FFH-Schutzgebiet Oderbank

Die Oderbank ist die zentrale morphologische Struktur in der Pommerschen Bucht. Das rund 1.101 km² große Schutzgebiet umfasst nahezu vollständig die gesamte Oderbank, sofern sie in der deutschen AWZ liegt, mit Wassertiefen von 7 m bis 20 m.
Bei der Oderbank handelt es sich um eine idealtypisch ausgebildete, große, flache Sandbank mit herausragender ökologischer Bedeutung. Es herrschen einheitliche Mittel- bis Feinsande vor. Die vergleichsweise artenarme, aber sehr individuenreiche Bodentiergemeinschaft wird vor allem von Muscheln geprägt, insbesondere von Sandklaff-, Platt-, Herz- und Miesmuscheln. Auf der Kuppe siedeln Arten, die besonders feine Sande bevorzugen, zum Beispiel Flohkrebse der Gattung Bathyporeia. Diese und die hier zahlreich vorkommenden Jungfische (s.u.) sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten wie zum Beispiel Stern- und Prachttaucher, Eis-, Samt- und Trauerenten, die im Bereich der Oderbank überwintern bzw. auch mausern.

Von besonderer Bedeutung ist das Schutzgebiet als Laich- und Aufwachsgebiet für Steinbutt und Scholle. Viele Plattfischarten finden hier Nahrung im Überfluss. In den feinen Sanden können sich auch die unerfahrenen Jungfische schnell mit ihrem wellenartigen Flossenschlag eingraben. Manche Arten perfektionieren ihre Tarnung, indem sie ihre Pigmentierung der Farbe und Struktur des Untergrundes anpassen.
Eine besonders hohe Bedeutung hat die Oderbank auch als marines Nahrungs- und Überwinterungshabitat für Ostseeschnäpel und Finten. Darüber hinaus gilt die Oderbank als wichtiges potenzielles marines Verbreitungs- und Nahrungsgebiet für den wieder angesiedelten Stör (Oderregion).

Als marine Säugetierart sind auf der Oderbank Schweinswale nachgewiesen worden, z.T. sogar mit saisonalen Konzentrationen („hot spots“). Es handelt sich hierbei vermutlich um Tiere der Schweinswal-Teilpopulation der östlichen Ostsee, die zurzeit auf nur noch ca. 600 Kleinwale geschätzt wird und als stark gefährdet gilt.

Die Abgrenzung des Schutzgebietes Oderbank erfolgte anhand der Ausprägung des Lebensraumtyps „Sandbänke“ sowie dem episodischen Verbreitungsschwerpunkt von Schweinswalen. Als weitere Anhang II-Arten der FFH-Richtlinie werden Finte und Stör mitgeschützt.

Name Lebensraumtyp Art Anzahl
Oderbank Sandbänke: 480 km² Schweinswal 251 - 500 *
Finte nachgew., z.Zt. keine Bestandszahlen
Stör ausgestorben ?


STANDARD-DATENBOGEN für Natura 2000-Gebiete:
Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung in Frage kommen (GGB) und besondere Erhaltungsgebiete (BEG).
1652-301_Pommersche_Bucht_mit_Oderbank_2011_08_30.pdf

Schutz- und Erhaltungsziele

Für die abgrenzungsrelevanten Lebensraumtypen und Tierarten wurden allgemeine Schutz- und Erhaltungsziele festgelegt:

  • Erhaltung und Wiederherstellung der spezifischen ökologischen Funktionen, der biologischen Vielfalt und der natürlichen Morpho- und Hydrodynamik des Gebietes;
  • Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes des Lebensraumtyps „Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser“ (Code 1110) mit seinen charakteristischen und gefährdeten Lebensgemeinschaften und Arten;
  • Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes folgender FFH-Arten und ihrer Habitate: Schweinswal (u.a. durch ASCOBANS Recovery Plan of Harbour Porpoise in the Central Baltic) und Finte.
  • Geeignetes Habitatmanagement für die Wiederansiedlung der prioritären FFH-Fischart Stör (Acipenser oxyrinchus, ehemals A. sturio).

Erhaltungsziele für das FFH-Gebiet
„Pommersche Bucht mit Oderbank“ (DE 1652-301) in der deutschen AWZ der Ostsee

Bundesamt für Naturschutz, Stand Januar 2008
Erhaltungsziele_PommerscheBuchtOderbank_2011_04_28.pdf

Foto von Fischschwärmen über der Oderbank

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Schutzgebiet Oderbank ...

Unterwasserfoto einer typischen Sandbank

Typische Sandbankoberfläche

Foto eines Ostseeschnäpels (Coregonus oxyrinchus)

Marines Nahrungs- und Überwinterungshabitat für den Ostseeschnäpel (Coregonus oxyrinchus)

Foto eines Störs (Acipenser sturio)

Potentielles Nahrungs- und Wiederansiedlungsgebiet für den Stör (Acipenser oxyrinchus)

Foto eines tauchenden Schweinswals in der östlichen Ostsee

Schweinswal-Teilpopulation der östlichen Ostsee

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Stand der Aktualisierung 28.03.2012