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		<title>Bundesamt für Naturschutz</title>
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		<description>Pressemitteilungen des Bundesamt für Naturschutz</description>
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			<title>Bundesamt für Naturschutz</title>
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			<description>Pressemitteilungen des Bundesamt für Naturschutz</description>
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		<copyright>© 2010 BfN</copyright>
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		<lastBuildDate>Wed, 01 Feb 2012 14:50:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Mehr Gewicht für kommunalen Naturschutz</title>
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			<description>Städte und Gemeinden gründen Verein für biologische Vielfalt</description>
			<content:encoded><![CDATA[Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Bundesamtes für Naturschutz:

Frankfurt a.M./Bonn, 1. Februar 2012:&nbsp;Heute wird in Frankfurt/Main der Verein „ Kommunen für biologische Vielfalt“ gegründet. 57 Städte, Gemeinden und Landkreise schließen sich in einem Bündnis zur vorbildhaften Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zusammen. Mit dem Verein vernetzen sich die Vorreiter auf dem Gebiet des kommunalen Naturschutzes in Deutschland. Sie wollen Erfahrungen und Strategien austauschen und gemeinsame Projekte zur Umsetzung der nationalen Strategie initiieren. Mit einem abgestimmten Auftreten der Mitglieder will der Verein dem kommunalen Naturschutz ein stärkeres Gewicht geben und gemeinsame Wege in der Öffentlichkeitsarbeit gehen.
Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist sehr erfreut über das Engagement der Kommunen: „Die Vereinsgründung wird von der Bundesregierung außerordentlich begrüßt. Den Städten und Gemeinden kommt bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt eine besondere Rolle zu. Sie sind es, die konkrete Entscheidungen über den Umgang mit der biologischen Vielfalt vor Ort treffen und nah bei den Bürgern sind.“
Für die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professorin Beate Jessel, bedeutet die Gründung des kommunalen Bündnisses für biologische Vielfalt einen Meilenstein bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Das BfN initiierte im Jahr 2010 das Dialogforum für die Kommunen, in dessen Ergebnis im Jahr 2010 die Deklaration „Kommunen für biologische Vielfalt“ verabschiedet wurde. „Mit der Gründung des Vereins „Kommunen für biologische Vielfalt“ nehmen die Kommunen ihre Verantwortung für die biologische Vielfalt an und geben den Bemühungen zu ihrem Erhalt eine langfristige Perspektive. Der Erhalt der biologischen Vielfalt in der Stadt sichert aber auch die Lebensräume, die wichtige Beiträge zum stadtklimatischen Ausgleich, zur Sicherung der natürlichen Wasser- und Stoffkreisläufe im Siedlungsbereich leisten und damit einen wichtigen Garanten für die Lebensqualität der Menschen an ihrem Wohn- und Arbeitsort darstellen“, sagte Beate Jessel. Die Kommunen seien als Handlungsebene auch deshalb so bedeutend, weil sich die Bürgerschaft hier selbst mit Aktionen und Aktivitäten einbringen könnte, so Jessel.
Die Kommunen werden in der Startphase des Vereins durch den Bund unterstützt. „Wir werden für die Arbeit des Vereins bis zum Jahr 2014 Mittel des Bundes zur Verfügung stellen. Ich bin überzeugt, dass der Verein mit seinen Service-Leistungen für die Kommunen so attraktiv ist, dass er auch langfristig großen Zulauf erhalten wird“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Heinen-Esser.
Bis 2014 sind neben dem heutigen Fachkongress als Auftaktveranstaltung u. a. konkrete Unterstützungsleistungen für das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ vorgesehen, z. B. jährliche Workshops zu den Themenfeldern der Deklaration, die Betreuung und Pflege der Internetseite www.kommunen-fuer-biologische-vielfalt.de, regelmäßige Newsletter für die Kommunen oder die Sammlung und Darstellung von sehr guten praktischen Beispielen für die Kommunen.

Zum Hintergrund:
Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt hat die Bundesregierung im Jahr 2007 beschlossen. Insgesamt sind darin 330 Ziele und 430 Maßnahmen zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt für Deutschland festgelegt. Ziele der nationalen Strategie für unsere Städte und Gemeinden sind zum Beispiel, dass bis zum Jahr 2020 die Durchgrünung der Siedlungen einschließlich des wohnumfeldnahen Grüns deutlich erhöht werden soll. Öffentlich zugängliches Grün mit vielfältigen Qualitäten und Funktionen soll fußläufig zur Verfügung stehen. Dabei sollen auch Lebensräume stadttypischer Arten, das sind z.B. die Fledermäuse, erhalten und erweitert werden.
Mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt ergeben sich zahlreiche Vorteile und Synergien zur nachhaltigen Entwicklung von Kommunen: So kommt Grün- und Freiräumen in Zeiten des Klimawandels eine zunehmende Bedeutung zu, da sie einen wichtigen Beitrag leisten können, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern. Die Umwelt und Natur in den Kommunen, insbesondere ihre Ausprägung, räumliche Lage und Qualität spielen auch für das Ziel der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme eine wichtige Rolle. Die Flächen mit hohen Umweltqualitäten wie urbane Wälder, Schutzgebiete im Siedlungsraum etc. prägen die Landschaft in den Kommunen ebenso wie die Bebauung und spielen eine wichtige Rolle für die Qualität des Wohn- und Arbeitsumfeldes und die Lebensqualität insgesamt. Gleichzeitig bietet die Natur vor Ort vielen Menschen, insbesondere Kindern die einfachste und oft erste Möglichkeit Naturerfahrungen zu machen.
Siehe auch:
http://www.biologischevielfalt.de
http://www.biologischevielfalt.de/bundesprogramm.html
http://www.kommunen-fuer-biologische-vielfalt.de
http://www.bfn.de]]></content:encoded>
			<category>2012</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 14:50:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Agrarreform 2014 muss ökologische Mindeststandards setzen</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=41f4a41f9df434815e9e451d54869094&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4083</link>
			<description>Rückgang der biologischen Vielfalt in intensiv genutzten Agrarlandschaften stoppen
Beate Jessel: Mindestanteil ökologischer Vorrangflächen wichtigstes Instrument</description>
			<content:encoded><![CDATA[Berlin/Bonn, 27. Januar 2012:&nbsp;Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fordert, den Schutz der biologischen Vielfalt auch auf intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen zu verbessern. Der anhaltende Verlust an biologischer Vielfalt in Agrarlandschaften mit ihren typischen Landschaftsstrukturen sowie Pflanzen- und Tierarten sei besorgniserregend. Deshalb müsse die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) im Rahmen der bevorstehenden Reform dringend stärker ökologisch ausgerichtet werden. „Die Landwirtschaft als der größte Flächennutzer in Deutschland ist von zentraler Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die GAP muss daher einen entscheidenden Beitrag auch zum Erreichen der bis 2020 vereinbarten Biodiversitätsziele auf europäischer und bundesdeutscher Ebene leisten“, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Beate Jessel, beim Tag des Ökologischen Landbaus auf der internationalen Grünen Woche in Berlin. Der ökologische Landbau leiste hier bereits einen wichtigen Beitrag, sei aber ebenfalls noch zu optimieren.
