Summary
„Marine Nature Conservation in Europe 2006“
Mit großem Erfolg fand vom 08. - 12. Mai 2006 die internationale Tagung des BfN “Marine Nature Conservation in Europe 2006“ mit über 200 Teilnehmer aus 20 Nationen am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund statt. Ziel der Tagung war es, über den aktuellen Stand zum Schutz und Erhalt der marinen Biodiversität besonders in Europa zu informieren und die notwendigen nächsten Schritte im Meeresnaturschutz zu diskutieren. Die Räume des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund boten für die Konferenz und die Gespräche der Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Meeresschutzabkommen, der Schutzverbände, der Universitäten und der Behörden das ideale und passende Ambiente.
Die Tagung wurde vom Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz Prof. Hartmut Vogtmann eröffnet, der die wachsende Bedeutung des Meeresnaturschutzes unterstrich und der gemeinsam mit dem Hauptredner dieses Vormittags, dem Abteilungsleiter für Naturschutz des Bundesumweltministeriums, Jochen Flasbarth, zum Festjahr „100 Jahre Naturschutz als Staatsaufgabe“ auch ein „Jahrhundert des Meeresnaturschutz“ forderte.
An den drei Vortragstagen waren die ausgezeichneten Präsentationen der Redner die Grundlage für anschließende lange Diskussionen auf hohem Niveau. Die drei Generalsekretäre von HELCOM, OSPAR und dem Trilateralen Wattenmeersekretariat erläuterten die Ziele und den Stand der Umsetzung der jeweiligen Konventionen zum Schutz der Ostsee, des Wattenmeeres und des Nordostatlantiks. Globale und regionale Schutzziele der Verbände wurden von Greenpeace und dem WWF dargestellt, wie zum Beispiel ein von Experten entworfenes globales Netzwerk von Meerschutzgebieten zum Schutz von Arten und Lebensräume in den Hochseegebieten (jenseits nationaler Grenzen).
Eines der großen Problemfelder des Meeresschutzes ist auch weiterhin die Fischerei und ihre vielfältigen Auswirkungen zum Beispiel durch die Überfischung von Nutzfischen, durch die Degradierung von Lebensräumen am Meeresboden oder durch den unbeabsichtigten Beifang von Vögeln und Walen. Die zunehmende Verlärmung der Unterwasserwelt, die Habitatzerstörung durch großflächigen Meeresbodenabbau und die wachsende „Vermüllung“ der Meere mit großen aber auch sehr kleinen Plastikteilen waren weitere auf der Tagung diskutierte Meeresschutzprobleme.
Als eine von mehreren Naturschutzmaßnahmen erörterten die Referenten und Tagungsteilnehmer ausgiebig die Möglichkeiten von Meeresschutzgebieten, in denen unverträgliche Nutzungen reguliert oder untersagt werden, um so besondere marine Ökosysteme zu erhalten. Beispiele aus Australien, das als erste Nation vor über 30 Jahren mit dem Großen Barriere Riff ein Meeresgebiet unter Schutz stellte, aus Kanada, das seit wenigen Jahren einen der größten Meerescanyons „The Gully“ im Nordwest-Atlantik schützt und aus Portugal, das große Seevogelschutzgebiete bei den Azoren eingerichtet hat, wurden vorgestellt. Aus den Vorträgen können wichtige Erfahrungen gewonnen werden für entsprechende Vorhaben in Europa und Deutschland zum Beispiel dass Schutzgebiete für den angestrebten Zweck die ausreichende Mindestgröße besitzen müssen.
Zur Tagungseröffnung präsentierte das BfN zwei wichtige Neuerscheinungen zum Meeresnaturschutz:
Ein Fachbuch in englischer Sprache
„Progress in Marine Conservation in Europe“
NATURA 2000 Sites in German Offshore Waters
Henning von Nordheim, Dieter Boedeker & Jochen C. Krause (Eds.)
2006 Springer,
Heidelberg 263pp.
Weitere Informationen zu diesem Buch und Bestellmöglichkeiten finden Sie
hier in unserer Rubrik Publikationen.
und eine interaktive CD-ROM (deutsch, englisch):
„HABITAT MARE NATURA 2000“ die den erfolgreichen Aufbau eines Netzwerks von küstenfernen Schutzgebieten in der deutschen Nord- und Ostsee illustrieren.
Weitere Informationen zur CD und Bestellmöglichkeiten finden Sie
hier in unserer Rubrik Publikationen.
Der Tagungsband
"Proceedings - Marine Nature Conservation in Europe 2006" mit ausführlicher Zusammenfassungen der Vorträge steht jetzt zum Download zur Verfügung.

