Bundesamt für Naturschutz

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Glossar


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I


Immission

Eintrag von Luft- oder Wasserverunreinigungen in Ökosystemen ( Emission)


in situ-Erhaltung

Erhaltung von Ökosystemen und Lebensgemeinschaften sowie die Bewahrung und Wiederherstellung lebensfähiger Populationen von Arten in ihrer natürlichen Umgebung (siehe auch  ex situ)


Indikator

Oberbegriff für Zeigerorganismen (Zeigerarten) und Zeigerparameter (andere ökosystemare Größen, Indices)


Insektizid

Insektenvernichtungsmittel


Intensivierung

Erhöhung des Einsatzes von ertragsfördernden Betriebsmitteln (z.B. Dünger, Pflanzenschutzmittel) bzw. Verstärkung der Nutzungsintensität (z.B. Viehbesatz pro ha) und/oder Arbeit je Flächeneinheit


invasive Art

nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch den Einfluss des Menschen in ein Gebiet eingebrachte Tier- oder Pflanzenart, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope hat und auch oft ökonomische oder gesundheitliche Probleme verursacht;vgl. für Pflanzen das  Internet-Handbuch NeoFlora


K


Kahlschlag

forstliche Nutzungsart, bei der alle Bäume eines Bestandes auf einmal entnommen werden


Komitologie-Verfahren

Das Komitologie-Verfahren ist das übliche Entscheidungsverfahren auf der Ebene der EG im Bereich der Zulassung von GVO . Hierbei wird nach Unterbreitung eines Entscheidungsvorschlages durch die Kommission zunächst versucht, im sog. Regelungsausschuss (dieser setzt sich zusammen aus Vertretern der Mitgliedstaaten und wird von einem Vertreter der Kommission geleitet) eine qualifizierte Mehrheit für den Kommissionsvorschlag zu erreichen. Diese kommt zustande bei einer Mindestzahl von 232 zustimmenden Stimmen. Auf Antrag ist zu überprüfen, ob die die qualifizierte Mehrheit bildenden Mitgliedstaaten mindestens 62 % der Gesamtbevölkerung der Union repräsentieren. Wird diese Mehrheit nicht erreicht, so unterbreitet die Kommission nunmehr dem zuständigen Ministerrat einen Entscheidungsvorschlag. Dieser kann sodann innerhalb von drei Monaten mit qualifizierter Mehrheit über den Vorschlag befinden. Stimmt der Ministerrat zu, kommt der Vorschlag zustande. Lehnt er ab, kann die Kommission einen neuen Vorschlag unterbreiten. Kommt weder für Ablehnung noch für Zustimmung eine qualifizierte Mehrheit zustande, so wird der vorgeschlagene Rechtsakt von der Kommission erlassen.


Kopfbinsengesellschaften

Charakteristische Pflanzengesellschaft für quellige Verlandungsmoore an Seen und in sumpfigen Niederungen. Vor allem in basenreichen Niedermooren tieferer Lagen zu finden


Kulturlandschaft

aufgrund der Nutzung durch den Menschen in historischer Zeit entstandene und durch die Nutzungsformen geprägte Landschaft mit überwiegend anthropogenen Ökosystemen (im Ggs. zur Naturlandschaft)


L


Landespflege

zusammenfassende Bezeichnung für die Aufgabengebiete Naturschutz und Landschaftspflege einschl. der Grünordnung


Landesraumordnungsprogramm

Gesamträumliche Planung auf Länderebene (Bundesland) zur Abstimmung unterschiedlicher Anforderungen an den Raum (mit unterschiedlichen Bezeichnungen in den einzelnen Bundesländern)


Landschaftspflege

Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zur Sicherung der nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter sowie der Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft z.B. durch Erhaltung traditioneller Wirtschaftsformen


Landschaftspflegerischer Begleitplan

Beitrag des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Text und Karte zum Fachplan (Betriebsplan) für konkrete Planungsobjekte auf kommunaler Ebene (Teil des Bebauungsplans) zur Darstellung der zum Ausgleich von Eingriffen erforderlichen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch den Planungsträger


Landschaftsplan

Text- und kartenmäßige Darstellung der örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege, u.a. als Fachbeitrag zu Bauleitplänen (vgl. §16 BNatSchG)


Landschaftsplanung

Fachplanung des Naturschutzes und der Landschaftspflege (als Teil der Gesamträumlichen Planung) in den Stufen Landschaftsprogramm, Landschaftsrahmenplan und Landschaftsplan


Landschaftsprogramm

Landschaftsplanung auf Landesebene, u.a. als Fachbeitrag zum Landesraumordnungsprogramm

Im Landschaftsprogramm sind die überörtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege unter Beachtung der Grundsätze und Ziele der Raumordnung und Landesplanung für den Bereich eines Landes darzustellen. Die raumbedeutsamen Erfordernisse und Maßnahmen der Landschaftsprogramme sollen unter Abwägung mit den anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen nach Maßgabe der landesplanerischen Vorschriften der Länder in die Landesraumordnungsprogramme/-pläne aufgenommen werden (vgl. §15 BNatSchG)


