Bundesamt für Naturschutz

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Fachtagung - Windenergieanlagen auf Waldstandorten

„Windenergieanlagen auf Waldstandorten - Naturschutzfachliche Aspekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz“

Fachtagung am 24. und 25.06.2015 in München

Auf der länderübergreifenden Fachtagung wurde die zunehmende Nutzung von Waldstandorten für die Windenergie und die damit verbundenen Naturschutzaspekte erörtert. In drei Themenblöcken konnte kontrovers über die Optimierung von Planung, Natur- und Artenschutz sowie die Beachtung des Landschaftsbilds in Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutiert werden.

Verstärkter Nutzungsdruck für Windenergieanlagen auch auf Waldstandorten

WEA im Wald, Foto: BfN II 4.3
Eine Windenergieanlage auf einer Waldlichtung, Foto: BfN II 4.3

Mit dem zunehmenden Ausbau von Windenergieanlagen (WEA) rücken auch Standorte im Wald zusehends stärker in das Blickfeld ökologischen und öffentlichen Interesses. Im Auftrag des BfN hat das österreichische Umweltbundesamt in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Institut für Raumplanung (ÖIR), daher eine Tagung zum Thema Windenergieanlagen (WEA) auf Waldstandorten ausgerichtet. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den Themen Artenschutz, Landschaftsbild und Raumplanung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlicher Behörden und Interessenvertretungen aus den drei Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz erhielten anhand der Themenblöcke Status Quo, Beispiele aus der Praxis, Natur- und Artenschutz sowie Landschaftsbild die Möglichkeit für Diskussionen und fachübergreifenden Austausch.

Nach einem Rahmenvortrag von der Präsidentin des BfN, Beate Jessel, wurde von Vertretern aus den drei Ländern zu den genannten Themenblöcken vorgetragen und die Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern vorgestellt. Zum Abschluss der Tagung konnte in kleineren Gruppen über die mögliche Optimierung von Planung, Umsetzung, (Vermeidungs-) Maßnahmen und die Einbindung von Anwohnern aus ökologischer Sicht bei der Errichtung von WEA gesprochen und kontrovers diskutiert werden.

Ergebnisse der Diskussionen

Für den Bereich der Raumplanung wurden vor allem höhere Rechtssicherheit und klarere Kriterien für die Ausweisung von Eignungs- und Ausschlusszonen gefordert. Transparenz und Partizipation sollten bei Planungsprozessen auf allen Ebenen ausgebaut werden.

Die Schließung von Datenlücken nach fachlicher Priorisierung wurde auf dem Gebiet des Natur- und Artenschutzes gefordert. Idealerweise würde das vorhandene Wissen um Artenschutzaspekte zentral und von unabhängigen Institutionen gesammelt und auch international verfügbar gemacht werden. Wesentlich ist auch die Forderung nach Entwicklung einheitlicher Untersuchungsmethoden und Bewertungsstandards für erhöhte Transparenz und Vergleichbarkeit.

Ähnliche Empfehlungen wurden auch für die Berücksichtigung des Landschaftsbildes im Planungs- und Genehmigungsprozess ausgesprochen: Länderübergreifende Fachstandards für die visuelle Folgenabschätzung und Bewertung des Landschaftsbildes sind zu entwickeln, um eine bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Auch die Sensibilität des Raumes an sich sollte stärker in die Planungsprozesse einfließen.

Grenzüberschreitender fachlicher Austausch

Die Veranstaltung bot erstmals die Gelegenheit des grenzüberschreitenden fachlichen Austauschs zwischen Expertinnen und Experten zu WEA auf Waldstandorten. Deutlich wurde, dass die Bedeutung der Windenergie aufgrund der unterschiedlichen geographischen und politischen Voraussetzungen in Deutschland aktuell am höchsten ist, während sie in der Schweiz noch eine untergeordnete Rolle spielt. Infolgedessen sind auch Verfahrensabläufe, naturschutzfachliche Grundlagen zur Bewertung von Auswirkungen und der gesellschaftliche Diskurs in Deutschland am weitesten entwickelt. Aber auch Beispiele aus Österreich zeigen auf, dass eine konfliktarme Umsetzung des Windenergieausbaus möglich ist.



Titelbild (klein) des BfN Skripts 428: "Fachtagung WEA im Wald"

Der Tagungsband wurde als  BfN-Skript herausgegeben.


Die Vorträge der Tagung finden Sie auf der  Internetseite des Umweltbundesamtes Österreich.


Letzte Änderung: 05.04.2016

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