Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutz, Biologische Vielfalt, Regionalforum

Biologische Vielfalt und naturverträgliche Regionalentwicklung gehen Hand in Hand

  • Demographischer Wandel stellt ländliche Räume vor große Herausforderungen

Lübbenau/Bonn, 16. Juni 2008: Mit dem Thema "naturverträgliche Regionalentwicklung" widmet sich das 6. Regionalforum zur Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt einem Thema mit Zukunftsfaktor. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt im ländlichen Raum bei gleichzeitiger Förderung einer naturverträglichen Regionalentwicklung ist eine wichtige Säule in der Strategie der Bundesregierung. "Hier im Spreewald zeigt sich beispielhaft, wie menschliches Schaffen über Jahrhunderte hinweg eine Kulturlandschaft von besonderem Reiz entstehen ließ. Das bedeutet, dass die Land- und Forstwirtschaft, die Bäuerinnen und Bauern, aber auch alle, die regionale Produkte herstellen und vermarkten oder Dienstleistungen im ländlichen Raum anbieten, eine große Verantwortung für die Erhaltung der Biodiversität in Deutschland tragen", sagte Dr. Elsa Nickel, Ministerialdirigentin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Der demographische Wandel stellt gerade viele ländliche Regionen vor große Herausforderungen. Medizinische Versorgung, Bildung und Transport müssen in vielen Gebieten an die abnehmende Zahl von Bürgern und den höheren Anteil älterer Menschen angepasst werden. Darüber hinaus müssen attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten, aber auch die Erhaltung typischer Kulturlandschaften als Heimat mit dazu beitragen, Abwanderungstrends entgegen zu wirken und neue Wertschöpfungspotenziale erschließen. Die Vermarktung naturverträglich hergestellter regionaler Produkte und Dienstleistungen ist dabei ein derzeit noch kleiner, aber dynamisch wachsender Sektor. Hohe Qualität, besondere Produktionsrichtlinien und der Bezug zur Natur und Landschaft der Region sichern Alleinstellungsmerkmale im globalen Wettbewerb.

Auch der sanfte Tourismus ist eine Chance für eine naturverträgliche wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume. Die deutschen Großschutzgebiete, d.h. Nationalparke, Naturparke und Biosphärenreservate sind zunehmend interessante Reiseziele. Für 74 % der Urlauber inländischer Feriengebiete zählt "Natur erleben" zu den wichtigen Urlaubsmotiven. Der Freizeit- und Tourismusbereich ist für den ländlichen Raum eine bedeutende Wachstumsbranche, der von dem Trend zur naturnahen und gesunden Erholung erheblich profitieren kann.

Die bei einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) gewonnenen Ergebnisse machen deutlich, dass Großschutzgebiete beachtliche Beiträge für die regionale Wirtschaft leisten. So ergeben sich im Müritz-Nationalpark 261 Arbeitsplatzäquivalente, im Naturpark Hoher Fläming 211 und im Naturpark Altmühltal 483, geht man alleine von den Touristen aus, die direkt das Schutzgebiet besuchen. Regionale Lebensmittel vermarkten, Arbeitsplätze vor Ort schaffen und erhalten - und damit im Idealfall Wirtschaft und Umwelt in Einklang bringen, mit dieser Strategie lässt sich auch die biologische Vielfalt erfolgreich erhalten.

BfN-Präsidentin Beate Jessel zog als Resümee: "Wenn wir den großen Herausforderungen dieses Jahrhunderts – Bekämpfung des Klimawandels, Erhaltung der biologischen Vielfalt und Entwicklung neuer wirtschaftlicher Perspektiven unter Schonung immer knapper werdender Ressourcen - begegnen wollen, dann brauchen wir innovative Lösungen. Biosphärenreservate wie der Spreewald eignen sich hervorragend als Modellregionen, sowohl um derartige Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu entwickeln, als auch um beispielhafte Ansätze zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt aufzuzeigen" sagte die BfN-Präsidentin.

Hintergrund Nationale Strategie Biologische Vielfalt:

Biologische Vielfalt ist die Grundlage unseres Lebens. Zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt hat die Bundesregierung im November 2007 eine umfassende Strategie vorgelegt. Ihre Umsetzung beginnt derzeit im Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen. Hierzu veranstalten das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz insgesamt sieben Regionalforen, um mit Experten und Akteuren aus den verschiedenen Regionen Deutschlands zu diskutieren, wie dies gelingen kann.

Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ist eine  umfassende Strategie für den Naturschutz: Es geht genauso um die nachhaltige "Nutzung" der Natur und um die Frage, wie Nutzung und Schutz im Interesse der Erhaltung der biologischen Vielfalt und im Interesse der Menschen, die von ihr profitieren, in Einklang gebracht werden können.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung und den weiteren Regionalforen: www.biologischeVielfalt.de

 

Letzte Änderung: 16.06.2008

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