Erhebliche Grünlandverluste einerseits und die vielfache Intensivierung der Ackernutzung mit massiv gestiegenem Maisanbau haben vielfach den Charakter der Agrarlandschaften und Landschaftsbilder auch in Deutschland stark verändert. Neben den Verlusten an biologischer Vielfalt, die etwa im Rückgang bodenbrütender Vögel und vieler Schmetterlingsarten deutlich spürbar sind, sind vielerorts hohe Belastungen von Böden und Grundwasser die Folge. Nach Ansicht der BfN-Präsidentin sei es daher nur folgerichtig, dass die EU-Kommission zukünftig den Bezug von Direktzahlungen an die verpflichtende Einhaltung naturverträglicher Bewirtschaftungsmethoden knüpfen will.
Dabei kommt den sogenannten „Ökologischen Vorrangflächen“, insbesondere in intensiv genutzten Agrarlandschaften entscheidende Bedeutung zu. „Dies ist die zentrale Maßnahme der „Greening-Vorschläge“ der Kommission. Denn nur dadurch wird eine ökologische Aufwertung der bisher ausgeräumten Intensivregionen möglich“, betonte Beate Jessel. Die BfN-Präsidentin begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die EU-Kommission hierfür einen Mindestanteil von sieben Prozent der betrieblichen Ackerfläche vorschlägt. Das BfN arbeitet derzeit an ersten Vorschlägen für eine ökologisch effiziente Ausgestaltung dieser Flächen und wird diese in Kürze in die öffentliche Debatte einbringen.]]></content:encoded>
			<category>2012</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 11:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Jetzt um den Deutschen Naturschutzpreis 2012 bewerben! Stadt braucht Natur</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=a3d7abc32f8f7681f67795cd5d16944b&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4081</link>
			<description>Bundesamt für Naturschutz und Jack Wolfskin starten Bewerbungsphase
Erstmals wird neben einem Förderpreis auch ein Bürgerpreis ausgelobt</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bonn/Idstein, 26. Januar 2012&nbsp;– Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin haben heute in Bonn die Bewerbungsphase für den Deutschen Naturschutzpreis 2012 gestartet. Der Preis steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Deutschen Naturschutzpreis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz. Anders als im Vorjahr gibt es dieses Jahr drei Wettbewerbskategorien: den Förderpreis, den Bürgerpreis und den Ehrenpreis.Während der mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis von der Jury verliehen wird und das persönliche Engagement einer Einzelperson honoriert, werden die Preisträger des Förderpreises und des Bürgerpreises jeweils im Rahmen eines zweistufigen Ideenwettbewerbs bestimmt. Dabei zeichnet die Jury beim Förderpreis umfassende Projektideen aus, die sich durch Neuartigkeit, Nachahmungspotenzial und die Verknüpfung verschiedener Akteursgruppen hervorheben. Um den Förderpreis können sich alle ehrenamtlich im Naturschutz oder in der Naturbildung engagierten Einzelpersonen, nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen sowie Schulen, Kindergärten, andere Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen bewerben.Der Bürgerpreis wird in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und unterstützt kreative Ideen für Projekte im städtischen Bereich. Denn hier haben Naturflächen eine&nbsp; besonders hohe Bedeutung für die Lebensqualität: Sie prägen das Stadtbild, geben Raum für Freizeit und Erholung und übernehmen wichtige Funktionen für die Luftreinigung, den Lärmschutz und die Trinkwasserversorgung. Die Bevölkerung teilt sich ihr Wohnumfeld häufig mit einer erstaunlich großen Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die in oft überraschenden Lebensräumen ihre Nischen gefunden haben. Für den Bürgerpreis reicht eine einfache Online-Bewerbung aus. Die 20 Siegerprojekte werden dann durch eine öffentliche Internetabstimmung auf der Projekt-Website ermittelt. Sie erhalten je 2.000 Euro Preisgeld.&nbsp;Ziel des Deutschen Naturschutzpreis ist es, das Naturbewusstsein in Deutschland zu stärken und das bürgerschaftliche Engagement im Naturschutz zu fördern. Der Ideenwettbewerb möchte möglichst viele Menschen erreichen und richtet sich ausdrücklich auch an „Nicht-Profis“.&nbsp;&nbsp;„Unser Ziel ist es, den Beitrag des Naturschutzes zu unserer Lebensqualität zu verdeutlichen und dabei möglichst viele Menschen zu persönlichem Engagement zu motivieren. Denn Naturschutz geht jeden an – auch und gerade in der Stadt.&nbsp; Schon im letzten Jahr gab es eine auch für uns erstaunliche Fülle an Projektideen von ehrenamtlich tätigen Personen und Initiativen, bei denen sich mit einem vergleichsweise kleinen Betrag viel für den Naturschutz bewegen lässt. Diese wollen wir mit dem neuen Bürgerpreis unterstützen und stellen dafür 40.000 Euro aus der Gesamtsumme des Preises zur Verfügung“, erläuterte Christian Brandt, Geschäftsführer von Jack Wolfskin, die Beweggründe zur Einrichtung der neuen Preiskategorie.Das neue Jahresthema spricht die breite Bürgerschaft an, denn es stellt die Natur im Wohn- und Lebensumfeld in den Mittelpunkt. Die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, unterstreicht die Bedeutung der Natur im Siedlungsbereich: „In Deutschland leben heute schon mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Städten und in Ballungsräumen. Naturflächen prägen nicht nur das Erscheinungsbild einer Stadt, sondern beeinflussen auf vielfältige Weise auch unsere Lebensqualität. Mit dem Jahresthema 2012 möchten wir neue Wege aufzeigen, mit denen sich Natur und Mensch in Siedlungsräumen verbinden und wechselseitig positiv beeinflussen können.“Der Naturschutzpreis unterstützt die Umsetzung der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ und das darin gesteckte Ziel, wonach im Jahre 2015 mindestens 75 Prozent der deutschen Bevölkerung die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben zählen soll. Mit seinem neuem Jahresthema knüpft der Deutsche Naturschutzpreis zudem direkt an die UN-Dekade Biologische Vielfalt an.
