Fischfang entlang festgelegter Schleppstrecken
Wissenschaftler sind zu verschiedenen Jahreszeiten in Nord- und Ostsee auf Forschungsschiffen unterwegs, um mit unterschiedlichen Fangmethoden die Artenzusammensetzung, Bestandsgröße und Altersstruktur der Fischfauna in den Schutzgebieten zu untersuchen. In den elektronischen Seekarten werden die Schleppstrecken genau festgehalten, um die spätere Auswertung der Ergebnisse für die Untersuchungsgebiete zu unterstützen.
Einsatz verschiedener Fanggeräte
Die Fangfahrten finden mehrfach im Jahr statt, um auch einen Überblick über die jahreszeitliche Verteilung der Fische zu bekommen. Hier wird nach einem Hol gerade das Netz an Bord gezogen.
Auf den Forschungsfahrten kommen unterschiedliche Fanggeräte zum Einsatz, die verschieden Fangeigenschaften haben: pelagische Schleppnetze, Grundschleppnetze und Baumkurren. Erst die Zusammenschau der Ergebnisse aller Fanggeräte ergibt ein repräsentatives Bild der Fischgemeinschaft. Grundsätzlich kann zwischen pelagischen Schleppnetzen (Einsatz im Freiwasser) und Grundschleppnetzen (zum Beispiel Scherbrettnetze und Baumkurren, Einsatz am Meeresboden) unterschieden werden. So ist beispielsweise der Anteil pelagischer (im freien Wasser lebenden) Fischarten (zum Beispiel Sprotten und Heringe) u.a. abhängig von der vertikalen Netzöffnung.
Entleerung des Netzes
Im Netzende, dem sog. „Steert“ sammelt sich der Fang. Der Steert wird an Bord in große Kisten entleert. Der Fang fällt je nach Untersuchungsgebiet und Jahreszeit sehr unterschiedlich aus und enthält mittlerweile vorwiegend nur noch kleine Individuen.
Bestimmung der Arten
Die Fischereibiologen untersuchen den Geamtfang sofort an Bord. An einem Laufband bestimmen sie die Arten und sortieren sie.
Längenmessung und spätere Altersbestimmung
Die Fische werden vermessen und gewogen. Aus diesen Daten und den im Labor stattfindenden Altersbestimmungen anhand der Gehörsteine können die Forscher die Altersklassen-Verteilung und Bestandsgröße einiger wichtiger Arten berechnen. Weiterhin ziehen sie Rückschlüsse auf die Bedeutung eines Untersuchungsgebietes für den Lebenszyklus der Arten, zum Beispiel als „Kinderstube“, Nahrungs- oder Laichgebiet.

