfahrungsmöglichkeiten in Großstädten zu schaffen und Frei-/Brachflächen in diesem Sinne für den Naturschutz zu widmen. Gerade in Großstädten wird der Mangel an naturnahen Flächen mit Naturerfahrungsmöglichkeiten erkannt und auch im Zusammenhang mit persönlichen und sozialen Entwicklungspfaden von Kindern und Ju-gendlichen diskutiert.

Bereits die Voruntersuchung hat gezeigt, dass für ein zukunftsfähiges gesamtstädtisches Konzept in Großstädten unterschiedliche Flächenkonstellationen zu berücksichtigen sind. Eine Entwicklung und Erprobung auf mehreren Flächen ist erforderlich, um übertragbare Ergebnisse und Erfahrungen für andere Großstädte sammeln zu können. Ziel des Hauptvorhabens und der wissenschaftlichen Begleitung ist es daher, am Beispiel der Großstadt Berlin, auf Grundlage der bestehenden theoretischen und ersten praktischen Erfahrungen drei repräsentativ ausgewählte Pilotflächen unter Erprobung verschiedener konzeptioneller Ansätze zu Planung, Realisierung und langfristiger Betreuung zu entwickeln. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen dokumentiert, analysiert und aufbereitet werden, so das ein auf andere Großstädte übertragbares Verfahren zur Planung, Realisierung, Nutzung, Betreuung und Pflege von Naturerfahrungsräumen zur Verfügung gestellt werden. Da-bei geht es auch darum, die Bedeutung solcher Flächen für die Biodiversität im Siedlungs-raum und ihre Funktion zur Abpufferung von Klimaextremen in Großstädten bei der Planung zu berücksichtigen und zu erproben.

Die konkreten Umsetzungserfahrungen aus dem E+E -Vorhaben sollen das Interesse an der Realisierung von Naturerfahrungsräumen auch in anderen Großstädten unterstützten. Diese Realisierung ist zudem als Aktionsfeld auch in der Nationalen Strategie zur biologischen Viel-falt an die Kommunen adressiert und entsprechend auch im § 1 Abs. 6 BNatSchG verankert. Darüber hinaus wird die Bedeutung von Naturerfahrung in der "Naturschutz-Offensive 2020 - Für biologische Vielfalt" im Handlungsfeld VII "Grün in der Stadt erleben - Zuhause mit Natur Bekanntschaft machen" hervorgehoben. Damit trägt das Vorhaben unmittelbar zur Umsetzung der Naturschutz-Offensive 2020 bei.


Projektträger

Stiftung Naturschutz Berlin (Voruntersuchung und Hauptvorhaben)
Potsdamer Straße 68
10785 Berlin

Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (wissenschaftliche Begleitung)
Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz
Frau Prof. Dr. Heike Molitor
Schicklerstr. 5
16225 Eberswalde


Fachbetreuer im BfN:

Jens Schiller,  FG II 4.1


Projektförderer:

Bundesamt für Naturschutz,

Land Berlin,

Stiftung Naturschutz Berlin,

Bezirksamt Spandau,

Bezirksamt Pankow,

Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde


Finanzvolumen:

2.829 TEuro




Letzte Änderung: 22.09.2016

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