Der Deutsche Naturschutzpreis
Herausgeber sind das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Bewerben können sich ehrenamtlich engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen. 2012 steht der Preis unter dem Motto „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“.Der Deutsche Naturschutzpreis fördert ehrenamtliches Engagement im Naturschutz und wird einmal jährlich in drei Kategorien vergeben: dem Förderpreis, dem Bürgerpreis und dem Ehrenpreis. Förderpreis und Bürgerpreis werden jeweils als Ideenwettbewerb ausgelobt. Ausgezeichnet werden originelle Projektideen zum Naturerlebnis, zur Naturbildung und zum Naturschutz. Der Ehrenpreis wird als Sonderpreis für herausragendes persönliches Engagement im Naturschutz verliehen. Das von Jack Wolfskin gestiftete Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro dient der Umsetzung der Projekte. Dabei gehen 10.000 Euro an den Ehrenpreis und je 2.000 Euro an die 20 Siegerprojekte des Bürgerpreises. Für den Förderpreis steht eine Preissumme von 200.000 Euro zur Verfügung, die unter den Gewinnerprojekten aufgeteilt wird. Hierbei ist eine maximale Gewinsumme von 150.000 Euro möglich. In allen Kategorien erfolgt eine fachliche Prüfung und Vorbewertung durch das Bundesamt für Naturschutz. Über die Vergabe der Förderpreise und des Ehrenpreises entscheidet eine Jury aus Experten und Prominenten.Der Deutsche Naturschutzpreis startet am 1. Februar 2012. Bewerbungsschluss für den Förderpreis ist der 9. April 2012, für den Bürgerpreis der 3. August 2012.Weitere Informationen zum Deutschen Naturschutzpreis:&nbsp;http://www.deutscher-naturschutzpreis.deAnsprechpartner für die Presse:&nbsp;Bundesamt für NaturschutzFranz August EmdeReferatsleiter Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitKonstantinstr. 110, 53179 BonnTel: 0228 8491-4444, Fax: -1039E-Mail: Presse@BfN.de]]></content:encoded>
			<category>2012</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 12:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>BfN: Grünlandverlust ist weiter dramatisch</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=3d7769e28701d3eac647be153408b307&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4076</link>
			<description>Typische Grünland Tier- und Pflanzenarten rückläufig
Kritisch auch für Wasser- Boden- und Klimaschutz
Beate Jessel: Erhalt von Dauergrünland mit Instrumenten der GAP verankern</description>
			<content:encoded><![CDATA[Berlin/Bonn, 16. Januar 2012: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) warnt vor den Folgen des weiter anhaltenden massiven Verlusts an Grünland in den letzten Jahren in Deutschland. Grünlandflächen sind nicht nur prägende Elemente in der Agrarlandschaft mit hohem ästhetischem Naturwert, sondern haben eine hohe Bedeutung für zahlreiche Artengruppen wie auch für den Boden-, Wasser- und Klimaschutz. Alleine von 1990 bis 2009 hat sich die Grünlandfläche in Deutschland um 875.000 &nbsp;ha verringert, - mit teilweise dramatischen Folgen für &nbsp;typische Pflanzen- und Tierarten wie Witwenblume, Kuckuckslichtnelke, Wiesenknopf und des auf letzteren angewiesenen Ameisen-Bläulings sowie weitere Schmetterlingsarten. „Grünland hat für den Schutz von Biodiversität, aber auch für die Ressourcen Wasser, Boden und Klima eine zentrale Funktion. Nur wenn es uns gelingt, das noch verbleibende Dauergrünland in Umfang und Qualität zu sichern und zu entwickeln, können wir unserer Verantwortung gerecht werden und die bis 2020 vereinbarten Biodiversitätsziele auf europäischer und bundesdeutscher Ebene erreichen“, sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Beate Jessel im Vorfeld der internationalen Grünen Woche in Berlin.
Wichtigste Ursache des Grünlandumbruchs ist der massiv gestiegene Maisanbau,. Ein Umbruch von Grünland ist dabei insbesondere auch für den Klimaschutz negativ, da Grünland hohe Mengen an Kohlenstoff bindet, die beim Umbrechen wieder aus den Böden entweichen. So werden beim Umbruch von 1 ha Grünland ca. 20-35 t C-Äquivalente des ursprünglichen Bodenkohlenstoffs frei gesetzt. Nach Ansicht der BfN-Präsidentin ist es daher unabdingbar, mit den Instrumenten der Europäischen Agrarpolitik (GAP) den Erhalt von Dauergrünland zukünftig auch auf Betriebsebene zu verankern. Die entsprechenden extensiven Nutzungssysteme mit zum Beispiel Milchvieh in Weidehaltung, 1-2 schürigen Wiesen oder dem ökologischen Landbau, die einer natur- und artgerechten Tierproduktion und dem Erhalt der Biodiversität besonders dienen, müssten für die Landwirte attraktiver und rentabel ausgestaltet werden. Neben den traditionellen Nutzungen als Wiesen und Weiden sollten hierbei auch neuartige Nutzungen wie Agroforstsysteme oder großflächige Weidelandschaften stärker berücksichtigt werden.&nbsp;
Die BfN-Präsidentin begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die EU-Kommission dem Schutz des Grünlandes in der GAP ab 2014 eine stärkere Bedeutung als bisher beimessen will. Jessel: „Diese gute Absicht darf bis zum Beginn der reformierten GAP aber nicht durch weiteren und vorsorglichen Umbruch wertvollen artenreichen Grünlands durch Betriebe konterkariert werden. Hier sind unbedingt Nachbesserungen notwendig. Aus Sicht des Naturschutzes ist es erforderlich, dass ein sofortiges Umbruchverbot gilt und nicht erst ab 2014, sowie statt der weiterhin gültigen 5 % Grenze eine einzelfallbezogene Umbruchbewilligungspflicht eingeführt wird.“
Um den notwendigen Grünlandschutz zum Erfolg zu machen sowie effektiven Klima-, Wasser- und Bodenschutz zu betreiben muss auch die finanzielle Ausstattung von Agrarumweltmaßnahmen im Grünland deutlich erhöht werden.
&nbsp;
Hinweis:
Am Freitag, den 20. Januar 2012, von 10 bis 12 Uhr findet im International Congress Centrum Berlin (Saal 10) ein internationales Fachpodium unter dem Motto „The future of grassland – recent developments of grassland use and protection“ mit BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel statt. Diese Veranstaltung des Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) ist Teil des “Global Forum for Food and Agriculture” (GFFA) anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2012. Sie bietet Gelegenheit, Perspektiven des Grünlandschutzes vor dem Hintergrund der anlaufenden Debatte zur EU-Agrarpolitik nach 2013 zu diskutieren. Programm und weitere Informationen zum Fachpodium:
http://www.gffa-berlin.de/en/programme/technical-panel-discussions/145.html
auf Deutsch:&nbsp;http://www.gffa-berlin.de/de/programm/fachpodien/145.html]]></content:encoded>
			<category>2012</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 11:00:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Landschaftswandel eröffnet neue Chancen im Umgang mit Kulturlandschaften</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=c8bfbdaa600b11feabf77a33890d6604&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4066</link>
			<description>BfN und BBSR legen gemeinsame Broschüre zur Gestaltung der Kulturlandschaft vor
Energiewende, Klimawandel und demografische Entwicklung sind wesentliche Ursachen für den starken Wandel der Landschaften
Disziplinenübergreifende Ansätze der Landschafts- und Raumplanung gefragt</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bonn, 4. Januar 2012: Landschaften verändern sich derzeit gravierend. Die Energiewende, der Klimawandel und die demografische Entwicklung sind wesentliche Triebkräfte des landschaftlichen Wandels, wobei sie sich in ihren Auswirkungen im Raum vielfältig überlagern. Eine vorausschauende räumliche Steuerung hilft, diese Entwicklung naturverträglich zu gestalten. Dabei können neue Entwicklungspotenziale erschlossen und Kulturlandschaften zu neuer räumlicher Identität weiter entwickelt werden. Welche Möglichkeiten hierfür gerade auch die Landschafts- und Raumplanung bieten, zeigt eine neue, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gemeinsam verfasste Broschüre.
BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel sieht im landschaftlichen Wandel eine große Herausforderung: „Neu und kennzeichnend für unsere Zeit ist, dass die Einflussfaktoren, die zu gravierenden Veränderungen unserer Kulturlandschaften führen, sich immer schneller entwickeln und sich zudem gegenseitig überlagern. Vor allem die Energiewende, mit einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien und dem Ausbau der Stromnetze, wird die Landnutzung verändern. Hinzu kommen weitere Flächenbedarfe, etwa für die notwendige Anpassung an den Klimawandel. Dies hat einen Wandel gewohnter Landschaftsbilder zur Folge.“ Der Landschaftswandel erfordert eine Neuorientierung und Neupositionierung der räumlichen Planung sowie einen ständigen und übergreifenden Dialog der Planungsdisziplinen. So können neue Handlungskonzepte für die räumliche Planung in unseren urbanisierten Landschaften und Energielandschaften erarbeitet werden, die den aktuellen Herausforderungen gerecht werden.
„Die Planungsdisziplinen stehen in der Pflicht, landschaftliche Veränderungen raum- und landschaftsverträglich zu gestalten“, findet Prof. Elke Pahl-Weber, ehemalige Direktorin des BBSR. Sie sieht Handlungsbedarf und fordert Raum- und Landschaftsplaner auf, in der Neu- und Ausgestaltung von Kulturlandschaften gemeinsam aktiv zu werden. „Das dazu passende raumordnerische Leitbild von Bund und Ländern ist ‚Ressourcen sichern – Kulturlandschaften gestalten&#8219;. Es erweitert die konservierende Betrachtung um einen deutlichen Gestaltungsauftrag für alle Raumtypen.“
Die Broschüre „Kulturlandschaften gestalten!“ zeigt Anregungen und Ansätze, wie die Raum- und Landschaftsplanung den Gestaltungsauftrag annehmen kann. So verbinden sich mit dem Landschaftswandel auch Chancen im Umgang mit Kulturlandschaften: Chancen für neue Ideen im Lebensumfeld des Menschen, Chancen für neue Landschaftsbilder, Chancen für einen ganzheitlichen Blick auf die Landschaftsentwicklung, sowie Chancen die Zusammenarbeit zwischen den Planungsdisziplinen zu fördern. 
Bezug: Die 56-seitige Broschüre ist als Download (http://www.bfn.de/0312_veroe.html) und als gedruckte Version kostenfrei erhältlich. Bezugsadresse: Bundesamt für Naturschutz, Außenstelle Leipzig, Fachgebiet II 4.1, Karl-Liebknecht-Str. 143, 04277 Leipzig.]]></content:encoded>
			<category>2012</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 11:50:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bundesamt für Naturschutz: Keine exotischen Tier- und Pflanzenarten an Weihnachten verschenken</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=1a930553fbf5ce1d76dd257afc8ec506&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4052</link>
			<description>BfN legt Checkliste für den Kauf vor</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bonn, 1. Dezember 2011: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bittet darum, keine exotischen Tier- und Pflanzenarten oder deren Produkte an Weihnachten zu verschenken. Eine vom BfN vorgelegte Checkliste nennt Kriterien, die beim Kauf erfüllt sein sollten. „Alle Jahre wieder können Schenkende und Beschenkte auf der Suche nach einem originellen Weihnachtsgeschenk in Konflikt mit geltenden internationalen Artenschutzbestimmungen geraten. Denn sowohl viele exotische Tiere und Pflanzen, als auch Produkte, die aus ihnen hergestellt sind, sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) besonders geschützt“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.
Die Palette der Angebote artengeschützter Produkte ist nicht zu unterschätzen. Sie reicht von Schuhen oder Taschen aus Schlangen- oder Waranleder über teure Gitarren oder Klarinetten aus geschütztem Tropenholz bis hin zu echtem Kaviar von Stören. 
Nicht nur solche exotischen Produkte, sondern auch lebende Tiere werden immer häufiger über das Internet angeboten. „Aufgrund des bevorstehenden Weihnachtsfestes häufen sich in Deutschland besonders oft preiswerte Internetangebote, die zum Kauf lebender exotischer Tiere verführen sollen“, so Beate Jessel. Das Angebot umfasst neben Papageien meist auch junge Affen, Schildkröten oder Chamäleons. In vielen Fällen handelt es sich dabei um betrügerische Angebote, die aufgrund des günstigen Preises der Tiere zum Kauf verlocken sollen.
„Aber auch im Angebot des deutschen Zootierhandels gibt es unverändert eine Fülle von verschiedenen Arten von Vögeln und Reptilien wie Papageien, Schildkröten, Riesenschlangen oder Echsen, die internationalen Artenschutzregelungen unterliegen und nur unter bestimmten Voraussetzungen gehandelt werden dürfen&quot;, sagte Professorin Beate Jessel. Unterliegt ein Produkt oder ein Lebewesen dem Artenschutzabkommen, darf es entweder gar nicht oder nur mit einem Nachweis über rechtmäßige Einfuhr und Erwerb verkauft werden. Wird ein artengeschütztes Produkt oder Lebewesen ohne diesen Nachweis gehandelt, begeht auch der Käufer je nach Schutzstatus eine Ordnungswidrigkeit oder gar eine Straftat, die mit einem Bußgeld geahndet wird.
Die Haltung exotischer Arten ist oft sehr anspruchvoll und erfordert meist neben speziellen Klimabedingungen auch eine Versorgung mit ausgewähltem Futter. „Grundsätzlich sind Wildtiere, auch wenn sie aus Nachzuchten stammen, keine Kuscheltiere und damit weder für unerfahrene Tierhalter noch für Kinder geeignet“, so die BfN-Präsidentin. &quot;Ohnehin sollte man sich den Kauf eines Haustiers gut überlegen: Kann eine artgerechte Haltung sicher gestellt werden? Ist die langfristige Betreuung sicher gestellt?&quot;
Wer sich dennoch überlegt, ein exotisches Heimtier anzuschaffen, muss eine Vielzahl unterschiedlicher Bedingungen beachten. Das BfN hat deshalb eine Checkliste für den Kauf lebender exotischer Weihnachtsgeschenke erstellt. Sie will helfen, Fehler zu vermeiden und die große Verantwortung für einen lebenden Exoten bewusst machen. 
