Seevoelzählungen von Schiffen aus
Bei den Schiffsbasierten Zählungen werden 300 m breite Transekte (Zählstreifen) abgefahren, die in einem Abstand von mehrerem Kilometern zueinander liegen. Das Zählintervall beträgt eine Minute. Dabei werden die erfassten Arten bestimmt und die Individuen mit Hilfe einer Zähluhr gezählt. Nach Möglichkeit wird das Geschlecht der Vögel (Gefiederfärbung!) und ihr Verhalten (Rast, Nahrungssuche, Mauser, Flucht) erfasst. Regelmäßig werden die hydrologisch-meterologischen Daten wie zum Beispiel Temperatur und Salzgehalt ermittelt. Die Zählungen werden von Wissenschaftlern des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste, Büsum, Universität Kiel, durchgeführt.
Seevogelerfassung aus der Luft
Bei den Flugzählungen werden ebenfalls die Arten bzw. oft nur Artengruppen (zum Beispiel Seetaucher) und deren Individuenzahlen ermittelt. Beim Verhalten wird lediglich zwischen „schwimmend“ / „fliegend“ unterschieden. Die Zählungen werden aus einer Flughöhe von rund 80 m bei einer Geschwindigkeit von etwa 180 km/h durchgeführt. Erforderlich sind sehr gute Wetterbedingungen mit geringem Wind und sehr guter Sicht (mind. 5 km). Flugzählungen sind eine wichtige Ergänzung zu den Schiffszählungen und ermöglichen es, schnell lokale Ereignisse festzustellen, zum Beispiel in Eiswintern, und gleichzeitig einen Gesamtüberblick und großräumige Vogelverbreitungsmuster zu erhalten.

