Kulturlandschaften erhalten und gestalten! Zum zukünftigen Umgang mit Transformationsprozessen in der Raum- und Landschaftsplanung
am 08./09.September 2010 in Erfurt
Das Leitbild „Ressourcen sichern, Kulturlandschaften gestalten“ des Bundes und der Länder betont die Notwendigkeit, das Natur- und Kulturerbe zu schützen und setzt gleichzeitig neue Akzente für einen offensiven Umgang mit Kulturlandschaften. Damit verbindet sich ein Gestaltungsauftrag an die räumliche Planung, der Kulturlandschaften als Handlungsebene nicht auf historische oder gewachsene Kulturlandschaften beschränkt, sondern als Qualitätsanspruch für alle Raumtypen versteht.
Dies bedeutet einerseits, dass Landschaften in ihrer Vielfalt und Bedeutung, in ihren Qualität und Nutzungsoptionen neu erfasst und als Handlungsfeld für die räumliche Planung „erschlossen“ werden müssen. Andererseits ist es notwendig, sich mit den Transformationsprozessen, die zu spezifischen Raumtypen führen, auch von Seiten des Naturschutzes auseinanderzusetzen und damit die Möglichkeit zu eröffnen, Landschaftswandel aktiv und akteursorientiert zu begleiten. Daher thematisiert auch die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt nicht nur den Schutz historischer Kulturlandschaften, sondern insgesamt Entwicklungsperspektiven von Landschaften mit ihren vielfältigen Nutzungsansprüchen, unter Einschluss urbaner Landschaften.
Der Raum- und der Landschaftsplanung kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Beide Planungsdisziplinen verfolgen grundsätzlich einen querschnittsorientierten bzw. integrativen ausgerichteten Ansatz. Gleichwohl lässt sich erkennen, dass beide Disziplinen den Gestaltungsauftrag im regionalen Maßstab bislang kaum oder nur eingeschränkt einlösen.
Der Schwerpunkt der Tagung liegt deshalb auf dem Thema „Transformationslandschaften“, da – vor dem Hintergrund des tradierten Planungsverständnisses und bestehender Planungsinstrumente – der Erhaltungs- und Gestaltungsauftrag für diese Landschaften am schwierigsten zu fassen ist. Dies erfordert eine Neupositionierung und neue Zugänge in der Planungspraxis. Auf der Tagung sollen zwei Landschaftstypen näher beleuchtet werden: (sub)urbane Kulturlandschaften und Energielandschaften.
Ziel der Tagung ist es, unterschiedliche Planungsdisziplinen, insbesondere die Raum- und die Landschaftsplanung, darüber ins Gespräch zu bringen, was ein aktiver Umgang mit Transformationslandschaften für die nachhaltige regionale Entwicklung sowie für den Naturschutz und die Landschaftspflege bedeutet bzw. bedeuten könnte. Dies geschieht vor dem Hintergrund abgeschlossener und aktueller Projekte aus Forschung und Praxis.