Die BfN-Checkliste für den Kauf von exotischen Heimtieren gilt nicht nur zur Weihnachtszeit: 
Vor dem Kauf
Kaufen      Sie grundsätzlich kein Tier, wenn Sie nicht ganz sicher sind, dass der Beschenkte      daran langfristig interessiert ist. Besteht      der Wunsch nach einem Tier, hinterfragen Sie möglichst die Ernsthaftigkeit      dieses Wunsches. Tierhaltung ist Verantwortung für ein Lebewesen und keine      vorübergehende Spielerei! Vor      allem bei Kindern sollte das Interesse an einem Tier zunächst auf die      klassischen Heimtiere (z.B. Zwergkaninchen, Hamster, Wellensittich)      gelenkt werden. Exoten sind anspruchsvoller in der Haltung und zeigen      meist kein &quot;kindgerechtes&quot; Verhalten (keine Schmusetiere!). Erkundigen      Sie sich bei Ihrer Naturschutzbehörde oder beim Bundesamt für Naturschutz      (www.bfn.de/cites) danach, ob die gewünschte Art geschützt ist und welche      Verpflichtungen mit dem Kauf/der Haltung verbunden sind. Informieren      Sie sich bei Fachverbänden über die Haltung der gewünschten Art. Stellen      Sie sicher, dass eine artgerechte Haltung gewährleistet werden kann. 
Einige nützliche Adressen: www.azvogelzucht.de (Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht) www.dght.de (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde)
www.vda-aktuell.de (Verband deutscher Vereine für Aquarien und Terrarienkunde) 
Überlegen      Sie, ob das Tier z.B. im Urlaub von Dritten versorgt oder eventuell mitgenommen      werden kann.

Beim Kauf
Bitten      Sie den Zoohändler in jedem Fall um konkrete Angaben zur Art, u.a. über Herkunft,      Größe, Haltungsansprüche, Lebensdauer, Verhalten (u.a. gefährlich? kindgerecht?      Zutraulichkeit? Einzel-/Paar-/Gruppenhaltung?), Artenschutzbestimmungen.      Bei unklaren oder pauschalen Aussagen lieber auf die Anschaffung      verzichten! Lassen      Sie sich eine komplette Aufstellung für Kosten zur artgerechten Unterbringung      (Käfig, Terrarium, Aquarium inkl. Heizung, Beleuchtung etc.) und Pflege      (Futter, Pflege-/Arzneimittel etc.) machen; bei vielen Exoten sind      Zeitaufwand und Folgekosten erheblich. Wählen      Sie vorzugsweise Nachzuchttiere, da diese besser an eine Haltung angepasst      und deshalb widerstandsfähiger sind. Kalkulieren      Sie die Kapazitäten für Unterbringung und Pflege realistisch, v.a. wenn      sich die Pfleglinge fortpflanzen. Kaufen      Sie keine schwächlichen, abgemagerten, verletzten oder auffallend trägen      Exemplare, auch nicht aus Mitleid! Sie unterstützen damit nur solche      Praktiken, denn für jedes gekaufte Tier wird Ersatz beschafft. Außerdem      handelt es sich in vielen Fällen um kranke Tiere mit geringer      Lebenserwartung. Prüfen      Sie mit gesundem Menschenverstand die Zustände beim Tierhändler. Modriger      Geruch, mit Kot und Futterresten verschmutzte Behälter oder gar      Tierleichen können Hinweise auf mangelhafte Sachkunde sein. Dort sollte      man auf keinen Fall ein Tier kaufen! Vorsicht      bei Sonderangeboten! Gesunde Tiere sind keine Wühltischware und haben      ihren Preis.

Und schließlich: 
Überdenken Sie Ihre Kaufabsichten dann noch einmal in Ruhe und entscheiden Sie erst am nächsten Tag.]]></content:encoded>
			<category>2011</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 11:30:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wiedervernetzung ist von zentraler Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=a6871df9087bbc4038868231c285bdde&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4050</link>
			<description>Beate Jessel: Deutschland braucht eine grüne Infrastruktur</description>
			<content:encoded><![CDATA[Flintbek/ Bonn, 23.11.2011: Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, hat dazu aufgerufen, die zunehmende Zerschneidung und damit die Isolierung der Rückzugsgebiete von Tieren und Pflanzen zu überwinden. Auf der Fachtagung „Wiedervernetzung in der Praxis – Korridore gemeinsam gestalten, dauerhaft sichern!“ sagte Jessel: “ In unserer dicht besiedelten Landschaft werden naturnahe Lebensräume immer weiter auf inselartige Restbestände zurück gedrängt. Das schränkt ökologische und genetische Austauschprozesse zunehmend ein. Wir brauchen daher dringend wirksame Verbundsysteme, die straßenbedingte Barrieren über die Grenzen von Bundesländern hinweg wieder miteinander vernetzen. Deutschland braucht neben der technischen auch eine funktionierende grüne Infrastruktur, – um unseren Arten Wander- und Ausweichmöglichkeiten zu schaffen, vor allem aber, damit wir für den Klimawandel gerüstet sind“. 
In Deutschland sind immer noch ein Drittel aller Tierarten und ein Viertel aller Pflanzenarten gefährdet. Drei Viertel der natürlichen und naturnahen Lebensräume sind bedroht. Einer der Hauptgründe für den Biodiversitätsverlust ist die anhaltende Flächenbeanspruchung für Siedlungs- und Verkehrszwecke und die daraus resultierende &nbsp;Zerschneidung naturnaher Lebensräume. „Neben der Sicherung wertvoller Flächen in Schutzgebieten kommt daher der Wiedervernetzung von funktional zusammenhängenden &nbsp;Lebensräumen eine zentrale Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu“, so Beate Jessel.
Die Fachtagung zur Vernetzung ist Teil des Vorhabens „Holsteiner Lebensraumkorridore“, das vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Mit dem Vorhaben setzen die verschiedenen Projektpartner ein Zeichen für den Erhalt der biologischen Vielfalt und zugleich für eine beispielhafte Zusammenarbeit von Verbänden, Förstern, Jä-gern, Landwirten, dem Straßenbau sowie den Kommunen. Mit dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Holsteiner Lebensraumkorridore“ zeigt sich bereits nach 2 Jahren, dass die Wirk-samkeit von baulichen und landespflegerischen Maßnahmen zur Wiedervernetzung im bestehenden Straßennetz deutlich erhöht werden kann, wenn diese in einem Maßnahmenkonzept aufein-ander abgestimmt werden. „Wir müssen unter den heutigen Landnutzungsbedingungen, die mit sehr intensiver agrarischer Nutzung und einer hohen Flächenbeanspruchung einhergehen, dazu kommen, Maßnahmen im Sinne ihrer Wirksamkeit für die biologische Vielfalt so effizient wie nur möglich gestalten. Hierzu gehört es vor allem, Maßnahmen klug in einem Gesamtkonzept aufeinander abzustimmen und sie – soweit es irgend geht – in die bestehende Landnutzung einzufügen. Denn durch einen Verbund lässt sich die Wirksamkeit von Einzelmaßnahmen erheblich steigern. Gleichzeitig werden zudem Strukturen geschaffen, die eine Anpassung der Arten an sich wan-delnde Bedingungen wie den Klimawandel ermöglichen,“ sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel anlässlich der Tagung. Ziel sei es, win-win Situationen zu entwickeln, die dem Naturschutz und der Region als Lebens- und Arbeitsort in ihrer Gesamtheit nützen, so Jessel. 
