Bundesamt für Naturschutz

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Winterfütterung - ja oder nein?


Reh an der Futterkrippe

Foto: Sybille Daden/pixelio

äsendes Damwild

Foto: Pino Madeo/pixelio

Rotte Wildschweine

Foto: Andrea Gräning

Damwild sucht im Schnee nach Futter

Foto: Dieter Haugk/pixelio

Reh im Schnee

Foto: Günter Hommes/pixelio

Luchse im Schnee

Foto: Andrea Gräning

Wenn der Winter so lang und schneereich ist wie in diesem Jahr, dann haben es manche Tiere nicht leicht: Unter verharschtem Schnee und bei gefrorenem Boden ist es schwierig, noch genug Fressbares zu finden. Doch Tiere sind Überlebenskünstler. Sie bekommen ein dichtes Winterfell, das sie vor der Kälte schützt und bewegen sich nur, wenn es unbedingt nötig ist. Dadurch kommen sie auch mit wenig Futter aus. Rehe zum Beispiel begnügen sich auch mit Baumrinde, wenn das Gras unter dem Schnee nicht mehr erreichbar ist.


Das ist aber gerade das Problem: Wenn Knospen und Rinde von Wild angeknabbert werden, kann es passieren, dass junge Bäume aufhören zu wachsen, verkrüppeln und verbuschen. Für den Waldbesitzer aber bedeutet jeder verkrüppelte Baum einen Verlust, denn er kann nur gerade gewachsene Bäume verkaufen. Auch viele Jäger haben ein Interesse daran, den Wildbestand möglichst hoch zu halten, damit sie genügend Tiere für die Jagd haben.


Deshalb werden in vielen bewirtschafteten Wäldern die Wildtiere gefüttert. Vielleicht hast du im Wald solche Futterstellen für Rotwild, Damwild oder Rehe schon gesehen. Meistens findest du eine Futterkrippe mit Heu vor, die regelmäßig nachgefüllt wird. Futterstellen für Wildschweine erkennst du an großen Mengen von Kastanien und Eicheln.


Doch die Fütterung von Wildtieren im Winter ist umstritten.


Das hat mehrere Gründe:


1. Die natürliche Auslese wird gestört. Natürliche Auslese bedeutet, dass unter harten Bedingungen kranke und schwache Tiere sterben, die gesunden Tiere jedoch überleben. Diese bekommen dann im Frühjahr auch gesunden und starken Nachwuchs. So bleibt der Wildbestand auf Dauer gesund. Die Fütterung jedoch sorgt dafür, dass auch kranke und schwache Tiere den Winter überstehen.


2. Winterfütterung kann die Waldschäden sogar verstärken. Je mehr Tiere den Winter überleben, desto mehr Tiere brauchen auch im Frühjahr wieder frisches Futter. Wenn der Wildbestand größer wird, als der Wald ernähren kann, dann greifen die Tiere auch auf Knospen und frische Triebe zurück, die sie bei natürlichem Bestand gar nicht angerührt hätten.


3. Das Problem liegt woanders. Wie du schon weißt, brauchen Wildtiere im Winter recht wenig Futter, weil sie sich kaum bewegen und dadurch Kraft sparen. Im Som-mer und Herbst dagegen müssen sie Fettpolster für den Winter anlegen und fressen daher viel mehr. Vor allem Rehe sind dann auf Wildwiesen und Äcker angewiesen, in denen sie sich richtig satt fressen können. Doch heutzutage gibt es kaum noch Wildwiesen und die meisten Äcker werden mehrmals im Jahr mit großen Maschinen innerhalb weniger Stunden abgeerntet. So müssen die Tiere sich plötzlich neue Futterstellen suchen. Besonders in Gegenden mit wenig Wald ist das ein echtes Problem.


Was kann man tun?


Es gibt deshalb bessere Möglichkeiten, das Wild zu unterstützen als die Winterfütterung. Zum Beispiel, indem Wiesen seltener gemäht werden und dadurch eine größere Pflanzenvielfalt entwickeln, die den Wildtieren Nahrung bietet. Oder indem man am Waldrand Hecken mit verschiedenen fruchttragenden Sträuchern und Wildobst anpflanzt.

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Das kannst du tun!

Hamster Konstantin zeigt

Frag in dem Forstamt deiner Region nach, ob die Förster Waldführungen in deiner Nähe anbieten. Bei einer Waldführung erfährst du viel über den Wald und seine Bewohner. Außerdem kannst du den Förster auch nach seiner Meinung zur Winterfütterung fragen.

Letzte Änderung: 23.02.2010

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