Bundesamt für Naturschutz

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Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt

Hintergrund

Die Naturbewusstseinsstudie 2015 stellt die vierte repräsentative Bevölkerungsumfrage des BMUB und BfN zum gesellschaftlichen Bewusstsein für Natur, Naturschutz und biologische Vielfalt dar. 

Die langfristig angelegten und seit 2009 im zweijährigen Turnus durchgeführten Untersuchungen tragen zur Erfüllung nationaler und internationaler Verpflichtungen bei. Hierbei sind insbesondere die Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) für das gesellschaftliche Bewusstsein sowie der Artikel 13 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt ( CBD ) zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit zu nennen. 

Die Studienergebnisse geben vielfältige Impulse für die Gestaltung von Naturschutzkommunikation und -politik. 

Das Projekt

Die aktuelle Studie wurde im Mai und Juni 2015 erhoben und anschließend ausgewertet. Die Ergebnisse beruhen auf einer Stichprobe von 2.054 Personen im Alter ab 18 Jahren, die in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ sind. Veröffentlicht wurde die Studie im Rahmen einer Bundespressekonferenz am 27.04.2016. 

Die neuen Leitthemen der Studie 2015 bilden Fragestellungen zu den Bereichen „Naturschutz und Agrarlandschaften“ sowie „Naturschutz und Stadtnatur“. 

Wichtige Ergebnisse sind unter anderem: 


Zustimmung zu agrarpolitischen Forderungen
Balkendiagramm, das den prozentualen Wert zu agrarpolitischen Forderungen wiedergibt

Die Bevölkerung steht der Agrarwirtschaft kritisch gegenüber und befürwortet Wandel 

Bei der Zustimmung zu verschiedenen Handlungsmöglichkeiten der Agrarpolitik ist fast allen Bürgerinnen und Bürgern das Wohl der Tiere bei der Nutztierhaltung am wichtigsten (93 Prozent, davon 65 Prozent „sehr wichtig“). Fast genauso häufig wird der Forderung zugestimmt, dass die Landwirtschaft bei ihren Entscheidungen die Auswirkungen auf die Natur berücksichtigen soll (92 Prozent, davon 64 Prozent „sehr wichtig“). 

 

 


Einstellung zu agrarpolitischen Maßnahmen
Balkendiagramm, das den prozentualen Wert zu agrarpolitischen Maßnahmen wiedergibt

Agrarpolitische Instrumente, die auf mehr Naturschutz abzielen, finden in der Bevölkerung starken Zuspruch.

Die große Mehrheit befürwortet sowohl strengere Regeln und Gesetze zum Schutz der Natur (83 Prozent, davon 45 Prozent „voll und ganz“) als auch die finanzielle Förderung einer naturverträglicheren Landwirtschaft durch den Staat (74 Prozent, davon 30 Prozent „voll und ganz“).


Relevanz einzelner Bestandteile von Stadtnatur
Balkendiagramm, das den prozentualen Wert der Meinung der Befragten zum Thema „Relevanz einzelner Bestandteile von Natur in der Stadt“ wiedergibt

Stadtnatur erfährt eine hohe Wertschätzung 

Als die wichtigsten Naturelemente in der Stadt werden öffentliche Parkanlagen (sehr wichtig: 80 Prozent), Bäume und Pflanzen am Straßenrand (70 Prozent) sowie Gewässer (60 Prozent) genannt. 

Natur in der Stadt wird als Raum für Erholung und Entspannung von 92 Prozent für sehr wichtig oder eher wichtig erachtet. Besonders für ältere Menschen hat die Natur in der Stadt eine hohe Bedeutung. So geben 55 Prozent der über 65-Jährigen geben an, Stadtnatur täglich oder mehrmals in der Woche zu nutzen, unter 30-Jährige geben dies nur zu 34 Prozent an. 

 


Zustimmung zur Energiewende im Zeitvergleich
Balkendiagramm, das den prozentualen Wert der Zustimmung zur Energiewende im Zeitvergleich wiedergibt

Die Mehrheit steht weiterhin hinter der Energiewende

Nach einem leichten Rückgang der Werte in 2013 belegen die Ergebnisse der Naturbewusstseinsstudie 2015 wieder eine gestiegene Zustimmung zur Energiewende: 61 Prozent der Befragten halten die überwiegende Versorgung aus erneuerbaren Energien für richtig. Die Gruppe der Energiewende-Gegner bleibt mit 7 Prozent auch in 2015 eine Minderheit.


Ausblick

Eine englische Fassung der Studie sowie ein wissenschaftlicher Vertiefungsbericht mit weiteren Empfehlungen für die Naturschutzkommunikation werden im Sommer 2016 vorliegen.

Die turnusmäßige Wiederholung der Studie ist mit der Erhebung „Naturbewusstsein 2017“ geplant.

Für das Jahr 2016 ist zudem die Erhebung des Naturbewusstseins von Jugendlichen vorgesehen, die in 2017 veröffentlicht wird.

 

Publikationen / weiterführende Links

Die Studie „ Naturbewusstsein 2015“ sowie die Vorgängerstudien stehen im Internet unter  "Naturbewusstsein" zum freien Abruf bereit.

An dieser Stelle werden auch der wissenschaftliche Vertiefungsbericht und die englische Fassung der Studie eingestellt werden.

Zur Bestellung von Druckexemplaren der Studie 2015 wenden Sie sich bitte an den Publikationsversand der Bundesregierung:

Postfach 48 10 09
18132 Rostock
Tel.: 030 / 18 272 272 1
Fax: 030 / 18 10 272 272 1
E-Mail:  publikationen@bundesregierung.de
Internet:  www.bmub.bund.de/bestellformular

Laufzeit

12/2014 – 07/2016

Förderprogramm

FuE-Vorhaben, FKZ 3514 82 3400

Projektträger

SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH

Beteiligte Partner

In Zusammenarbeit mit:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,
Sociotrend GmbH (Unterstützung bei den statistischen Analysen),
Ipsos GmbH (Durchführung der Erhebung)

Fachbetreuung

Fachgebiet I 2.2,  Andreas Wilhelm Mues

 

 

 

Naturbewusstseinstudie 2015

Letzte Änderung: 26.04.2016

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