Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutz, Wildnis, Nationale Biodiversitätsstrategie

5. Regionalforum zur biologischen Vielfalt:

  • Auch Deutschland braucht Wildnis!

München/Bonn, 9. Mai 2008: Natur einfach Natur sein lassen, den Luchs und den Wolf willkommen heißen, die Bäume auch einmal solange wachsen lassen bis sie von selbst umfallen  – all das sind relativ neue Erfahrungen für den Naturschutz in Deutschland. "Echte Wildnis gibt es in Deutschland heute kaum noch. Jahrhunderte lang hat der Mensch die dynamischen Prozesse der Natur weitgehend unterdrückt. Aber es ist erklärter Wille der Bundesregierung, dass wir mehr natürliche Entwicklung zulassen wollen", sagte Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter für Naturschutz und nachhaltige Naturnutzung im Bundesumweltministerium. Die Bundesregierung hat im November 2007 eine umfassende Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen und im Dezember einen mehrjährigen, dialogorientierten Umsetzungsprozess mit allen gesellschaftlichen Gruppen gestartet. Das heutige Regionalforum "Biodiversität und Wildnis" ist die fünfte Veranstaltung von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz, um mit Experten und Akteuren aus den verschiedenen Regionen Deutschlands zu diskutieren.

"Ziel der Bundesregierung ist es zu erreichen, dass sich in Zukunft die Natur wieder auf mindestens 2 % der Landesfläche nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln kann. Wir brauchen diese Räume auch aus Vorsorgegründen, als Rückzugsgebiete für bestimmte Tier und Pflanzenarten und als Vergleichsflächen, um angesichts des Klimawandels zu studieren, wie die Natur sich selber hilft", sagte Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Bislang kann sich die Natur eigentlich nur in Nationalparken auf großer Fläche frei entfalten. Diese umfassen derzeit 0,54 % der Landesfläche, aber nur etwa ein Drittel davon sind wirklich nutzungsfreie Kernzonen.

"Sehr anspruchsvoll ist das Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie, den Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung bis 2020 auf 5 % zu erhöhen. Das bedeutet de facto eine Verfünffachung zum gegenwärtigen Stand, ist aber nach Auffassung der Bundesregierung durchaus zu erreichen", sagte Jochen Flasbarth. „Bis 2020 sollen auch Braunbär, Luchs und Geier in den bayerischen Alpen und Luchse auch in den Mittelgebirgen wieder heimisch sein. Natürlich geht das alles nur mit Zustimmung der Bevölkerung. Deshalb legen wir in der Strategie auch ein großes Gewicht auf Information, Kommunikation und Bildung".

Weitere Informationen zum Thema Wildnis und zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, zur Veranstaltung und zu den weiteren Regionalforen: www.biologischeVielfalt.de

Hinweis:
Informationen zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt sowie zum Umsetzungsprozess finden Sie unter www.biologischeVielfalt.de
Das BfN führt im Rahmenprogramm der UN-Naturschutzkonferenz ( CBD ) in Bonn vom 12. bis 16.5, 20.5 bis 23.5. und vom 26.5. bis 30.5 täglich ab 18:00 Uhr eine Musikveranstaltung als Happy Hour auf dem Robert-Schuman-Platz durch. Informationen über die Musikgruppen finden Sie unter www.bfn.de
Am 18. Mai führt das BfN den „NATURATHLON 2008 – Der Lauf der Welt“ durch. Hierfür können sich internationale Freizeitsportler unter www.NATURATHLON.de bewerben.
Informationen zur CBD Konferenz erhalten Sie unter www.BFN.de und www.naturallianz.de.

 

Letzte Änderung: 09.05.2008

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