Offshore-Windkraftprojekte

Foto einer Offshore-Windenergieanlage

Offshore-Windenergieanlage

Nabenhöhe bis zu 90 Meter, ein Rotorblatt fast 60 Meter lang, Gesamthöhe bis 150 Meter (oder auch mehr), Gewicht der Anlage rund 250 Tonnen - Windenergieanlagen auf dem Meer sind riesig. In der Endausbaustufe umfasst ein Windpark mitunter sogar mehrere hundert einzelne solcher Anlagen mit einer Gesamt-Energieleistung von bis zu 1.000 Megawatt.

Doch: Die Vereinbarungen zum Klimaschutz in Deutschland sehen vor, den Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromerzeugung in den nächsten Jahren zu erhöhen. Ziel der Bundesregierung ist es, diesen Anteil vom Jahr 2000 bis 2010 auf rund 13% zu verdoppeln. Daher wird seit einigen Jahren die Errichtung großer Windkraftanlagen fernab der Küste in Nord- und Ostsee geplant. Im Jahr 2030 sollen etwa 15% des deutschen Stromverbrauchs durch Offshore-Windparks gedeckt werden.

Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie laufen derzeit für mehr als 75 Projekte in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee die Genehmigungsverfahren für Windparks bzw. stromabführende Kabel. Bis zum Frühjahr 2009 wurden 21 Windparks genehmigt (18 Nordsee, 3 Ostsee). Zwei Projekten wurde wegen ihrer Lage in den gemeldeten Natura 2000 - Gebieten die Genehmigung versagt. Die genehmigten Projekte umfassen 1.500 Einzelanlagen, die Installation der ersten Windräder ist 2010 erfolgt.

Die Auswirkungen von Windparks auf die Meeresnatur und -umwelt, werden noch intensiv erforscht. Erste Ergebnisse bau- und betriebsbegleitender Untersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen an dänischen und schwedischen Offshore-Windparks liegen inzwischen vor. Bei Schweinswalen wurden weiträumig baubedingte Scheuchwirkungen und Verhaltensänderungen festgestellt, auch nach Inbetriebnahme eines Anlagenkomplexes wurden sie nur in geringerer Anzahl wieder innerhalb des bebauten Gebietes gesichtet. Seevögel zeigten sehr unterschiedliche Reaktionen auf Offshore-Windparks. Während einige besonders geschützte Arten (zum Beispiel Seetaucher, Alkenvögel) den Windpark und seine Umgebung nach Inbetriebnahme mieden, erschienen andere (zum Beispiel Eisente, verschiedene Möwenarten) auch innerhalb des bebauten Gebietes, teilweise jedoch in stark verringerter Anzahl. Ein Großteil der Zugvögel weicht offenbar den Windparks aus und entgeht somit zumindest bei guter Sicht dem Risiko einer Kollision. Bis tödliche Vogelschlagereignisse (zum Beispiel bei Schlechtwetter und intensivem Vogelzug) direkt gemessen werden können, bedarf es aber noch der Entwicklung spezieller, für die Verhältnisse auf dem Meer angepasster Methoden. Weitgehend unerforscht sind die Wirkungen von betriebsbedingtem Unterwasserschall auf Meeressäugetiere und Fische sowie die ökologischen Effekte der an den Kabelverbindungen entstehenden künstlichen elektromagnetischen Felder. Letztlich erhöhen Windparks die Unfallgefahr mit Schiffen und Havarien könnten, zum Beispiel durch Austreten von Öl oder Chemikalien, sehr große Bereiche unserer Meere und Küsten gefährden.

NEUE STUDIE
Schallschutz beim Bau von Offshore-Windenergieanlagen Anthropogener Unterwasserlärm beeinträchtigt zunehmend insbesondere marine Säugetiere. Die BfN-Studie stellt den aktuellen Entwicklungsstand schallminimierender Techniken und schallarmer Gründungsformen für Offshore-Windenergieanlagen vor.

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Stand der Aktualisierung 28.03.2012