http://www.bfn.de/0401_pm.html ]]></content:encoded>
			<category>2011</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 11:52:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Deutscher Naturschutzpreis verliehen an Projekte in Bonn, Eschweiler und Freiburg</title>
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			<description>Georg Sperber erhält den Ehrenpreis für sein Lebenswerk
Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hebt die Bedeutung des neuen Preises für den Naturschutz in Deutschland hervor
Wettbewerb läuft in  2012 auch als Beitrag zur UN-Dekade Biologische Vielfalt unter dem Motto „Stadt braucht Natur“ und wird um einen Bürgerpreis ergänzt</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bonn, 17. November 2011: &nbsp;Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat heute bei der festlichen Verleihung des ersten Deutschen Naturschutzpreises den Forstdirektor a. D. Dr. Georg Sperber mit dem Ehrenpreis für sein langjähriges herausragendes persönliches Engagement für den Waldnaturschutz ausgezeichnet. Die „Förderpreise“ für besonders originelle und vorbildliche Projektkonzepte gingen an das Projekt „Gründung der Waldgenossenschaft Propsteierwald“ in Eschweiler, das Bildungsprojekt des Bundesverbandes kath. Einrichtungen (BVkE) „wildewaldwelt.de – Jugendhilfe erlebt, begreift und packt an“ in Freiburg und an das Projekt „Tatort Wald – Perspektivenwechsel durch Planspiele“ des Wissenschaftsladens in Bonn.
Norbert Röttgen hob die Bedeutung des neuen Preises für den Naturschutz in Deutschland hervor. „Da sich der Wettbewerb an alle gesellschaftlichen Gruppen richtet und ausdrücklich Multiplikator- und Vernetzungsaspekte fördert, ist er von besonderer Bedeutung für die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung zum Naturschutz und zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements für die Natur,“ sagte der Bundesumweltminister. Nach Ansicht des Ministers trägt der Preis zur Erreichung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bei. 
Die Entscheidung über die Vergabe der Preise traf eine prominente elfköpfige Jury unter Leitung der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel. Zuvor hatte das BfN die Konzepte aller Finalisten einer fachlichen Prüfung unterzogen. 
Der Preis geht auf eine gemeinsame Initiative des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und des Outdoor-Herstellers Jack Wolfskin zurück und will insbesondere Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz fördern. Er wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Schwerpunktthema 2011, dem Internationalen Jahr der Wälder, war der Wald. Mit dem Preis sind Preisgelder in einer Gesamthöhe von rund 250.000 Euro verbunden, die der Outdoor-Hersteller Jack Wolfskin stiftet.
Die Initiatoren zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Wettbewerbs. „Wir haben auf Anhieb ein überzeugendes Ergebnis erzielt, nicht nur was die Beteiligung angeht, sondern vor allem auch was die Vielfalt und Qualität der Beiträge betrifft. Hier sind wirklich viele originelle neue Projektideen für den Naturschutz entstanden, Ideen mit hoher Vorbildfunktion und Nachahmungspotenzial. Und das gilt nicht nur für die Preisträgerprojekte. Alle Projekte der Finalrunde hatten das Potenzial, den Preis zu gewinnen. Und auch unter den Projektideen der ersten Wettbewerbsstufe waren viele interessante Ansätze. Wir wünschen uns sehr, dass auch diese Ideen weiterverfolgt und realisiert werden“, sagte Christian Brandt von Jack Wolfskin, der selbst auch Mitglied der Jury war, nach der Preisverleihung. 
„Naturschutz ist nicht nur eine Angelegenheit des organisierten Naturschutzes“, unterstrich die BfN-Präsidentin Beate Jessel. „Der Schutz unserer natürlichen Umwelt geht uns alle an. Um mehr Menschen hierfür zu sensibilisieren und für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt zu gewinnen, sind Unterstützer und Partner aus allen gesellschaftlichen Bereichen erforderlich. Dem Deutschen Naturschutzpreis ist es gelungen, zusätzliche Anreize zu schaffen und neue Projektideen, Initiativen und Kooperationen anzustoßen. Dass unter den Preisträgern zwei Projekte sind, die sich um die Vermittlung von Naturerfahrung und -kenntnissen an Jugendliche bemühen, freut mich dabei besonders“, so die Präsidentin weiter. 
Insgesamt hatten sich 175 Initiativen und Einzelpersonen aus ganz Deutschland an dem zweistufigen Ideenwettbewerb beteiligt. 23 Projektideen gelangten in die Finalrunde. Für den Ehrenpreis lagen der Jury insgesamt acht Nominierungen vor. Nominierungsberechtigt waren die auf Bundesebene anerkannten Naturschutzvereinigungen sowie die Jurymitglieder des Deutschen Naturschutzpreises 2011 selbst. Die ausgezeichneten Projekte sollen innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden. Das Preisgeld deckt dabei alle/die Kosten ab.
Für 2012 kündigten die Initiatoren des Deutschen Naturschutzpreises einen „Bürgerpreis“ als weitere Preiskategorie an. Mit dem Bürgerpreis sollen insbesondere kleinere Projekte mit einem Finanzierungsbedarf von bis zu 4.000 Euro gefördert werden. „Wir haben festgestellt, dass es sehr viele ehrenamtlich getragene Projektideen und Initiativen gibt, bei denen sich mit einem vergleichsweise kleinen Förderbetrag viel für den Naturschutz bewegen lässt. Diese wollen wir mit dem neuen Bürgerpreis unterstützen. Dafür stellen wir insgesamt bis zu 40.000 Euro aus der Gesamtsumme des Preises zur Verfügung“, erläuterte Christian Brandt die Beweggründe zur Einrichtung der neuen Wettbewerbskategorie. Genauere Details der Ausgestaltung seien noch in der Abstimmung und würden im Januar im Rahmen der offiziellen Ausschreibung des Preises bekanntgegeben.
Im Rahmen der Preisverleihung wurde auch das neue Jahresthema für 2012 bekanntgeben. Es lautet: „Stadt braucht Natur – gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität“. Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte, dass der Deutsche Naturschutzpreis auch einen wichtigen Beitrag für die UN-Dekade Biologische Vielfalt, die die Vereinten Nationen von 2011 bis 2020 ausgerufen haben, darstelle. Das gewählte Motto passe hervoragend zum für 2012 gewählten Schwerpunktthema der Dekade „Vielfalt genießen – Natur-Zeit ist Freizeit“. Gesucht werden Projektideen, die sich mit Natur in der Stadt und im Siedlungsbereich befassen. Die offizielle Ausschreibung soll im Januar 2012 erfolgen. Dann werden auch weitere Details zum Jahresthema bekanntgegeben. Mit der frühen Veröffentlichung des neuen Jahresthemas wolle man potenziellen Initiativen bereits frühzeitig die Möglichkeit eröffnen, entsprechende Projektideen zu entwickeln, so die Veranstalter. 
