Sandgrundel (Pomatoschistus minutus) auf einer Sandbank
Sandbänke sind Lebensraum für eine Vielzahl von Kleinstlebewesen sowie Borstenwürmern, Muscheln, Schnecken , Stachelhäutern und Krebsen. Diese bilden wiederum die Nahrungsgrundlage für zahlreiche andere Tierarten, vor allem für am Boden lebende Plattfische oder wie hier die Sandgrundeln, aber auch für tauchend nach Nahrung suchende Vögel.
Gerippte Tellmuschel (Fabulina fabula)
Die Gerippte Tellmuschel ist namensgebend für eine spezifische Lebensgemeinschaft von Tieren, die die Feinsande in den Deutschen Bucht besiedelt. Sie kommt auch auf der Doggerbank vor, einer besonders weit von der Küste entfernt liegenden großen Sandbank.
Trogmuschel (Spisula sp.)
Die Trogmuscheln der Gattung Spisula sind ebenfalls typische Vertreter der Sandboden-Lebensgemeinschaften der Nordsee. Zusammen mit dem Knäuelwurm (Goniadella bobretzkii) findet man sie auf grobsandigen Bänken wie auf dem Amrum-Außengrund. Trogmuscheln sind eine begehrte Nahrung für Plattfische und tauchende Enten. Sie werden auch vom Menschen für den Verzehr gefischt, wobei ihr Lebensraum stark gestört wird.
Zwerg-Seeigel (Herzigel) (Echinocyamus pusillus)
Der Zwerg-Seeigel wird nur bis zu 1cm groß und ist damit der kleinste Vertreter der Seeigel. Er lebt in sandig-kiesigen Habitaten. Mit Hilfe seiner Scheinfüßchen und Stacheln kann er sich fortbewegen und eingraben.
Vielborster (Polygordius sp.)
Der dünne Polygordius sp. gehört zu den Borstenwürmern, obwohl er selber keine Borsten besitzt. Er ist ein typischer Vertreter der Sandlückenfauna in Grobsanden. Er bewegt sich zwischen den Sandkörnern fort und ernährt sich von abgestorbenen, zerriebenen Pflanzen- und Tierresten (Detritus). Hier ist er mit etwa 50facher Vergrößerung zu sehen.
Ruderfußkrebs (Copepoda)
Die Ruderfußkrebse - Copepoden - gehören sowohl zum Zooplankton als auch zum Zoobenthos und sind höchstens wenige Millimeter groß. Sie sind wahrscheinlich die häufigsten mehrzelligen Tiere der Welt. Die Plankton-Copepoden leben im freien Wasser, die Benthosarten am oder im Boden. Letztere bewegen sich auch in den Sandlücken fort. Mit einer Länge von meist unter 1mm zählen diese damit zur Meiofauna („Sandlückenfauna“).
Gewöhnlicher Blutwurm (Glycera alba)
Der „Gewöhnliche Blutwurm“ (Glycera alba) ist ein räuberischer Borstenwurm; also ein Verwandter des kleinen Polygordius sowie des „Knäuelwurms“ Goniadella und der Owenien sowie der besser bekannten Wattwürmer. Er lebt vor allem im Grobsand, wo er mit seinem blitzschnell ausstülpbaren Rüssel und den vier Kieferzangen Jagd auf andere Würmer und Kleinstlebewesen macht.
Spindelförmiger Borstenwurm (Owenia fusiformis)
Die Owenien sind lange, zylindrische Würmer, die in einer wahren Meisterleistung aus kleinen Stücken von Muschelschalen, Steinchen und Stacheln von Seeigeln eine bis zu 10cm lange Wohnröhre um sich herum bauen. Sie kommen auf Sand- und Schlickböden ab etwa 10m Wassertiefe in der Nordsee vor, wo sie sich mit ihren kurzen Tentakeln organisches Material aus dem Wasser oder vom Boden „fischen“.
Opalwurm (Gattung Nephtys)
Die Opalwürmer, Borstenwürmer der Gattung Nephtys kommen mit 12 Arten in Nord- und Ostsee vor, wo sie fast alle Sedimente besiedeln. Sie ernähren sich meist räuberisch. Mit der 60fachen Vergrößerung ist der mit zwei Kiefern besetzte ausgestülpte Rüssel (Pharynx) gut zu erkennen.

