Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü


Suche in www.bfn.de

Naturschutz/ Weltnaturerbe

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Iran und Aserbaidschan

  • BfN und NABU unterstützen Nominierung von Kaspischen Wäldern zum UNESCO-Weltnaturerbe

Bonn 3. März 2008: Gestern endete an der Internationalen Naturschutzakademie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auf der Insel Vilm das Expertentreffen "Kaspische Wälder". Auf dem Treffen wurde ein Fahrplan zur Nominierung des grenzüberschreitenden Gebietes zwischen Iran und Aserbaidschan zum UNESCO-Weltnaturerbe erarbeitet. In dem Gebiet am Rande des Kaspischen Meeres existieren die weltweit letzten Reste unberührter sommergrüner Laubwälder. Diese Wälder beherbergen seltene Arten, die als letztes Relikt aus der Eiszeit gelten, wie den Eisenholzbaum (Parrotia persica) und die Orient-Buche (Fagus orientalis).
Nach der Verständigung auf eine gemeinsame grenzüberschreitende Nominierung beider Staaten soll der komplette Antrag bis zum 1.2.2009 bei der UNESCO eingereicht werden. Dr. Mechtild Rössler vom Welterbezentrum der UNESCO (Paris) und der NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller zeigten sich dankbar, dass Deutschland die Mittel für dieses Expertentreffen bereitstellte. Sie betonten, dass die Einrichtung von Weltnaturerbegebieten auch im Rahmen des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD) eine bedeutende Rolle spielt. Das Schutzgebietsprogramm der CBD ist eine der wichtigsten Maßnahmen, das von der Weltgemeinschaft gestellte Ziel erreichen zu können, den Rückgang der biologischen Vielfalt bis 2010 zu stoppen. Die Welterbe-Konvention leiste hierzu einen wichtigen Beitrag.
Deutschland hat sich mit dem Beitritt zur Welterbekonvention verpflichtet, deren Umsetzung zu fördern. Dies hat das BfN in Zusammenarbeit mit dem NABU, der sich seit über zehn Jahren in der Region engagiert, bereits durch mehrere Expertenworkshops und Trainingsseminare unterstützt.
Das Arbeitstreffen, das vom BfN und NABU in Kooperation mit der UNESCO organisiert wurde, fand vom 27. Februar bis 2. März statt. Die Teilnehmer kamen aus Umwelt- und Forstbehörden, Schutzgebietsverwaltungen und Wissenschaft aus Aserbaidschan und dem Iran. Beratend standen Vertreter der UNESCO und deutsche Experten zur Seite. Zuvor empfing der NABU die aserbaidschanische und iranische Delegation in seiner Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Die Veranstaltung wurde mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert und ist eine von vielen Aktivitäten im Rahmen der Vorbereitung der Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD), die im Mai 2008 in Bonn stattfinden wird.

 

Letzte Änderung: 03.03.2008

 Artikel drucken
 Artikel empfehlen