Landschaftsrahmenplan

Landschaftsplanung auf regionaler Ebene (z.B. Regierungsbezirk, Region, Kreis), u.a. als Fachbeitrag zum Regionalplan

Im Landschaftsrahmenplan sind die überörtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege für Teile des Landes darzustellen. Die raumbedeutsamen Erfordernisse und Maßnahmen der Landschaftsrahmenpläne sollen unter Abwägung mit den anderen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen nach Maßgabe der landesplanerischen Vorschriften der Länder in die Regionalen Raumordnungsprogramme/-pläne aufgenommen werden (vgl. § 15 BNatSchG)


LIFE

seit 1992 bestehendes Finanzierungsinstrument der EG für Pilotvorhaben in den Bereichen Umwelt, Natur und Drittländer; bezieht sich im Förder-Teilbereich "Natur" auf Maßnahmen in Anwendung der EG-Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie


Limikolen

Wat- und Stelzvögel


Lokale Agenda 21

Initiativen zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Agenda 21 (Rio 1992) in Handlungsprogramme auf lokaler Ebene (z.B. Kommunen)


M


Mähweide

wechselnde Grünlandnutzung, bei der die Fläche nach der Mahd als Weide genutzt wird


Männchenkolonie

Ansammlung von männlichen Fledermäusen in einem Quartier in der sommerlichen Aktivitätsphase


Melioration

Maßnahmen zur nutzungsorientierten Verbesserung des Bodens seitens der Land- und Forstwirtschaft


Mittelwald

Historische Form der Waldnutzung, bei der der größte Teil der Bäume regelmäßig (meist ca. alle 20-30 Jahre) zur Nutzung als Brennholz auf Stock gesetzt wird. Ein Teil der Bäume bleibt jedoch stehen, um nach entsprechend langen Zeiträumen Bauholz zu liefern


Monitoring

langfristige, regelmäßig wiederholte und zielgerichtete Erhebungen im Sinne einer Dauerbeobachtung mit Aussagen zu Zustand und Veränderungen von Natur und Landschaft


Mulm

Substrat aus zerkleinertem Holzmaterial und Kotpartikeln sowie toten Insekten das sich vor allem im Innern von Baumhöhlen ansammelt. Der Kot stammt vor allem von den Larven der sich in der Höhle entwickelnden Insekten, z.B. des Eremiten


Mykorrhiza

Symbiose zwischen Pilzen und den Wurzeln von höheren Pflanzen, wobei die Gefäßpflanze Assimilate und der Pilz Nährstoffe und Wasser beisteuert


N


Nachhaltige Nutzung

die Nutzung von Bestandteilen der biologischen Vielfalt in einer Weise und in einem Ausmaß, die nicht zum langfristigen Rückgang der Vielfalt führt


Natura 2000

Europäisches Schutzgebietssystem, das Gebiete der  Vogelschutzrichtlinie sowie die der   FFH -Richtlinie beinhaltet


Naturhaushalt

umfasst die Bestandteile Boden, Wasser, Luft, Klima, Tiere und Pflanzen sowie das Wirkungsgefüge zwischen ihnen (vgl. BNatSchG §10)


natürlich

vom Menschen unverändert, in ursprünglichem Zustand


naturnah

ohne direkten menschlichen Einfluss entstanden und vom Menschen nicht wesentlich verändert, dem natürlichen Zustand nahekommend


Naturschutzgroßprojekte

Projekte im Bundesförderprogramm zur "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" (seit 1979) sowie im Gewässerrandstreifenprogramm des Bundes (seit 1989)


Naturschutzverband

nach § 58/59 BNatSchG anerkannter Verein, der vorwiegend die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege fördert


Naturwacht

Sammelbezeichnung für haupt- oder ehrenamtlich tätige Schutzgebietsbetreuer mit Überwachungs- und Informationsfunktion ("Ranger")


Naturwald

Bezeichnung für Naturwaldreservat in Niedersachsen


Naturwaldparzelle

Bezeichnung für Naturwaldreservat in Thüringen und Schleswig-Holstein


Naturwaldreservat

Waldfläche, die der Erhaltung, Entwicklung und Erforschung naturnaher Waldökosysteme dient; wirtschaftsbestimmte Eingriffe sind ausgeschlossen


Naturwaldzelle

Bezeichnung für Naturwaldreservat in Nordrhein-Westfalen und im Saarland


Neophyt

durch menschlichen Einfluss nach der Entdeckung Amerikas 1492 eingewanderte, eingeführte oder eingeschleppte Pflanzenart; vgl.  Internet-Handbuch NeoFlora


Neozoon

durch menschlichen Einfluss nach der Entdeckung Amerikas 1492 eingewanderte, eingeführte oder eingeschleppte Tierart


Niederwald

Historische Form der Waldnutzung bei der alle Bäume regelmäßig (meist ca. alle 12-25 Jahre) zur Nutzung als Brennholz auf Stock gesetzt werden. Es gibt verschiedene Übergangsformen zum Mittelwald