Die PreisträgerFörderpreise erhalten
- das Projekt Gründung der Waldgenossenschaft Propsteierwald zur gemeinschaftlichen nachhaltigen Nutzung und Sicherung eines einzigartigen Naturraums in einem bisher militärisch genutzten Waldgebiet in Eschweiler bei Aachen. Fördersumme: 35.000 Euro
- das Projekt „www.wildewaldwelt.de – Jugendhilfe erlebt, begreift und packt an“, ein erlebnispädagogisches Naturschutz- und Bildungsprojekt des Bundesverbands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe e.V. (BVkE) im mittleren Schwarzwald für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Jugendhilfeeinrichtungen in ganz Deutschland. Fördersumme: 90.000 Euro
- das Projekt „Tatort Wald – Perspektivenwechsel durch Planspiele“ des Wissenschaftsladens Bonn e.V., das Jugendlichen den Lebensraum Wald und die Konflikte, die durch die vielfältigen Nutzungsinteressen entstehen, näher bringt und im Rahmen eines Planspiels zu einer kritischen Auseinandersetzung anregt. Fördersumme: 119.000 Euro&nbsp;
Ehrenpreisträger istDr. Georg Sperber. Der Forstdirektor a. D. und Mitbegründer des Nationalparks Bayerischer Wald erhält den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis in Würdigung seines langjährigen herausragenden und beispielhaften persönlichen Engagements für den Waldnaturschutz in Deutschland. 
Ausführliche Beschreibungen zu den Projekten und dem Ehrenpreisträger finden Sie unter http://www.deutscher-naturschutzpreis.de
Der Deutsche Naturschutzpreis
Der Deutsche Naturschutzpreis wird als Förderpreis einmal jährlich im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs vergeben. Herausgeber sind das Bundesamt für Naturschutz und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin. Der Preis fördert Naturbewusstsein und bürgerschaftliches Engagement im Naturschutz. Ausgezeichnet werden originelle, zukunftsweisende und vorbildliche Projektideen zum Naturschutz, zur Naturbildung und zum Naturerleben. Bewerben können sich ehrenamtlich engagierte Einzelpersonen sowie nichtstaatliche und gemeinnützige Organisationen. Das von Jack Wolfskin gestiftete Preisgeld von insgesamt 240.000 Euro dient der Umsetzung der Projekte und wird auf die Preisträger aufgeteilt. 2011 stand der Preis unter dem Motto „Zukunft Wald – schützen, erleben, nutzen“. Neben dem Förderpreis für originelle Projektideen wird ein Ehrenpreis für herausragendes persönliches Engagement im Naturschutz verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Entscheidung über die Vergabe trifft die Jury des Deutschen Naturschutzpreises. Weitere Informationen zum Deutschen Naturschutzpreis: www.deutscher-naturschutzpreis.de.&nbsp;
Ansprechpartner für die Presse: &nbsp; Bundesamt für NaturschutzFranz August Emde, PressesprecherKonstantinstr. 110, 53179 Bonn, Tel: 0228 8491-4444, Fax: -1039E-Mail: Presse@BfN.de&nbsp;
Jack Wolfskin Ausrüstung für Draussen GmbH &amp; Co. KGaAThomas Zimmerling, PressesprecherJack Wolfskin Kreisel 165510 Idstein/ Ts.Tel: 06126 954-301, Fax: -444301E-Mail: Thomas_Zimmerling@jack-wolfskin.com&nbsp;]]></content:encoded>
			<category>2011</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 10:55:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bisher unbekannter Vordenker des Naturschutzes entdeckt: Philipp Leopold Martin (1815-1885)</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=7312b818d21ecd5f79cbae5870f2abaa&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4036</link>
			<description>Bonn, 04.11.2011: Mitarbeiter der BfN-Bibliothek entdecken Philipp Leopold Martin als deutschen Vordenker des Naturschutzes wieder, der das Wort „Naturschutz“ erstmals im heutigen Sinne verwendete. In der aktuellen Ausgabe 11/2011 der BfN-Zeitschrift „Natur und Landschaft“ berichten die BfN-Mitarbeiter Rainer Koch und Gerhard Hachmann über eine Publikation aus dem Jahr 1871, in der der Tierpräparator Martin ein umfassendes Programm zum Natur- und Artenschutz vorlegt. 
In umfangreichen Literaturrecherchen konnten die Autoren ermitteln, dass der Begriff „Naturschutz“ nicht, wie bislang angenommen, erstmals 1888 von dem Komponisten Ernst Rudorff verwendet wurde, sondern es Philipp Leopold Martin war, der bereits 17 Jahre zuvor von dem Ausdruck Gebrauch machte.
Philipp Leopold Martin hatte als Ziel, den aufgrund der industriellen Revolution einsetzenden Artenrückgang zu stoppen. In seinen programmatischen Veröffentlichungen forderte er weitsichtig die heutigen Strukturen des Naturschutzes ein, wie beispielsweise staatlichen Naturschutz und Verbandsnaturschutz sowie internationalen Natur- und Artenschutz. Martin blieb dabei nicht bei der Analyse stehen, sondern er ließ ihr praxisnahe, zukunftsgerichtete Handlungsanweisungen folgen. 1880 forderte Martin in einer weiteren Schrift ein einheitliches Naturschutzgesetz und die Errichtung einer zentralen Behörde für Naturschutz für das Deutsche Reich.
„Wir freuen uns, dass die BfN-Bibliothek – die älteste und größte Naturschutzbibliothek im deutschsprachigen Raum - diese für die Geschichte und das Selbstverständnis des Naturschutzes wichtige Entdeckung gemacht hat“, so die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel. „Philipp Leopold Martin bietet viel Raum für weitere historische Forschungen. Seine bedeutende Rolle als einer der geistigen Urheber des Naturschutzes in Deutschland wurde bisher vollständig verkannt. Mit seiner Forderung nach einem einheitlichen deutschen Naturschutzgesetz und einer zentralen Naturschutzbehörde ist er ein wichtiger Vordenker des Naturschutzes in Deutschland.“
Ein Foto von Philipp Leopold Martin finden sie hier:http://www.bfn.de/0404_sonstiges.html
Informationen zum Artikel:Der Beitrag ist unter folgendem Titel erschienen: Rainer Koch &amp; Gerhard Hachmann: „Die absolute Nothwendigkeit eines derartigen Naturschutzes …“: Philipp Leopold Martin (1815-1886): vom Vogelschützer zum Vordenker des nationalen und internationalen Natur- und Artenschutzes – in: Natur und Landschaft 86 (2011) H. 11, S.473-480.
http://www.bfn.de/11157.html
Bezug:Einzelhefte können beim Verlag W. Kohlhammer, Vertrieb, 70549 Stuttgart telefonisch 0711/78 63 - 72 80, per Fax 0711/78 63 - 84 30 oder unter http://www.natur-und-landschaft.de zu einem Preis von 7,45 € zzgl. Versandkosten bestellt werden. Oder nutzen Sie die Möglichkeit, den o. g. Einzel-Artikel aus diesem Heft gegen eine geringe Gebühr (2,95 €/Artikel) von der Natur und Landschaft-Homepage als Screen-PDF-Datei herunterzuladen.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bonn, 04.11.2011: Mitarbeiter der BfN-Bibliothek entdecken Philipp Leopold Martin als deutschen Vordenker des Naturschutzes wieder, der das Wort „Naturschutz“ erstmals im heutigen Sinne verwendete. In der aktuellen Ausgabe 11/2011 der BfN-Zeitschrift „Natur und Landschaft“ berichten die BfN-Mitarbeiter Rainer Koch und Gerhard Hachmann über eine Publikation aus dem Jahr 1871, in der der Tierpräparator Martin ein umfassendes Programm zum Natur- und Artenschutz vorlegt. 
