Fische

Foto eines Flussneunauges (Lampetra fluviatilis) vor Steinen unter Wasser

Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)

Untersuchungen der Fischfauna zeigen die großräumige Verteilung und Häufigkeit der Fischarten von Nord- und Ostsee.

  • Die Untersuchungen geben damit auch Hinweise auf die Bedeutung der FFH-relevanten Lebensraumtypen Riffe und Sandbänke für die Fischfauna, beispielsweise als Rückzugs- und Laichhabitat oder als Jungfisch-Aufwachsgebiet („Kinderstube“). In Verbindung mit Ergebnissen aus anderen Tier-Erfassungen lassen sich auch Rückschlüsse darauf ziehen, inwieweit bestimmte Gebiete eine wichtige Nahrungsgrundlage für fischfressende Vögel oder Meeressäugetiere bieten.
  • Für die Fischarten, die gemäß Anhang II der FFH-RL zu schützen sind, gibt es nur sehr wenige Nachweise in Nord- und Ostsee. Spezifische Fangmethoden zur Erfassung dieser Arten müssen noch entwickelt werden.

Folgende FFH-Arten werden unter Fischarten genauer vorgestellt:

  • Finte (Alosa fallax)
  • Alse (Alosa alosa) (Finte und Alse werden auch als “Maifische” bezeichnet)
  • Schnäpel (Coregonus oxyrinchus) (nur in der Nordsee)
  • Meerneunauge (Petromyzon marinus)
  • Flussneunauge (Lampetra fluviatilis)
  • Stör (Acipenser sturio)

Die wichtigsten Ergebnisse der Forschungsarbeiten

  • Die Deutsche Bucht ist durch eine charakteristische Artenzusammensetzung ihrer Fischfauna gekennzeichnet. Es lassen sich Schwerpunkte bestimmter Artengemeinschaften der Fischfauna im küstennahen Bereich und im Gebiet der Doggerbank unterscheiden.
  • In der Ostsee lassen sich ebenfalls charakteristische Verteilungsmuster der Fisch-Arten feststellen, bestimmt durch den Salzgehaltsgradient von West nach Ost. So haben einige marine Arten (zum Beispiel Kliesche und Wittling) in der deutschen Ostsee ihre östliche Verbreitungsgrenze. Allerdings kommen östlich zum Beispiel im Bereich der Pommerschen Bucht zunehmend brackwassertolerante Süßwasserfische vor.
  • Die bisher angewandten Fangmethoden sind zur Erfassung eines vollständigen Artenspektrums noch unzureichend , insbesondere für die FFH-relevanten anadromen Wanderfischarten wie zum Beispiel die Neunaugen und der Kleinfischfauna. Hierfür ist insbesondere auf Steingründen die Verwendung spezifischer Fanggeräte erforderlich.
Foto eines gestreiften Leierfisches (Callionymus lyra) auf dem Meeresgrund

Gestreifter Leierfisch (Callionymus lyra)

Foto einer Schwarzgrundel (Gobius niger) auf dem Meeresgrund

Schwarzgrundel (Gobius niger)

Foto mit laichenden Flussneunaugen

Flussneunaugen (Lampetra fluviatilis) laichend

Fischarten

Von Anhang II der FFH-Richtlinie sind sowohl die anadromen Wanderfische als auch die brackwassertoleranten Süßwasserfische (nur Ostsee) für die deutsche AWZ relevant. Deutschland ist verpflichtet, diese Arten u.a. bei der Ausweisung von Schutzgebieten zu berücksichtigen. Anadrome Wanderfischarten sind Arten, die vom Meer zum Laichen in die Flußmündungen und die Flüsse hinauf wandern.
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Foto eines Schnäpels (Coregonus oxyrinchus)

Schnäpel (Coregonus oxyrinchus)

Forschungsmethoden

Wissenschaftler sind im Jahresverlauf mehrfach in Nord- und Ostsee auf Forschungsschiffen unterwegs, um mit unterschiedlichen Methoden Größe und Struktur der Fischfauna zu untersuchen. Mit verschiedenen Schleppnetz-Typen wie Scherbrettnetzen und Baumkurren fangen sie Fische aus verschiedenen Tiefenzonen. Der Gesamtfang wird sofort an Bord sortiert, die Arten bestimmt, gewogen, vermessen und gezählt. Die Ergebnisse werden in der Datenbank des Johann Heinrich von Thünen Institute (vTI) gespeichert.
Ein Einblick in die Forschungsmethoden ...

Foto von Forschern die ein  Schleppnetz ausgesetzen

Ein Schleppnetz wird ausgesetzt.

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Stand der Aktualisierung 26.10.2011