In umfangreichen Literaturrecherchen konnten die Autoren ermitteln, dass der Begriff „Naturschutz“ nicht, wie bislang angenommen, erstmals 1888 von dem Komponisten Ernst Rudorff verwendet wurde, sondern es Philipp Leopold Martin war, der bereits 17 Jahre zuvor von dem Ausdruck Gebrauch machte.
Philipp Leopold Martin hatte als Ziel, den aufgrund der industriellen Revolution einsetzenden Artenrückgang zu stoppen. In seinen programmatischen Veröffentlichungen forderte er weitsichtig die heutigen Strukturen des Naturschutzes ein, wie beispielsweise staatlichen Naturschutz und Verbandsnaturschutz sowie internationalen Natur- und Artenschutz. Martin blieb dabei nicht bei der Analyse stehen, sondern er ließ ihr praxisnahe, zukunftsgerichtete Handlungsanweisungen folgen. 1880 forderte Martin in einer weiteren Schrift ein einheitliches Naturschutzgesetz und die Errichtung einer zentralen Behörde für Naturschutz für das Deutsche Reich.
„Wir freuen uns, dass die BfN-Bibliothek – die älteste und größte Naturschutzbibliothek im deutschsprachigen Raum - diese für die Geschichte und das Selbstverständnis des Naturschutzes wichtige Entdeckung gemacht hat“, so die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel. „Philipp Leopold Martin bietet viel Raum für weitere historische Forschungen. Seine bedeutende Rolle als einer der geistigen Urheber des Naturschutzes in Deutschland wurde bisher vollständig verkannt. Mit seiner Forderung nach einem einheitlichen deutschen Naturschutzgesetz und einer zentralen Naturschutzbehörde ist er ein wichtiger Vordenker des Naturschutzes in Deutschland.“
Ein Foto von Philipp Leopold Martin finden sie hier:http://www.bfn.de/0404_sonstiges.html
Informationen zum Artikel:Der Beitrag ist unter folgendem Titel erschienen: Rainer Koch &amp; Gerhard Hachmann: „Die absolute Nothwendigkeit eines derartigen Naturschutzes …“: Philipp Leopold Martin (1815-1886): vom Vogelschützer zum Vordenker des nationalen und internationalen Natur- und Artenschutzes – in: Natur und Landschaft 86 (2011) H. 11, S.473-480.
http://www.bfn.de/11157.html
Bezug:Einzelhefte können beim Verlag W. Kohlhammer, Vertrieb, 70549 Stuttgart telefonisch 0711/78 63 - 72 80, per Fax 0711/78 63 - 84 30 oder unter http://www.natur-und-landschaft.de zu einem Preis von 7,45 € zzgl. Versandkosten bestellt werden. Oder nutzen Sie die Möglichkeit, den o. g. Einzel-Artikel aus diesem Heft gegen eine geringe Gebühr (2,95 €/Artikel) von der Natur und Landschaft-Homepage als Screen-PDF-Datei herunterzuladen.]]></content:encoded>
			<category>2011</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:10:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wanderwege der Wölfe</title>
			<link>http://www.bfn.de/0401_pm.html?&#38;cHash=feaed406ef1c7fd5ae506d6502423b70&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=4030</link>
			<description>Bundesamt für Naturschutz verfolgte die Spuren einer wieder heimischen Tierart</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bonn, 27.10.2011: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) präsentierte heute die Ergebnisse eines vor kurzem abgeschlossenen Forschungsvorhabens zum Ausbreitungsverhalten der Wölfe in Deutschland. Die Untersuchung liefert neue Erkenntnisse über die z.T. beachtlichen Wanderleistungen und die individuellen Unterschiede dieser zurückgekehrten heimischen Tierart.
In der sächsischen Lausitz wurden sechs Wölfe mit GPS-Sendern ausgestattet, um herauszufinden, wie und wann Jungwölfe ihr elterliches Rudel verlassen, um sich einen Paarungspartner zu suchen und ein eigenes Territorium zu besetzen. Die Funkdaten wurden zwischen 2009 und 2011 gesammelt und ausgewertet.
„Das ist die erste Studie in Mitteleuropa, bei der die Wanderbewegungen mittels Satellit verfolgt und der Aufenthalt von Wölfen in ihrem Territorium untersucht wurden“ sagte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel bei der Vorstellung der Ergebnisse heute in Bonn. Die Resultate haben auch viele Fachleute verblüfft. Wölfe können mehr als 70 km pro Tag zurücklegen. „Dabei überwinden sie nicht nur Flüsse und Autobahnen sondern sie fühlen sich auch in einer Vielzahl von Lebensräumen wohl, sofern man sie in Ruhe lässt“, so Frau Professor Jessel.
Die Studie zeigt individuelle Unterschiede im Wanderverhalten der Tiere. Während ein junger Rüde nach 12 Monaten das Rudel verließ und in etwa zwei Monaten 1.550 km weit nach Weißrussland wanderte, blieb ein Weibchen auch noch nach mehr als zwei Jahren bei seiner Familie. Auch beim Raumbedarf zeigten sich die untersuchten Wölfe sehr individuell: Zwischen 49 und 375 km2 Fläche wurden von ihnen genutzt, was einer durchschnittlichen Territoriumsgröße von 172 km2 entspricht.
Innerhalb ihrer Territorien waren die Wölfe sehr anpassungsfähig und hielten sich nicht nur in Waldgebieten sondern auch in offenem Gelände wie Heideflächen auf. Selbst längere, wenngleich seltenere Aufenthalte entlang von Verkehrswegen konnten nachgewiesen werden. Ein neben den Jungwölfen ebenfalls mit Sender ausgestattetes erwachsenes Weibchen legte keine 500 Meter von einer vielbefahrenen Strasse sogar mehrere Höhlen zur Aufzucht ihrer Jungen an. „Wölfe brauchen also keine Wildnis, sondern sie können sich auch in unserer Kulturlandschaft sehr rasch ausbreiten und an die unterschiedlichsten Lebensräume anpassen“, so die BfN-Präsidentin. „Man sollte sich deshalb überall in Deutschland auf das Erscheinen des Wolfes einstellen und auf der Grundlage von Managementplänen ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Menschen und Wölfen sicherstellen.“
Erst vor 11 Jahren wurde wieder ein Wolfrudel in Deutschland entdeckt, nachdem die Art Mitte des 19. Jahrhunderts faktisch ausgerottet worden war und dann aus Polen erneut einwanderte. Heute leben wieder 12 Rudel sowie mehrere Paare und Einzeltiere in unserem Land. ]]></content:encoded>
			<category>2011</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 11:56:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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